"Der Staat ist verpflichtet, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen, er ist verpflichtet zu verhindern, dass Familienväter und Frauen arbeitslos werden, weil Fremdarbeiter zu niedrigen Löhnen ihnen die Arbeitsplätze wegnehmen." (Oskar Lafontaine, 4. Juli 2005 in Chemnitz) Das vorangestellte Zitat von Oskar Lafontaine spiegelt eine weit verbreitete Befürchtung der Bevölkerung wieder, dass Einwanderung zu sinkenden Löhnen und steigender Arbeitslosigkeit der einheimischen Bevölkerung führt. Allerdings muss dies nach dem aktuellen Stand der Forschung nicht zwingend der Fall sein. Im Gegenteil wie im Verlauf der Arbeit gezeigt wird bringt die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte generell klare ökonomische Vorteile. Die vorliegende Arbeit befasst sich daher mit der ökonomischen Leistungskraft von Migranten. Gerade für Deutschland wird es angesichts eines kommenden Fachkräftemangels und eines steigenden Altersquotienten (das Verhältnis zwischen Rentenbeziehern und Erwerbstätigen) immer wichtiger richtige politische Maßnahmen für eine gezielte Zuwanderung zu ergreifen (Zimmermann 2012, S. 1 und S. 9). Die Migration, also die Wanderung von Individuen von einer Region zu einer anderen, tritt aber nicht nur in Form von internationaler Arbeitsmigration auf, sie beinhaltet auch die Migration innerhalb eines Landes sowie permanente oder temporäre und durch wirtschaftliche Überlegungen, Vertreibungen oder Familienzusammenschlüsse motivierte Migration (Reimer 1994, S. 1).