Hochqualifizierte deutsch-jüdische Ärzte und Ärztinnen flohen vor dem NS-Unrechtsregime nach Palästina/Israel und setzten dort, in ihrer Wahlheimat, Standards in medizinischen Kernfächern. Doch ihre Biografien sind von einem ambivalenten Verhältnis zu ihrer Geburtsheimat überschattet. Barbara Stambolis stellt zeit-, medizin- und migrationsgeschichtliche Fragen nach dem Individuellen und Exemplarischen des Lebensweges des Chirurgen Max Marcus, blickt auf Karrierewege wie kollegiale Vernetzungen und skizziert Fluchtwege wie Neuanfänge. Sie erhellt zeitgeschichtliche Hintergründe und deckt aufschlussreiches, erstmals ausgewertetes Quellenmaterial auf.

Der Arzt Max Marcus (1892-1983) gehörte zu jenen hochqualifizierten deutschen Juden und Jüdinnen, die vor dem NS-Unrechtsregime nach Palästina/Israel flohen. Dort setzten sie Standards in medizinischen Kernfächern wie der Chirurgie, der Inneren Medizin oder der Kinderheilkunde. Sie trugen zur internationalen Reputation des Gesundheitswesens in Israel, ihrer Wahlheimat, bei und äußerten sich auch zu Möglichkeiten und Grenzen ihres beruflichen Wirkens. Doch trotz ihres Erfolgs sind ihre Biografien lebenslang von einem ambivalenten Verhältnis zu ihrer Geburtsheimat überschattet. Barbara Stambolis stellt zeit-, medizin- und migrationsgeschichtliche Fragen nach dem Individuellen und Exemplarischen des Lebensweges von Max Marcus, blickt auf Karrierewege wie kollegiale Vernetzungen, skizziert Fluchtwege wie Neuanfänge und konstatiert Erfahrungen von Ausgrenzung sowie Auseinandersetzungen mit Heimatverlust und Neubeheimatung. Sie erhellt zeitgeschichtliche Hintergründe, generationale Zusammenhänge und deckt aufschlussreiches, erstmals ausgewertetes Quellenmaterial auf.

Zwischen Geburtsheimat und Wahlheimat ...

Autorentext
Barbara Stambolis lebt und arbeitet in Münster. Sie ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Paderborn und forscht zu Kindheits-, Jugend- und Generationengeschichte im 20. Jahrhundert. Stand: Oktober 2021

Zusammenfassung
Der Arzt Max Marcus (18921983) gehörte zu jenen hochqualifizierten deutschen Juden und Jüdinnen, die vor dem NS-Unrechtsregime nach Palästina/Israel flohen. Dort setzten sie Standards in medizinischen Kernfächern wie der Chirurgie, der Inneren Medizin oder der Kinderheilkunde. Sie trugen zur internationalen Reputation des Gesundheitswesens in Israel, ihrer Wahlheimat, bei und äußerten sich auch zu Möglichkeiten und Grenzen ihres beruflichen Wirkens. Doch trotz ihres Erfolgs sind ihre Biografien lebenslang von einem ambivalenten Verhältnis zu ihrer Geburtsheimat überschattet.Barbara Stambolis stellt zeit-, medizin- und migrationsgeschichtliche Fragen nach dem Individuellen und Exemplarischen des Lebensweges von Max Marcus, blickt auf Karrierewege wie kollegiale Vernetzungen, skizziert Fluchtwege wie Neuanfänge und konstatiert Erfahrungen von Ausgrenzung sowie Auseinandersetzungen mit Heimatverlust und Neubeheimatung. Sie erhellt zeitgeschichtliche Hintergründe, generationale Zusammenhänge und deckt aufschlussreiches, erstmals ausgewertetes Quellenmaterial auf.

Inhalt
Vorwort 1 Max Marcus: Ein Briefwechsel, eine Spurensuche und ein Projekt 2 Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend im Rheinland 3 Lebensentwürfe und universitäre Erfahrungen junger jüdischer Deutscher 4 Karrieren: Deutsch-jüdische Ärzte in der Weimarer Republik 5 Leben und arbeiten in Berlin 6 Ausgrenzung und existenzielle Bedrohung 7 Flucht nach Palästina, ein neuer beruflicher Anfang: Assuta und Hadassah 8 Zypern: Berufliche und persönliche Kontakte 9 »Entschädigung«: Nicht nur ein juristisches Kapitel der Nachkriegsgeschichte 10 Zypern: »A second homeland«? 11 Deutschland: Ein Lebensthema 12 Marcus' Reflexionen über den Wandel der Chirurgie 13 Ein exemplarischer deutsch-jüdischer Lebensweg? Literatur und Quellen Abbildungen Personen
Titel
Überlebenswege deutsch-jüdischer Ärzte und Ärztinnen
Untertitel
Der Chirurg Max Marcus und andere Persönlichkeiten zwischen Heimatverlust und Neuanfang
EAN
9783837978162
Format
E-Book (pdf)
Veröffentlichung
01.11.2021
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
22.26 MB
Anzahl Seiten
184
Auflage
1. Aufl. 2021
Lesemotiv