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Autorentext
Caroline Oblasser leitet den Salzburger Verlag edition riedenburg. Sie ist Mutter von vier Töchtern und liebt es, gemeinsam mit der Familie unterwegs zu sein. Vor allem im zauberhaften Salzburger Land. Wenn sie nicht gerade an einem neuen Buch arbeitet, geht sie mit ihren Kindern gerne spazieren und erkundet neue Orte. Auf diese Weise schöpft sie Kraft für das interessante Verlagsprogramm der edition riedenburg und die vielen unterschiedlichen Themen. Caroline ist außerdem promovierte Sprachwissenschaftlerin und hat am Salzburger Mozarteum Violoncello mit Schwerpunkt Kammermusik studiert.
Klappentext
Die junge Lilly Moser trifft im österreichischen Salzburg auf Matthew, einen US-amerikanischen Freund ihrer Eltern. Doch aus dem abendlichen Genuss der aktuellen "Norma"-Produktion des Salzburger Opernhauses wird nichts, denn mit einem Mal entspinnt sich ausgerechnet an der Mailänder Scala eine mysteriöse Geschichte rund um Vincenzo Bellinis Meisterwerk:Der ewig neidische Konkurrent Gaetano Donizetti, der faule Impresario Domenico Barbaja und Bellinis Ab-und-zu-Geliebte Giuditta Turina sind Teil eines großen Komplotts, dessen Ziel es ist, den unangenehm stark talentierten Vincenzo Bellini prestissimo zu beseitigen.Kann Lilly gemeinsam mit Bellinis bestem Freund Francesco Florimo und dem jungen Giuseppe Verdi das intrigante Schauspiel noch vor der Casta Diva-Arie unblutig beenden - oder wird der eiserne Sichelmond auf Bellini niederfahren?Ein scharfer Opernkrimi, der auch musikalischen Laien die Zeit des Belcanto schmackhaft macht. Mit einem stichhaltigen Personen-Register und begleitenden Anmerkungen.
Leseprobe
Der Schandfleck . Ohne auf die im Raum anwesenden Personen Rücksicht zu nehmen, zückte Signore Niccolò das Monokel, welches er zur Sicherheit und für Situationen wie die jetzige immer bei sich trug. Professoral begann er, auf verächtliche Art und Weise im Exposé der Norma' zu blättern, das ihm Bellini vor Kurzem zugeschickt hatte, um wie gewohnt die Meinung seines geschätzten Lehrers einzuholen. Es kümmerte Zingarelli freilich wenig, dass einzelne Skizzenblätter aus dem Stapel herausgerissen wurden und auf den Boden segelten, denn ein abermaliges Räuspern, das diesmal so gewaltig war, dass man es bestimmt bis weit in den Orchestergraben hin vernehmen konnte, ließ erkennen, dass es nun ans Eingemachte ging. Nun gut., sagte er quasi als Begrüßung, da er es bis dato ja offensichtlich zu vermeiden gewusst hatte, irgendein freundliches oder aufmunterndes Wort über die Lippen zu bringen, . hier haben wir also die Norma'. Und dabei sprach er Norma' so aus, als würde es sich um eine Krankheit handeln. Signore, Maestro Maestro Zingarelli, Signore., versuchte Francesco, der die Stimmung des ehemaligen Lehrers wohl zu deuten wusste, mit einem Glas Rotwein mildernde Umstände zu erwirken. Ruhe jetzt! Setzt Euch, und zwar beide!, erteilte dieser Francesco eine herbe Abfuhr. Zingarelli ließ sich von der Tatsache, dass sein Ex-Zögling Vincenzo Bellini inzwischen ein gefeierter Opernstar war, dem zumindest der weibliche Teil Italiens gänzlich zu Füßen lag, alles andere als beeindrucken. Vielmehr dachte er an das, was ihm die beiden Freunde vor einigen Jahren noch angetan hatten, als sie wieder und wieder seinen Unterricht am Conservatorio durch aufmüpfige Kommentare zu stören wussten. Bei der Norma', fuhr er fort, handelt es sich augenscheinlich um eine Oper. Als hätte er dies gerade erst herausgefunden, hielt er inne, um nach kurzem Kopfschütteln seinen Gedanken wieder aufzunehmen. Eine Oper von Vincenzo Bellini, eine Oper von meinem Schüler! Zingarelli sprach in einem Tonfall, der allen Beteiligten verriet, dass er mit seiner letzten Bemerkung keine Frohbotschaft verkündete. Während sich die angespannte Lage nach und nach zuspitzte, fand der Maestro, wonach er suchte. Er musste bis zum dritten Akt der Oper vorblättern, um nun endlich gefestigt und mit nach wie vor starrem Blick seine Anklageschrift zu verlesen.22 Kämpfe! Kämpfe! Die gallischen Eichen sind nicht stärker als Galliens Mann, wie das hungernde Raubtier die Herden, fällt er die römischen Phalanxe an. Forsch ging er rezitierend auf und ab. . Schlachtgemetzel! Vertilgung und Rache! Falle Wucht und der Sturmbock erkrache. Wie die Distel der Sichel erlieget, sei der Römer durch Schwerter besieget. Sein Schritt wurde schwerer. . Stürzt die Adler, beschneidet die Schwingen, tötet alles, was Waffen noch trägt. Vincenzo, ich möcht' Dir sagen, tötet alles, was Norma' noch spielt. De…