Besides imparting knowledge, schools in Germany have the task of promoting social integration. And because a society depends on its members to feel responsible for living together in solidarity, "values" seem to be indispensable here. But how are these defined and how do they relate to law? Should schools be inculcating certain values, or should they rather strive to imbue a level of maturity which can then be taken as a starting point for making individual value judgments? This volume takes an interdisciplinary approach to tackling these questions.
Schule hat in Deutschland neben der Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten die zentrale Aufgabe der gesellschaftlichen Integration. So wird es politisch gewollt und in Landesverfassungen, Landesschulgesetzen und durch höchstrichterliche Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 1 GG normativ ausgestaltet. Da eine Gesellschaft darauf angewiesen ist, dass sich Menschen dem solidarischen Miteinander verantwortlich fühlen, scheinen verbindende Elemente - "Werte" - als Kitt zwischen den freiheitlichen Individuen unerlässlich. Doch was sind "Werte" eigentlich und was meinen wir, wenn wir von "Werten" reden? Wie stehen "Werte" zum Recht? Lassen sich aus dem Grundgesetz ohne weiteres "Werte" ableiten? Und schließlich: Ist es die Erziehung zu bestimmten Werten, die durch die Schule stattfinden soll, oder geht es vielmehr um eine Erziehung zur Mündigkeit als Ausgangspunkt für eigene Werturteile? Kann eine Erziehung zur Mündigkeit ohne Vorbilder und Wertevermittlung aber überhaupt gelingen? Der vorliegende Band geht diesen Fragen interdisziplinär nach, analysiert die Diskrepanz zwischen politischem Wertreden und wissenschaftlicher Wertzurückhaltung und bietet Antworten an, die zum Weiterdenken anregen.
Autorentext
Studium der Rechtswissenschaft in Berlin (Staatsexamen) und London (LL.M.); Rechtsreferendariat am Kammergericht Berlin; Promotion an der FU Berlin; Habilitation an der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg mit einer Venia Legendi für öffentliches Recht, Gesundheitsrecht sowie Völker- und Europarecht; wiss. Referentin an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. (FEST) in Heidelberg und apl. Professorin an der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg.
Inhalt
A. Katarina Weilert: Einleitung
I. Der Wertbegriff in kritischer Reflexion - eine philosophisch-theologische Näherung
Magnus Schlette: Axiologische Differenz. Eine handlungstheoretische Unterscheidung zwischen Werten und Gütern - Moritz von Kalckreuth: Werterfahrung und "moralische Reife". Philosophische Überlegungen zum Zugang zu Werten - Christof Mandry: Der Wertbegriff in der katholischen Moraltheologie - Christian Polke: Werte - ein Stiefkind evangelischer Ethik?
II. Die sogenannten Werte des Grundgesetzes - geeignete staats-theoretische Basis staatlicher Werteerziehung?
Stephan Kirste: Werte im Recht - Margrit Seckelmann/Paula Kirsten/Dorothea Steffen: Gibt es "Werte des Grundgesetzes"? - Ursula Münch: Was ist unsere "Wertegemeinschaft"? - Hans Hofmann: Wertorientierte Erziehung in der Schule. Das Spannungsfeld von elterlichem Erziehungsrecht, Schulpflicht, staatlichen Bildungszielen und Neutralität des Staates
III. Werteerziehung durch die Schule - Erziehung zu Mündigkeit und Werturteilsvermögen
Ino Augsberg: Erziehung zur (Werte-)Mündigkeit. Adornos Radiogespräche mit Hellmut Becker revisited - Dennis Dietz: Mündigkeit verpflichtet. Theologische Überlegungen zu den Ambivalenzen schulischer Wertevermittlung - René Torkler: Werten, Verstehen und Urteilen. Überlegungen zur Wertorientierung in der ethischen Bildung - Bernhard Dressler: Werten lernen. Zur Förderung von Urteilskraft in Bildungsprozessen
Schule hat in Deutschland neben der Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten die zentrale Aufgabe der gesellschaftlichen Integration. So wird es politisch gewollt und in Landesverfassungen, Landesschulgesetzen und durch höchstrichterliche Rechtsprechung zu Art. 7 Abs. 1 GG normativ ausgestaltet. Da eine Gesellschaft darauf angewiesen ist, dass sich Menschen dem solidarischen Miteinander verantwortlich fühlen, scheinen verbindende Elemente - "Werte" - als Kitt zwischen den freiheitlichen Individuen unerlässlich. Doch was sind "Werte" eigentlich und was meinen wir, wenn wir von "Werten" reden? Wie stehen "Werte" zum Recht? Lassen sich aus dem Grundgesetz ohne weiteres "Werte" ableiten? Und schließlich: Ist es die Erziehung zu bestimmten Werten, die durch die Schule stattfinden soll, oder geht es vielmehr um eine Erziehung zur Mündigkeit als Ausgangspunkt für eigene Werturteile? Kann eine Erziehung zur Mündigkeit ohne Vorbilder und Wertevermittlung aber überhaupt gelingen? Der vorliegende Band geht diesen Fragen interdisziplinär nach, analysiert die Diskrepanz zwischen politischem Wertreden und wissenschaftlicher Wertzurückhaltung und bietet Antworten an, die zum Weiterdenken anregen.
Autorentext
Studium der Rechtswissenschaft in Berlin (Staatsexamen) und London (LL.M.); Rechtsreferendariat am Kammergericht Berlin; Promotion an der FU Berlin; Habilitation an der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg mit einer Venia Legendi für öffentliches Recht, Gesundheitsrecht sowie Völker- und Europarecht; wiss. Referentin an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. (FEST) in Heidelberg und apl. Professorin an der Juristischen Fakultät der Universität Heidelberg.
Inhalt
A. Katarina Weilert: Einleitung
I. Der Wertbegriff in kritischer Reflexion - eine philosophisch-theologische Näherung
Magnus Schlette: Axiologische Differenz. Eine handlungstheoretische Unterscheidung zwischen Werten und Gütern - Moritz von Kalckreuth: Werterfahrung und "moralische Reife". Philosophische Überlegungen zum Zugang zu Werten - Christof Mandry: Der Wertbegriff in der katholischen Moraltheologie - Christian Polke: Werte - ein Stiefkind evangelischer Ethik?
II. Die sogenannten Werte des Grundgesetzes - geeignete staats-theoretische Basis staatlicher Werteerziehung?
Stephan Kirste: Werte im Recht - Margrit Seckelmann/Paula Kirsten/Dorothea Steffen: Gibt es "Werte des Grundgesetzes"? - Ursula Münch: Was ist unsere "Wertegemeinschaft"? - Hans Hofmann: Wertorientierte Erziehung in der Schule. Das Spannungsfeld von elterlichem Erziehungsrecht, Schulpflicht, staatlichen Bildungszielen und Neutralität des Staates
III. Werteerziehung durch die Schule - Erziehung zu Mündigkeit und Werturteilsvermögen
Ino Augsberg: Erziehung zur (Werte-)Mündigkeit. Adornos Radiogespräche mit Hellmut Becker revisited - Dennis Dietz: Mündigkeit verpflichtet. Theologische Überlegungen zu den Ambivalenzen schulischer Wertevermittlung - René Torkler: Werten, Verstehen und Urteilen. Überlegungen zur Wertorientierung in der ethischen Bildung - Bernhard Dressler: Werten lernen. Zur Förderung von Urteilskraft in Bildungsprozessen
Titel
Werteerziehung durch die Schule
Untertitel
Begriffliche Grundlagen, staatstheoretische Basis und institutionelle Ziele
Autor
EAN
9783161622281
Format
E-Book (pdf)
Hersteller
Genre
Digitaler Kopierschutz
Adobe-DRM
Dateigrösse
6.21 MB
Anzahl Seiten
290
Lesemotiv
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