Damaris Kofmehl ist eine christliche Bestsellerautorin. Die Schweizerin aus Zürich schrieb ihr erstes Buch mit 15 Jahren und hat seither 40 Bücher veröffentlicht, welche in mehrere Sprachen übersetzt wurden, darunter eine Fantasy-Trilogie und 23 Thriller, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Ihre Buchrecherchen führten sie unter anderem nach Brasilien, Pakistan, Guatemala, Chile, Peru, Australien und in die USA. Mit ihren Büchern, die häufig von wahren und heftigen Lebensgeschichten handeln, (Bankräuber, Drogendealer, Mörder etc.) möchte sie aufzeigen, dass es für Gott keine unmöglichen Fälle gibt und dass sich ein Leben mit ihm lohnt.
Autorentext
Damaris Kofmehl ist Bestsellerautorin und erzählt wahre Begebenheiten als True-Life-Thriller, Fantasy und Biografien. Ihre Buchrecherchen führten sie unter anderem nach Brasilien, Pakistan, Guatemala, Chile, Peru, Australien und in die USA. Sie lebte lange unter Straßenkindern in Brasilien und heute wieder in ihrem Heimatland, der Schweiz. www.damariskofmehl.ch
Leseprobe
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DIE EINLADUNGDie Sonne stand bereits hoch am Himmel, als Leandros Handy klingelte. Ein müdes Grummeln war zu hören. Der Zwanzigjährige streckte seine Hand unter der Bettdecke hervor, tastete blind auf dem Nachttischchen herum, bekam das vibrierende Mobiltelefon zwischen die Finger und zog die Hand zurück unter die warme Decke.
»Ja? Hallo?«
»Hey, Leo! Bist du das?«
»Ja«, brummte der junge Mann müde. »Wer ist da?«
»Ich bin's, dein Freund Benni!«
»Ich kenne keinen Benni.«
»Wir sind zusammen in die sechste Klasse gegangen! Erinnerst du dich nicht an mich? Benni, dein Freund und Leidensgenosse?«
»Benni?!« Leandro warf die Bettdecke zurück und blinzelte gegen das Tageslicht. »Benni Meier?!«
»Ganz genau! Ich hatte gehofft, dass du noch dieselbe Nummer hast. War mir nicht sicher nach all den Jahren. Lange her, was?«
»Eine Ewigkeit!« Erst jetzt bemerkte Leandro, dass er noch immer dieselbe nasse Kleidung trug wie auf der Brücke. Die Feuchtigkeit hatte sich in die Bettdecke und das Spannleintuch gesogen.
»Wie geht's dir?«, fragte Leandro seinen alten Schulkameraden aus reiner Höflichkeit. Eigentlich hatte er keinen Bock, sich mit ihm zu unterhalten. Sie waren zwar zusammen zur Schule gegangen, aber dicke Freunde waren sie nie gewesen.
»Mir geht's gut«, sagte Benni fröhlich und kam gleich auf den Punkt. »Ich würde dich über Pfingsten gerne nach Afrika einladen. Hättest du Lust?«
»Afrika? Wie kommst du darauf, mich nach Afrika einzu-laden?«
»Ein Freund ist kurzfristig abgesprungen. Und da bist du mir eingefallen. Keine Ahnung wieso. Jedenfalls ist die Safari bereits gebucht und wir haben einen Platz frei. Na, was sagst du?«
Leandro dachte kurz nach. An Pfingsten hatte er noch nichts vor, und dass Benni ihn nach jahrelanger Funkstille ausgerechnet am Morgen, nachdem er beinahe von einer Brücke gesprungen war, kontaktierte, konnte kaum ein Zufall sein. Außerdem hatte er Gott um ein Zeichen gebeten. Vielleicht war das ein Zeichen.
»Wer ist sonst noch dabei?«
»Zwei Freunde von mir, Daniel und Philipp. Sind beide aus meiner Kirche.«
»Aha«, sagte Leandro. Er hatte befürchtet, dass es einen Haken gab. »Du weißt schon, dass ich die Fronten gewechselt habe, Benni, oder?«
»Wie, die Fronten gewechselt?«
»Ich gehör nicht mehr zum frommen Lager. Ich meine, wirklich nicht mehr.« Er betrachtete die Klauenringe an seinen Fingern.
»Oh«, meinte Benni, machte eine Pause und fügte hinzu: »Na, dann haben wir uns ja einiges zu erzählen auf dem Flug nach Lumbana! Du müsstest dich übrigens noch gegen Dengue impfen lassen. Und dein Reisepass sollte noch mindestens sechs Monate gültig sein. Du hast doch einen Reisepass, oder?«
»Hab ich, ja, aber ...«
»Gut! Ich schick dir die Reisedetails auf dein Handy. Das wird super!«
Leandro gab es auf. Offenbar war es in Bennis Augen bereits eine beschlossene Sache, dass er mitkam.
Nun, vielleicht wird es ja ganz amüsant werden, überlegte Leandro. Und falls mir die drei frommen Pappnasen zu langweilig oder zu nervig werden, kann ich immer noch mein eigenes Ding durchziehen. Bestimmt würde er irgendwo einen interessanten Voodooladen finden. Man konnte nie wissen, was das Schicksal in Afrika für ihn bereithielt.
Zwei Wochen später traf sich Leandro mit Benni, Daniel und Philipp am Flughafen. Um sicherzugehen, dass sie wussten, mit wem sie es zu tun hatten, zog Leandro seine schwarze Kluft und alle Klauenringe an, die er finden konnte, und schminkte sich schwarz um die Augen. Er hätte es genauso gut lassen können, denn es schien keinen zu interessieren, dass er wie ein Zombie gekleidet war. Stattdessen kam Benni - der sich kein bisschen verändert hatte, wie es schien - strahlend auf ihn zu, umarmte ihn stürmisch und sagte:
»S