In "Gérards Heirat" entfaltet André Theuriet eine Erzählung, in der private Entscheidung, gesellschaftliche Erwartung und moralische Empfindsamkeit eng ineinandergreifen. Der Stoff der Eheschließung wird nicht bloß als romantische Fügung behandelt, sondern als Prüfstein von Charakter, Herkunft und Lebensentwurf. Theuriets Stil verbindet klare psychologische Beobachtung mit einer fein abgestimmten, oft landschaftlich grundierten Prosa; damit steht das Werk im Kontext des französischen Realismus des 19. Jahrhunderts, ohne dessen poetische Zartheit preiszugeben. André Theuriet, 1833 in Marly-le-Roi geboren und 1907 gestorben, war Dichter, Romancier und Mitglied der Académie française. Seine Herkunft aus administrativen und provinziellen Milieus sowie seine besondere Aufmerksamkeit für Natur, regionale Lebensformen und bürgerliche Sitten prägten sein literarisches Schaffen. Gerade diese Verbindung von sozialer Genauigkeit und lyrischer Wahrnehmung erklärt, weshalb er in einer Heiratsgeschichte mehr sieht als eine private Episode: ein kleines gesellschaftliches Drama. Empfohlen sei "Gérards Heirat" Leserinnen und Lesern, die an subtiler Charakterzeichnung, historischer Sittenbeobachtung und eleganter französischer Erzählkunst interessiert sind. Das Buch bietet kein bloßes Liebesidyll, sondern eine ruhige, kluge Studie über Bindung, Verantwortung und die verborgenen Kräfte gesellschaftlicher Ordnung. Diese erweiterte Ausgabe wurde mit großer Sorgfalt gestaltet, um Ihr Leseerlebnis zu bereichern. - Eine prägnante Einführung verortet die zeitlose Anziehungskraft und Themen des Werkes. - Die Synopsis skizziert die Haupthandlung und hebt wichtige Entwicklungen hervor, ohne entscheidende Wendungen zu verraten. - Ein ausführlicher historischer Kontext versetzt Sie in die Ereignisse und Einflüsse der Epoche, die das Schreiben geprägt haben. - Eine gründliche Analyse seziert Symbole, Motive und Charakterentwicklungen, um tiefere Bedeutungen offenzulegen. - Reflexionsfragen laden Sie dazu ein, sich persönlich mit den Botschaften des Werkes auseinanderzusetzen und sie mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.



Klappentext

Dieses eBook: "Gérards Heirat" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: "Welch beruhigenden Klang haben nicht die Glocken, die noch in manchen Landstädtchen den Abend einläuten! Die vertrauten Töne beschließen das Tagewerk so friedlich und schläfern die Kinder in ihren Korbbettchen besser ein als ein Schlummerlied. Es liegt etwas Inniges, Tröstliches in diesen vollen, tiefen und friedlichen Klängen... Die Glocken von Juvigny haben diese Klänge auch; sie ertönen jeden Abend, im Winter um acht, im Sommer um neun Uhr, von dem stattlichen Turm, der einzigen Zierde, die Ludwig XIV., dieser große Zerstörer der lothringischen Festungen, der Mauerkrone der alten Stadt gelassen hat. An einem schönen Julisonntag des Jahres 1868, in dem Augenblick, mit welchem unsere Geschichte beginnt, verhallten die letzten Töne der Abendglocke über den Rebgeländen der Hügel, an denen sich die im Grünen versteckten Häuser Juvignys bis zu dem Flusse Ornain hinabziehen wie eine Herde zerstreut weidender Schafe, die zur Tränke eilen..." André Theuriet (1833-1907) war ein französischer Dichter, Romanschriftsteller und Dramatiker.

Titel
Gérards Heirat
Untertitel
Erweiterte Ausgabe. Brgerliche Ehe und Provinzleben im lothringischen Ornain-Tal des 19. Jahrhunderts
kommentiert von
Editor
Übersetzer
EAN
9788026867647
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
0.66 MB
Anzahl Seiten
148