Die Amtmannin von Hohenweile entfaltet eine erzählerisch dichte Welt ländlicher Verwaltung, familiärer Verpflichtungen und moralischer Bewährung. Im Mittelpunkt steht eine Frauengestalt, deren Handeln zwischen häuslicher Verantwortung, sozialer Beobachtung und obrigkeitlicher Ordnung sichtbar wird. Nauberts Stil verbindet empfindsame Charakterzeichnung mit aufklärerischer Reflexion; das Werk steht damit an der Schwelle zwischen moralischer Erzählung, Familienroman und frühem historischen Realismus. Hinter der scheinbar begrenzten Provinzszene erscheint ein präzises Panorama gesellschaftlicher Abhängigkeiten. Benedikte Naubert, eine der bedeutenden deutschsprachigen Erzählerinnen um 1800, schrieb in einer literarischen Kultur, die weibliche Autorschaft oft verschleierte und zugleich stark von Aufklärung, Empfindsamkeit und entstehender Romantik geprägt war. Ihre Erfahrung mit anonymem Publizieren, ihre Bildung und ihr Interesse an Geschichte und sozialen Rollen erklären die Aufmerksamkeit, mit der sie weibliche Handlungsmacht, sittliche Konflikte und die Mechanismen öffentlicher Anerkennung darstellt. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die frühe deutschsprachige Prosa jenseits des Kanons entdecken möchten. Es bietet nicht nur spannungsvolle Handlung, sondern auch ein aufschlussreiches Dokument weiblicher Autorschaft und gesellschaftlicher Selbstverständigung. Wer Literatur als historisches Erkenntnismittel schätzt, findet hier ein feinsinniges, klug komponiertes Werk von bleibendem Interesse. Diese erweiterte Ausgabe wurde mit großer Sorgfalt gestaltet, um Ihr Leseerlebnis zu bereichern. - Eine prägnante Einführung verortet die zeitlose Anziehungskraft und Themen des Werkes. - Die Synopsis skizziert die Haupthandlung und hebt wichtige Entwicklungen hervor, ohne entscheidende Wendungen zu verraten. - Ein ausführlicher historischer Kontext versetzt Sie in die Ereignisse und Einflüsse der Epoche, die das Schreiben geprägt haben. - Eine gründliche Analyse seziert Symbole, Motive und Charakterentwicklungen, um tiefere Bedeutungen offenzulegen. - Reflexionsfragen laden Sie dazu ein, sich persönlich mit den Botschaften des Werkes auseinanderzusetzen und sie mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.



Klappentext

Dieses eBook: "Die Amtmannin von Hohenweile" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Benedikte Naubert (1752-1819) war eine deutsche Schriftstellerin, die - überwiegend anonym - über 50 historische Romane veröffentlichte. Sie gilt als eine der Begründerinnen des historischen Romans in Deutschland. Aus dem Buch: "Wir langten in der Stadt an, und traten bey einem alten unverehelichten Herrn ab, der uns in unsern glücklichen Tagen oft zu besuchen pflegte, aber mich fast nie zu sehen bekam. Er kannte mich nicht, und als mein Vater mich ihm als seine Tochter vorstellte, und ihm die Ursach meiner Erscheinung in der Stadt erklärte, so mußte es sich ganz sonderbar fügen, daß auch er eine Haushälterin brauchte, und mir mit den besten Bedingungen diese Stelle antrug. Ich, die keine Freundin von solchen sonderbaren Fügungen war, wandte vor, daß ich mich schon anderwärts verbindlich gemacht habe; seine Anerbietungen stiegen so wie meine Weigerungen, und er versprach auf die letzt nicht viel weniger, als mich, blos aus alter Freundschaft für meinen Vater, zu seiner Erbin einzusetzen."

Titel
Die Amtmannin von Hohenweile (Vollständige Ausgabe)
Untertitel
Historischer Roman
kommentiert von
Editor
EAN
9788026853725
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
0.65 MB
Anzahl Seiten
270