Hier scheppert der DJ-Rollkoffer unerbittlich über Berliner Kopfsteinpflaster, schweißnasse Schaumstoffmatratzen treiben in ranzigen, beatdurchwummerten Kellern am Leser vorbei; eine von Erektionen umstellte Fitnessradtour im Kreuzberger Zimmer hilft das Speed abzubauen. Die Wände des Darkrooms kleben, Galeristen gieren nach frischem Fleisch und Plastikschwänzen. M. liefert sich aus und reißt die Macht an sich, sie fickt die Kunstszene, während sie für ihre nächste Ausstellung Gelnageldesignerinnen und Massagestühle auftreibt. M. ist das Protokoll einer Ermächtigung des eigenen Körpers, des eigenen Begehrens, und kalter Bericht über das Ausbeutungsgefüge im Kunstbetrieb - in einer Sprache, die schonungslos die Entwicklung der Erzählerin von einer zynischen Beobachterin zur strippenziehenden Regisseurin vollzieht.
Autorentext
Marlene Stark, geboren 1985 in Ellwangen, arbeitet meist kollaborativ und interdisziplinär mit Malerei, Installation Sound, Musik und Text. Sie ist zudem DJ und produziert Musik. Studium für Malerei in Karlsruhe, Berlin und Bogotá. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Zusammenfassung
Hier scheppert der DJ-Rollkoffer unerbittlich uber Berliner Kopfsteinpflaster, schweinasse Schaumstoffmatratzen treiben in ranzigen, beatdurchwummerten Kellern am Leser vorbei; eine von Erektionen umstellte Fitnessradtour im Kreuzberger Zimmer hilft das Speed abzubauen. Die Wande des Darkrooms kleben, Galeristen gieren nach frischem Fleisch und Plastikschwanzen. M. liefert sich aus und reit die Macht an sich, sie fickt die Kunstszene, wahrend sie fur ihre nachste Ausstellung Gelnageldesignerinnen und Massagestuhle auftreibt. M. ist das Protokoll einer Ermachtigung des eigenen Korpers, des eigenen Begehrens, und kalter Bericht uber das Ausbeutungsgefuge im Kunstbetrieb - in einer Sprache, die schonungslos die Entwicklung der Erzahlerin von einer zynischen Beobachterin zur strippenziehenden Regisseurin vollzieht.
Leseprobe
»Alle Menschen in meinem Umfeld werden zu potenzieller Beute. Meine aufdringlichen Tinderdates ficken. Journalisten ficken. Bioladenbesitzerinnen ficken. Galeristinnen ficken. Exfreunde ficken. Blogger-Zwillinge ficken. Kunstkritiker ficken. Meinen Fitnesstrainer ficken.«
Anna Gien & Marlene Stark