Dieses Buch verbindet Medien- und Musikwissenschaften. Es ist ein Diskurs über Veränderungen in der Musik, aufgezeigt anhand verschiedener Medienrevolutionen. In die Analyse fließen aber nicht nur technische, sondern auch institutionelle und kulturelle Faktoren mit ein. In einem medientheoretischen Rahmen beschreibt der Autor wie die Erfindung der Schrift, des Buchdruckes und elektrischer Speichermedien die Musiklandschaft nachhaltig beeinflusst haben. So wurden komplexe Musikstücke erst mit der Erfindung der Schrift möglich, die es erlaubte Musik in Form von Symbolen auf Papier zu "speichern". Der Buchdruck sorgte für eine massenhafte und kommerzielle Verbreitung der Notation. Dies führte zu einer Aufwertung des Komponisten und schränkte gleichzeitig den Bereich des Interpreten ein. Der Interpret war nun nicht mehr als ein Handarbeiter. Ein Gefangener der Notation, die ihn zwang das zu spielen, was der Autor des Musikstückes komponiert hat. Noch immer war Musik aber untrennbar mit der Live-Aufführung verbunden. Dies änderte sich mit der Erfindung analoger Speichermedien, wie dem Phonograph oder dem Grammophon. Musik wurde von der traditionellen Live-Aufführung getrennt und konnte sich über lokale Grenzen hinaus ausbreiten. Als Folge davon vermischten sich musikalische Einflüsse und es entstanden neue Genres. Die (vorerst) letzte Medienrevolution stellt das digitale Zeitalter dar. Der Computer als Musikinstrument verändert den Umgang mit Musik und eröffnet völlig neue Kompositionsmöglichkeiten. So konnten bis dahin neue und ungehörte Sounds produziert werden, was sich auch auf die Musikpraxis auswirkt: Viele dieser Sounds können nämlich gar nicht live gespielt werden. Die Wirtschaftlichkeit der Digitaltechnik trägt ebenfalls zu ihrem Siegeszug bei, denn digitale Instrumente sind in der Regel wesentlich billiger. Ironischerweise ist es aber auch die Digitalität, die Plattenfirmen und Labels an den Rand des finanziellen Ruins treibt, denn nie zuvor war das Kopieren und Verbreiten von Musik so einfach. Das bringt uns dazu geltende Copyrights zu überdenken.



Autorentext

Alex Getmann, geboren 1983 in Temir-Tau (Kasachstan), studierte an der Uni Köln Medienwissenschaften (Diplom) mit den Schwerpunkten Medienmanagement, Medienkulturwissenschaften und Musikethnologie. Darüber hinaus ist er freier Journalist. Neben seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Musikredaktion beim Radio ist er an zahlreichen Reportagen für das öffentlich-rechtliche Fernsehen beteiligt.



Zusammenfassung
Dieses Buch verbindet Medien- und Musikwissenschaften. Es ist ein Diskurs uber Veranderungen in der Musik, aufgezeigt anhand verschiedener Medienrevolutionen. In die Analyse flieen aber nicht nur technische, sondern auch institutionelle und kulturelle Faktoren mit ein. In einem medientheoretischen Rahmen beschreibt der Autor wie die Erfindung der Schrift, des Buchdruckes und elektrischer Speichermedien die Musiklandschaft nachhaltig beeinflusst haben. So wurden komplexe Musikstcke erst mit der Erfindung der Schrift mglich, die es erlaubte Musik in Form von Symbolen auf Papier zu speichern"e;. Der Buchdruck sorgte fr eine massenhafte und kommerzielle Verbreitung der Notation. Dies fhrte zu einer Aufwertung des Komponisten und schrnkte gleichzeitig den Bereich des Interpreten ein. Der Interpret war nun nicht mehr als ein Handarbeiter. Ein Gefangener der Notation, die ihn zwang das zu spielen, was der Autor des Musikstckes komponiert hat. Noch immer war Musik aber untrennbar mit der Live-Auffhrung verbunden. Dies nderte sich mit der Erfindung analoger Speichermedien, wie dem Phonograph oder dem Grammophon. Musik wurde von der traditionellen Live-Auffhrung getrennt und konnte sich ber lokale Grenzen hinaus ausbreiten. Als Folge davon vermischten sich musikalische Einflsse und es entstanden neue Genres. Die (vorerst) letzte Medienrevolution stellt das digitale Zeitalter dar. Der Computer als Musikinstrument verndert den Umgang mit Musik und erffnet vllig neue Kompositionsmglichkeiten. So konnten bis dahin neue und ungehrte Sounds produziert werden, was sich auch auf die Musikpraxis auswirkt: Viele dieser Sounds knnen nmlich gar nicht live gespielt werden. Die Wirtschaftlichkeit der Digitaltechnik trgt ebenfalls zu ihrem Siegeszug bei, denn digitale Instrumente sind in der Regel wesentlich billiger. Ironischerweise ist es aber auch die Digitalitt, die Plattenfirmen und Labels an den Rand des finanziellen Ruins treibt, denn nie zuvor war das Kopieren und Verbreiten von Musik so einfach. Das bringt uns dazu geltende Copyrights zu berdenken.
Titel
Mediale Musik und technische Aura: Der Einfluss neuer Medien auf Musik
EAN
9783842832466
ISBN
978-3-8428-3246-6
Format
E-Book (pdf)
Herausgeber
Veröffentlichung
30.06.2013
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
1.21 MB
Anzahl Seiten
76
Jahr
2012
Untertitel
Deutsch