Arthur Quinn ist elf Jahre alt, als sein Leben in einem neuen Haus weitergehen soll. Neue Schule, neue Wege, neue Regeln, neue Menschen am Frühstückstisch. Mara und Nora sorgen für ihn, legen Brotdosen bereit, fahren ihn zur Schule, warten an der Hecke und lernen jeden Tag, wie Nähe funktioniert, wenn ein Kind Berührung kaum erträgt.
Arthur spricht fast nicht mehr.
Nur mit Mama spricht er.
Für ihn ist sie da: am Bett, im Flur, in den Geschichten vom kleinen Bären, der seinen Weg verliert und trotzdem weitergehen muss. Während die Erwachsenen um ihn herum vorsichtig handeln, schweigen, warten und manchmal selbst nicht wissen, was richtig ist, hält Arthur sich an dieser Stimme fest. Sie ist Erinnerung, Trost und Zuflucht. Zugleich beginnt der Roman behutsam zu zeigen, dass Liebe bleiben kann, obwohl ein Mensch nicht mehr auf dieselbe Weise da ist.
Solange Mama neben mir geht erzählt von einem Kind nach einem traumatischen Verlust, ohne die Tat in den Mittelpunkt zu stellen. Im Zentrum steht das Danach: ein Schulmorgen, eine Autofahrt, ein leerer Stuhl, ein zu großer Pulli, ein Kuschelbär, ein Blick, der zu lange auf einer Narbe hängen bleibt.
Der Roman erzählt nicht von einer einfachen Heilung. Er begleitet Arthur auf einem kleineren, schwereren Weg: von der Welt, in der Mama noch neben ihm gehen muss, zu einer Welt, in der ihre Liebe bleiben darf, ohne ihn festzuhalten.
Eine Geschichte über Verlust, kindliche Treue, Trauma, Geduld und die kleinen Formen von Mut, die niemand von außen sofort erkennt.
Autorentext
Arbo von Bergmann, Jahrgang 1980, schreibt Romane über Kindheit, Erinnerung und innere Brüche. Im Mittelpunkt seiner Geschichten stehen oft Figuren, die lernen müssen, mit Erfahrungen zu leben, für die es lange keine Worte gibt. Er glaubt, dass Literatur helfen kann, das sichtbar zu machen, was im Alltag oft verborgen bleibt.