Cem Ekmekcioglu wurde 1965 in Wiesbaden geboren und studierte Medizin an der Universität in Wien. Er ist Facharzt für Physiologie sowie Ernährungsmediziner. Seit 1994 lehrt und forscht er als außerordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Physiologie an der Medizinischen Universität in Wien. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Wien.
Forever young oder later old?
Der Traum vom ewigen Leben ist so alt wie die Menschheit selbst. Können wir den Alterungsprozess wirklich beeinflussen und unser Leben verlängern? Oder versprechen Experten und Pseudoexperten uns das Blaue vom Himmel, wenn sie »Verjüngungspillen« oder »Anti-Aging-Hormone« anpreisen? Cem Ekmekcioglu räumt mit Mythen und falschen Vorstellungen zum Thema Altern auf.
Ist unser Alter individuell vorprogrammiert, oder können wir unseren Alterungsprozess beeinflussen? Cem Ekmekcioglu behandelt die verschiedenen Theorien des Alterns, beschreibt, welche körperlichen Veränderungen stattfinden, wenn wir älter werden, und zeigt, was wir tun können, um lange und gesund zu leben. Dabei spart er auch die negativen Seiten des Alterns wie Einsamkeit, Gebrechlichkeit oder die veränderte Zeitwahrnehmung nicht aus. Und wird die Wissenschaft das »Altersgen« finden, das wir nur »abschalten« müssten? Oder wird sie andere Therapien entwickeln, die uns ein (fast) unendlich langes Leben bescheren? Cem Ekmekcioglu gibt die Antworten.
Autorentext
Cem Ekmekcioglu wurde 1965 in Wiesbaden geboren und studierte Medizin an der Universität in Wien. Er ist Facharzt für Physiologie sowie Ernährungsmediziner. Seit 1994 lehrt und forscht er als außerordentlicher Universitätsprofessor am Institut für Physiologie an der Medizinischen Universität in Wien. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Wien.
Zusammenfassung
Forever young oder later old? Der Traum vom ewigen Leben ist so alt wie die Menschheit selbst. Können wir den Alterungsprozess wirklich beeinflussen und unser Leben verlängern? Oder versprechen Experten und Pseudoexperten uns das Blaue vom Himmel, wenn sie »Verjüngungspillen« oder »Anti-Aging-Hormone« anpreisen? Cem Ekmekcioglu räumt mit Mythen und falschen Vorstellungen zum Thema Altern auf. Ist unser Alter individuell vorprogrammiert, oder können wir unseren Alterungsprozess beeinflussen? Cem Ekmekcioglu behandelt die verschiedenen Theorien des Alterns, beschreibt, welche körperlichen Veränderungen stattfinden, wenn wir älter werden, und zeigt, was wir tun können, um lange und gesund zu leben. Dabei spart er auch die negativen Seiten des Alterns wie Einsamkeit, Gebrechlichkeit oder die veränderte Zeitwahrnehmung nicht aus. Und wird die Wissenschaft das »Altersgen« finden, das wir nur »abschalten« müssten? Oder wird sie andere Therapien entwickeln, die uns ein (fast) unendlich langes Leben bescheren? Cem Ekmekcioglu gibt die Antworten.
Leseprobe
II Theorien des Alterns
Obwohl Dutzende Theorien existieren, hat die Wissenschaft noch keine allgemeingültige Erklärung für das Altern gefunden. Akzeptiert wird, dass das Altern ein körpereigener, genetisch und evolutionär bedingter Mechanismus ist, der dazu da ist, das Überleben unserer Spezies zu sichern. So gesehen ist die Phase der Reproduktion bis zum maximal fünfzigsten Lebensjahr die wichtigste Zeit in unserem Leben. Danach, so könnte man spekulieren, wird der Mensch nicht mehr gebraucht. Jedoch hat sich unsere Welt geändert. Heutzutage werden ältere Menschen nicht nur als erfahrene Mitarbeiter geschätzt, sondern auch als Familienmitglieder, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die jüngere Generation weitergeben.
Grundsätzlich kann man die Alterungstheorien in zwei Bereiche einteilen. Altern ist vorbestimmt, und Altern ist das Resultat von externen und internen Schädigungen. Der erste Bereich bezieht sich darauf, dass von der Befruchtung des Eis mit dem Spermium bis zum Tod alles programmiert ist. Ein übergeordnetes Zentrum ("die biologische Uhr") bestimmt in diesem Fall unsere Lebensspanne und die (Alters-)Veränderungen, die während des Lebens auftreten. Der zweite Bereich bezieht sich auf ständige Schädigungen der Zellen durch Umwelteinflüsse, freie Radikale oder sonstige schädigende Substanzen. Hierauf werde ich in Kapitel 13 näher eingehen.
Fünf der bekanntesten und anerkanntesten Theorien werde ich in den folgenden Kapiteln erläutern.
9 Altern als genetischer Prozess
Diese Theorie geht davon aus, dass einige (Alters- oder Langlebigkeits-)Gene sowohl den Alterungsprozess als auch die Lebensspanne regulieren. Gestützt wird die Theorie einerseits durch Versuche an Mäusen sowie an Modellorganismen wie der Fruchtfliege, dem Fadenwurm und der Bierhefe. Bei diesen Organismen wurden Gene identifiziert, die den Alterungsprozess steuern. Ferner ist aus vielen Beobachtungen bekannt, dass die Angehörigen bestimmter Familien ein hohes Alter erreichen, während das in anderen Familien nicht der Fall ist. Auch Studien bei Zwillingen weisen auf eine Rolle der Gene beim Alterungsprozess hin. Außerdem haben verschiedene Spezies eine unterschiedliche maximale Lebensspanne, die genetisch mitbestimmt wird. Überdies konnten zahlreiche Studien zeigen, dass Hundertjährige relativ häufiger ein günstigeres genetisches Profil aufweisen, das zum Beispiel vor Arteriosklerose (Arterienverkalkung) und Alzheimer-Erkrankung schützt. Schließlich ist seit den Sechzigerjahren des letzten Jahrhunderts bekannt, dass Zellen von vielzelligen Organismen eine begrenzte Teilungsfähigkeit besitzen. Nach etwa fünfzig Teilungen in der Gewebekultur ist Schluss. Dieses Limit wird auch Hayflick-Limit genannt und wird in Kapitel 15 ausführlicher vorgestellt. Dieses Teilungslimit wird auf der Genebene bestimmt.
Studien an Modellorganismen
Um genauer und wissenschaftlich fundiert den (genetisch bestimmten) Alterungsprozess untersuchen zu können, bedient man sich in der Wissenschaft häufig unterschiedlicher Organismen, die unter kontrollierten Bedingungen verschiedenen Einflüssen ausgesetzt werden, beispielsweise einer energiereduzierten Kost, vor allem aber genetischen Veränderungen. Die wesentlichen Erkenntnisse, die durch Experimente an diesen so genann ten Modellorganismen erzielt werden können, werden durch die Untersuchung der Interaktion zwischen Erbgut, Bildung von Proteinen und ihrer Wirkungen auf die Lebensspanne von Organismen gewonnen. Dabei können Gene nicht nur inaktiviert, sondern auch Mutationen von Genen auf die Lebensdauer überprüft werden. Es sind daher vor allem Organismen geeignet, die ein einfaches Genom sowie eine relativ kurze Folge an Generationen besitzen. Daneben sollte ihre Haltung unter Laborbedingungen auch relativ anspruchslos sein.
Ein häufig verwendeter Modellorganismus, der diese Eigenschaften besitzt, ist die
Inhalt