Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,7, Universitt Mannheim (Seminar fr Deutsche Philologie), Veranstaltung: Literatur-Medien-Wissen 1, Sprache: Deutsch, Abstract: Als am 8.7.1885, in Ludwigshafen am Rhein, Ernst Simon Bloch geboren wird, Sohn des jdischen Bahnbeamten Markus Bloch und von Barbara Bloch, geb. Feitel, ahnt noch niemand, dass dieses Kind einmal einer der grssten Philosophen des 20. Jhd. in Deutschland werden wrde. Nach seinem Studium verfasst er sein erstes groes Werk, den "Geist der Utopie" (1918), viele Jahre spter sein Hauptwerk, "Das Prinzip Hoffnung"( 1954- 59). Neben seinen philosophischen Arbeiten ist er Autor von zahlreichen literarischen Aufstzen und Feuilletonartikeln. Sein Hauptanliegen bei "Geist der Utopie" und bei "Das Prinzip Hoffnung" ist, zu zeigen, dass alle sozialen Utopien eine Vorwegnahme des Sozialismus seien und der Marxismus die bisher vollendetste theoretische Form davon darstellt. Er selbst bezeichnet sich als Philosoph, der sich als Marxist versteht. Er bt stndig Kritik an der brgerlich- kapitalistischen Welt und wechselt dabei stndig die Erzhlperspektive. "...Bringt man seine Philosophie auf eine Kurzformel, so muss man sagen: ,S ist noch nicht P', jedes Subjekt hat potentielle Mglichkeiten in sich , die es zu verwirklichen trachtet. Erst wenn das Subjekt alle in ihm liegenden Mglichkeiten realisiert hat, ist es vollendet. Alle Mglichkeiten vollendet hat bei Aristoteles, an dessen Philosophie sich Bloch orientiert, nur Gott....", Metzlers Philosophie Lexikon). Die Werke Ernst Blochs sind dem Wesen nach durchaus zur Literatur gehrig. Auch die Literaturwissenschaft ist nur noch einen kleinen Schritt entfernt. Er grenzt sich bewusst von der akademisch- gelehrten Wissenschaftssprache ab und verwendet dabei verschiedenste Stilelemente: hohes Pathos, neue Einzelworte, rationale Begrifflichkeit, mythische Bilder, lockere Alltagsformulierungen, Bibelsprache, vernnftige Begrifflichkeiten. Damit beschrnkt er sich nicht nur auf die klassische Philosophie samt ihrer Geschichte, sondern erschafft sich seine eigene. Er befasst sich mit Soziologie, Pdagogik, sthetik, Ethik, ist sehr engagiert in politischen Themen und ist bekennender Anhnger des jdisch- christlichen Chiliasmus (Chiliasmus= "Lehre von der Erwartung des Tausendjhrigen Reiches Christi auf Erden nach seiner Wiederkunft vor dem Weltende (Offenbarung 20, 4f)", Das groe Fremdwrterbuch). [...]