Alexander Pointner, geb. am 1.1.1971 in Grieskirchen. Nach Absolvierung des Skigymnasiums Stams aktiver Skispringer. 1995 Beginn seiner Trainertätigkeit beim Tiroler Skiverband, ab 1999 ÖSV-Co-Trainer unter Alois Lipburger und Toni Innauer, ab 2002 für den B-Kader hauptverantwortlich, 2004-2014 Cheftrainer der Nationalmannschaft. Mit dem Team erzielte Pointner 32 Medaillen bei Großereignissen (17 Gold), 118 Weltcupsiege, 9 Nationencupsiege, vier Weltcupgesamtsiege und sechs Gesamtsiege bei der Vierschanzentournee in Serie. Er geht damit als erfolgreichster Skisprungtrainer in die Geschichte ein. - aktuelle Informationen finden Sie auf der Webseite von Alexander Pointner Mag. Angela Pointner, geb. am 31.5.1971 in Innsbruck. Nach der Matura freie Sportjournalistin, Ausbildung zur Volksschullehrerin, anschließend Studium der Erziehungswissenschaften in Innsbruck; leitet seit 2009 das erste Zentrum für Audiovisuelle Wahrnehmungsförderung (AVWF) und Regenerationscoaching in Innsbruck. Angela Pointner ist mit Alexander Pointner verheiratet, den sie in den Bereichen Medienarbeit und interne Kommunikation berät. Das Paar hat vier Kinder.
Autorentext
Alexander Pointner, geb. am 1.1.1971 in Grieskirchen. Nach Absolvierung des Skigymnasiums Stams aktiver Skispringer. 1995 Beginn seiner Trainertätigkeit beim Tiroler Skiverband, ab 1999 ÖSV-Co-Trainer unter Alois Lipburger und Toni Innauer, ab 2002 für den B-Kader hauptverantwortlich, 2004-2014 Cheftrainer der Nationalmannschaft. Mit dem Team erzielte Pointner 32 Medaillen bei Großereignissen (17 Gold), 118 Weltcupsiege, 9 Nationencupsiege, vier Weltcupgesamtsiege und sechs Gesamtsiege bei der Vierschanzentournee in Serie. Er geht damit als erfolgreichster Skisprungtrainer in die Geschichte ein.
- aktuelle Informationen finden Sie auf der Webseite von Alexander Pointner
Mag. Angela Pointner, geb. am 31.5.1971 in Innsbruck. Nach der Matura freie Sportjournalistin, Ausbildung zur Volksschullehrerin, anschließend Studium der Erziehungswissenschaften in Innsbruck; leitet seit 2009 das erste Zentrum für Audiovisuelle Wahrnehmungsförderung (AVWF) und Regenerationscoaching in Innsbruck. Angela Pointner ist mit Alexander Pointner verheiratet, den sie in den Bereichen Medienarbeit und interne Kommunikation berät. Das Paar hat vier Kinder.
Leseprobe
1
Was ist Skispringen?
Was macht die Faszination beim Skispringen aus? Was bewegt scheinbar verrückte Männer und Frauen dazu, sich mit halsbrecherischer Geschwindigkeit über riesige Schanzen ins Leere zu stürzen? Und warum jubeln ihnen dabei auch noch Tausende von Menschen begeistert zu? Liegt es an der Exklusivität? Tatsächlich wagen es, weltweit gesehen, ja nur wenige, diese Sportart auszuüben. Oder ist es der Nervenkitzel, ob es gelingt, die Angst vor der Höhe und der extremen Geschwindigkeit tatsächlich zu überwinden? Ist es der Traum vom Fliegen, auch wenn er nur wenige Sekunden andauert?
Es wird eine Mischung aus allem sein, dass Skispringen seit Jahrzehnten für Zuschauerrekorde sorgt. Wie groß die Kräfte tatsächlich sind, die auf einen Sportler wirken, wird für die meisten erst ersichtlich, wenn sie einmal einen Bewerb vor Ort erlebt haben. Da geht alles viel schneller, die enorme Geschwindigkeit im Anlauf und in der Luft ist regelrecht hörbar, die wahren Größendimensionen werden spürbar. Im Fernsehen wird oft erst bei missglückten Sprüngen oder Stürzen klar, welchen Kräften man sich ausliefert. Und trotzdem fesselt das Skispringen auch Massen vor den TV-Bildschirmen, wie es die Quoten Jahr für Jahr beweisen. Für mich liegt ein wesentlicher Beweggrund dafür in der Ästhetik dieser Sportart - und die wird gerade in den Zeitlupenaufnahmen der Fernsehstationen besonders ersichtlich. Es schaut so einfach aus, wenn ein Springer vom Anlauf in die Luft gleitet. Alle Bewegungen fließen harmonisch ineinander über, von Hektik keine Spur. Schanze - oft architektonisch wertvoll - und Flugkurve sind perfekt aufeinander abgestimmt, der Springer landet im Normalfall immer dort, wo er es auch soll.
Ich persönlich kann mich noch gut an meine ersten kleinen Schanzen erinnern, die ich, kaum dass ich ein bisschen Skifahren konnte, mit meinem Vater gebaut habe. Ein passender Hang war da oft wichtiger als ein Lift. Und die meisten Eltern wissen - so wie ich es bei meinen Kindern erlebt habe -, welches Vergnügen es ist, beim Skifahren über Kanten oder Kuppen zu springen (den sicheren Landungsbereich natürlich vorausgesetzt). Vom Fliegen ist da noch keine Rede, aber dieses kitzlige Gefühl im Bauch, wenn es einem den Magen kurz aushebt, kennt jeder. Diese Air-Time, wie man das beim Achterbahn-Fahren nennt, entsteht, wenn die horizontale Geschwindigkeit erschöpft ist und die Erdanziehung greift. Als Skispringer gewöhnt man sich daran, denn dieses Gefühl ist sogar bei der Anfahrt spürbar, wie ich selbst als aktiver Springer nach einer längeren Pause erstaunt festgestellt habe.
Meine ersten Sprungversuche beim Skifahren
Der große und entscheidende Unterschied zwischen einem Skisprung-Bakken und den meisten selbstgebauten Schanzen ist die Neigung des Schanzentisches: der ist nämlich nicht gerade und geht schon gar nicht nach oben, sondern neigt sich mit 11 Grad nach unten! Nur so sind immer größere Weiten möglich. Und genau dieser Drang, immer weiter zu springen, wird für die meisten Kinder und Jugendlichen, die dem Skisprung-Virus verfallen sind, schnell zur Sucht (im positiven Sinne). Allerdings ist ein gutes Maß an Geduld gefragt, denn es bleibt stets Luft nach oben. Von der 10-Meter- zur 20-Meter-Schanze und so weiter sind es Riesenschritte, bis man schlussendlich zum ersten Mal auf einem Flugbakken steht - für die meisten dauert das ein halbes Springerleben.
Der erste einschneidende Moment für einen jungen Athleten ist der erste Sprung mit speziellen Sprungski. Zum einen sind sie Statussymbol, zum anderen wird der Luftwiderstand, das Luftpolster, nach dem Absprung zum ersten Mal wirklich spürbar. Die Sprungski der Kinder sind dazu noch, prozentuell gesehen, viel breiter als die der Erwachsenen, sie erinnern eher ans Wasserskifahren. Sie haben auch keine Kanten wie Alpingeräte, und für eifrige El
Inhalt
Einleitung
Was ist Skispringen?
Was ist wichtig, damit ich Leistung bringen kann?
Wie bringe ich das alles unter einen Hut?
Mein Haus: Aufbau eines komplexen Systems
Karriereentwicklung: Vom TSV zum Cheftrainer
Teamentwicklung: Vom Ende der Goldi-Ära zu den Superadlern
2004/2005 - Ein Schritt zurück bringt die Dinge ins Laufen
2005/2006 - Das Glück lässt auf sich warten
2006/2007 - Tanz mit dem Vulkan
2007/2008 - In der Ruhe läge die Kraft
2008/2009 - Statustheater und ein lachender Dritter
2009/2010 - Die Superadler im Flow-Zustand
2010/2011 - Mit High-Performance zum absoluten Triumph
2011/2012 - Sportliche Höhenflüge und private Tiefschläge
2012/2013 - Meine persönliche Expedition
2013/2014 - Mit neuer Stärke dem Ende zu
Olympia - Wechselbad der Gefühle
Salt Lake City 2002
Turin 2006
Vancouver 2010
Sotschi 2014
Neurocoaching: Von Perfektionisten, Querdenkern
und einer besseren Wettkampf-Performance
Wirtschaftliche Entwicklung:
Vom Sponsoring zur Kooperation
Grenzgang zwischen Erfolg und Depression
Nachwort
Danksagung
Bildteil