Studienarbeit aus dem Jahr 2002 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,7, Ruhr-Universitt Bochum, Veranstaltung: HS Anna Seghers: Romane und kleine Prosa, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Juni 1943 kndigt die Schriftstellerin Anna Seghers, die als einzige Tochter eines jdischen Antiquittenhndlers am 19. November 1900 in Mainz geboren wurde, in einem Brief an Wieland Herzfelde "etwas ganz Neues, Unvorhergesehenes"1 an. Die sich im mexikanischen Exil befindende und damit vor der Verfolgung in der Heimat flchtende Seghers deutete mit diesem Ausspruch auf ihre geplante Erzhlung "Der Ausflug der toten Mdchen" hin, die allerdings erst 1946 in New York verffentlich werden sollte. Ein Unfall, in Folge dessen die Autorin fr mehrere Wochen zwischen Leben und Tod schwankte, unterbrach fr einige Zeit ihr Arbeiten an dem Werk. "Der Ausflug der toten Mdchen" gehrt heute auch wegen des fr Seghers ungewhnlichen autobiographischen Ansatzes zu den wohl meist beachteten und den am hufigsten interpretierten Geschichten. Es ist das einzige Werk, in dem sich Seghers gnnt, von sich selbst, ihrer Familie und ihrem Umfeld zu sprechen. Die Ich-Erzhlerin unternimmt in der Mittagsglut einen Ausflug in den mexikanischen Bergen. In einem Zustand von Mdigkeit verwandelt sich die kahle Gebirgswelt in eine ppige Rheinlandschaft und es berwltigt sie eine Kindheitserinnerung: die Dampferfahrt ihrer Schulklasse zu einem Ausflugsort bei Mainz kurz vor dem ersten Weltkrieg. Die Ich-Erzhlerin ist mit ihren Freundinnen Marianne und Leni an der Schaukel, spter mit den anderen Mitschlerinnen und den Lehrerinnen an der Kaffeetafel. Des Weiteren erlebt sie die Begegnung mit einer Jungenklasse und deren Lehrern, anschlieend die Heimfahrt und den Gang durch Mainz nach Hause. Das Traumbild verschwindet erst, als sie in die eigene Wohnung eilen will. In der folgenden Arbeit soll nun versucht werden, die strukturelle Einteilung des Werkes in eine Rahmen- und Binnengeschichte aufzuzeigen und zu beleuchten. Des Weiteren soll die gewhlte berschrift "Ein therapeutischer Schreibversuch" sowohl anhand der beispielhaften Charaktere der Marianne auf eine deutsche Schuld an den Vorkommnissen des Dritten Reiches bezogen werden als auch in einem abschlieenden Teil unter Bercksichtigung des autobiographischen Bezuges auf das Leben der Autorin.