How should we understand the political dimensions of "committed literature"? Neither the notion of "commitment" nor a list of political discourses in which post-war literature was engaged fully answer this question. Only by analyzing the function of religion in staging political authorship, an area previously neglected by scholars, does it become possible to fully appreciate the political content of post-war literature.



Autorentext

Christian Sieg, Westfälische Wilhelms-Universität Münster.



Klappentext

Wie kann das Politische der ,engagierten Literatur' der Nachkriegszeit gefasst werden? Weder der Verweis auf den Begriff ,Engagement' noch die Auflistung der Diskurse, in denen sich die Nachkriegsliteratur politisch positioniert hat, beantwortet diese Frage. Die vorliegende Studie entwickelt auf der Grundlage von Pierre Bourdieus Feldtheorie einen literatursoziologischen Autorschaftsbegriff und zeigt auf, wie die Inszenierung von Autorschaft der Literatur eine politische Funktion zuschreibt. Für die Legitimation ihrer Literatur greifen ,engagierte' Autorinnen und Autoren in ihren literarischen Texten auf gesellschaftlich anerkannte Kulturmuster zurück. Von der Kirchenkritik der 1950er- bis zur apokalyptischen Rhetorik der 1980er-Jahre beziehen sie sich in diesem Sinne insbesondere auf religiöse Motive, Narrative und Diskurse. Erst die Analyse der von der literaturwissenschaftlichen Forschung bislang lediglich am Rande thematisierten Funktion der Religion für politische Autorschaft erlaubt es, den politischen Gehalt der Nachkriegsliteratur ganz zu erschließen.

Titel
Die engagierte Literatur und die Religion
Untertitel
Politische Autorschaft im literarischen Feld zwischen 1945 und 1990
EAN
9783110526516
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
2.32 MB
Anzahl Seiten
649
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