Das deutsche Bildungssystem ist geprägt von einer Dreigliedrigkeit. Es besteht im Allgemeinen aus dem Gymnasium, der Real- und der Hauptschule. Durch diese Dreigliedrigkeit differenziert das deutsche Schulsystem sehr stark nach "unterschiedlicher Leistungsfähigkeit" und "unterschiedlicher Begabung"der jeweiligen Schüler. Dabei erinnert eine solch starke Differenzierung trotz unserer modernen Gesellschaft an den Überrest einer Ständegesellschaft, die die Vorstellung der Bildung einer homogenen Gesellschaft unterstützte. Man vertritt dabei immer noch die veraltete Auffassung, dass es unterschiedliche Begabungen gäbe. Für diese unterschiedlichen Begabungen sollte es daher auch unterschiedliche Schulformen geben, um die Schüler in möglichst homogene Gruppen zusammen zu fassen und gut zu fördern. Angedacht ist das deutsche Schulsystem so, dass durch diese vorhandene Dreigliedrigkeit ein Aufstieg durch Bildung von unten nach oben theoretisch möglich ist. Allerdings sieht die Realität anders aus, da die "Problemschüler", die einmal unten gelandet sind, meist auch unten bleiben. Somit verstärkt sich die soziale Ungerechtigkeit in der Gesellschaft. Auch mit Hilfe ist es daher sehr schwierig aus dieser sozialen Ungerechtigkeit heraus zu kommen. Somit ist fest zu stellen, dass das deutsche Schulsystem ungerecht gestaltet ist, sodass keine Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler gewährleistet ist. Auf diese Weise wird eine wachsende Gruppe an «Bildungsverlierern» geschaffen, die in der Gesellschaft nur schwer Platz finden kann. [...]

Titel
Hauptschüler als Bildungsverlierer
Untertitel
Trotz Abschluss kaum Chancen auf eine Ausbildung. Ist die Hauptschule als Schulform noch zeitgem, um Kindern eine Zukunft zu bieten?
EAN
9783656534334
Format
E-Book (pdf)
Hersteller
Veröffentlichung
05.11.2013
Digitaler Kopierschutz
frei
Anzahl Seiten
14