Jungen aus türkischen und arabischen Familien brechen öfter die Schule ab, werden häufiger arbeitslos und gewalttätig. Zudem sind sie oft anfällig für religiöse oder nationalistische Radikalisierung. Ist das alles mit dem Bildungsniveau der Eltern und gesellschaftlicher Ausgrenzung zu erklären? Dem Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak zufolge gründet das Problem der neuen Bildungsverlierer nicht nur in einer verfehlten Integrationspolitik. Ausgehend von seiner Forschung, seinen Erfahrungen als Sozialarbeiter und seiner eigenen Biographie belegt er, dass der gesellschaftliche Misserfolg der Jungen in erster Linie an der Erziehung im Elternhaus liegt. Analytisch stark und unterstützt mit Fallbeispielen zeigt Toprak die Gründe und macht unmissverständlich klar, was sich ändern muss, damit Integration funktionieren kann.
Autorentext
Ahmet Toprak, * 1970, kam mit zehn Jahren aus einem zentralanatolischen Dorf zu seinen Eltern nach Deutschland. Nach dem Hauptschulabschluss ging er zurück in die Türkei, machte Abitur und studierte ein Jahr lang Anglistik. 1991 setzte er sein Studium in Deutschland fort und wechselte schließlich zur Pädagogik. Nach dem Diplom 1997 arbeitete er als Anti-Gewalt-Trainer mit mehrfach straffälligen Jugendlichen mit Migrationshintergrund und promovierte parallel. Seit 2007 ist er Professor für Erziehungswissenschaft an der FH Dortmund.
Klappentext
Muslimische Jungen sind im Mittelpunkt eines ideologischen Kräftemessens: Wer ist schuld daran, dass sie sich mit der Integration häufig schwertun? In der hitzig geführten Debatte kommt die Lebensrealität muslimischer Jungen zu kurz, findet der Erziehungswissenschaftler Ahmet Toprak. Ausgehend von seiner Forschung, seinen Erfahrungen als Sozialarbeiter und seiner eigenen Biographie belegt Ahmet Toprak, dass der gesellschaftliche Misserfolg der Jungen in erster Linie an der Erziehung im Elternhaus liegt. Hier legen die Mütter den Grundstein für Unselbstständigkeit. Hier ziehen die Väter spätere Machos groß. Analytisch stark und unterstützt mit vielen Fallbeispielen zeigt Toprak die Gründe für das Versagen der Erziehung in muslimischen Familien auf und macht unmissverständlich klar, was sich ändern muss, damit Integration funktionieren kann.