Die Studie analysiert den wissenschaftlichen Diskurs zu Geschlecht in der Schule. Sie ordnet zentrale Positionen, Kontroversen und Handlungsperspektiven systematisch ein und liefert fundierte Impulse für Bildungsforschung und pädagogische Praxis

Die Publikation analysiert den wissenschaftlichen Diskurs zur Bedeutung von Geschlecht für Lehren und Lernen in der Schule und schafft einen systematischen Überblick über zentrale Positionen, Argumentationslinien und Kontroversen. Im Mittelpunkt steht eine wissenssoziologische Diskursanalyse wissenschaftlicher Veröffentlichungen zu Geschlecht im schulischen Kontext. Die Studie rekonstruiert Problemdefinitionen, Erklärungsansätze und pädagogisch-didaktische Handlungsempfehlungen und untersucht, wie wissenschaftliches Wissen über Geschlecht, Schule und Bildung entsteht und wirksam wird. Dabei werden unterschiedliche Perspektiven auf Jungen-, Mädchen- und Geschlechterfragen kritisch eingeordnet. Die Publikation richtet sich an Wissenschaftler:innen, Lehramtsstudierende sowie Fachkräfte aus Bildungsforschung, Schulpädagogik und Wirtschaftspädagogik.

Daniel, Desiree (2022). Geschlecht als pädagogische Herausforderung?!. Eine diskursanalytische Studie über den wissenschaftlichen Diskurs zu der Frage der Bedeutung von Geschlecht für das Lehren und Lernen in der Schule (1. Aufl.). Bielefeld: EUSL bei wbv Publikation. https://doi.org./10.3278/9783763970643

Autorentext

Frau Dr. Desiree Daniel-Söltenfuß ist Akademische Rätin am Department Wirtschaftspädagogik der Universität Paderborn. Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Bildungsgerechtigkeit, Gender und Schule, kommunales Bildungsmanagement, Berufspädagogik, Wissensmanagement. Sie war Doktorandin am Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik Prof. Dr. Peter F. E. Sloane, Universität Paderborn.



Klappentext

Berufsbildende Schulen unterliegen einem ständigen Wandlungs- bzw. Weiterentwicklungsprozess und stehen dabei vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Diese können bspw. von außen aufgrund von veränderten Vorgaben auf Landesebene entstehen, sich von innen durch schulinterne Entwicklungen ergeben oder auf Grundlage der Schülerklientel notwendig sein. Um diesen Veränderungen gerecht zu werden, ist eine zielgerichtete Entwicklungsarbeit des Lehrerkollegiums im Rahmen der Schul- und Bildungsgangentwicklung erforderlich. Berufsbildende Schulen begegnen diesen Herausforderungen dabei sehr individuell und im Rahmen eigener Adaptionen und Interpretationen. Die Studie erforscht, wie Akteure an berufsbildenden Schulen die dazu notwendige Adaptionsleistung bei Bildungsgang- und Unterrichtsentwicklungsprozessen erbringen und inwiefern sich diese Prozesse bei einer Berücksichtigung von Qualitätsmanagement verändern. An zwei Untersuchungsfällen erforscht die objektiv-hermeneutische Studie dazu kollektive Deutungsmuster. Die zentrale Kernaussage lautet, dass ein Qualitätsmanagement an berufsbildenden Schulen die pädagogischen Kernprozesse und Gestaltungsaufgaben von Lehrkräften bisher kaum zu unterstützen vermag. Im Kontext eines Managements von Prozessen und Qualitäten sind unterschiedlich gelagerte Vereinbarkeitsproblematiken sowie Unschärfen bzgl. der Entwicklungsmethoden und -inhalte in Schul- und Bildungsgangentwicklung vermehrt durch kollektiv verhandelte (Team )Strukturen begründet. Die Ergebnisse der Studie sind einerseits im Rahmen vertiefender Einsichten zur Umsetzung von Qualitätsmanagement-Modellen in der Praxis dienlich, andererseits geben die analysierten Entwicklungs- und Innovationsprozesse Aufschlüsse über Möglichkeiten zur verbesserten Implementation von Qualitätsmanagement im Rahmen von Organisationsentwicklungsmaßnahmen. Die Studie richtet sich an interessierte Leser der objektiven Hermeneutik sowie an schulische Akteure mit Interesse an Qualitätsmanagement.



Inhalt
Teil I: Hinführung - Relevanz, Intention und Aufbau der Arbeit 1 Problemstellung und Relevanz der Arbeit 2 Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen 3 Aufbau der Arbeit Teil II: Kontext und Problemraum der Studie 4 Schulische Bildung und Geschlecht 4.1 Gegenwärtige Situation und historische Entwicklungsprozesse 4.2 Annäherung an den Bildungsbegriff 5 Geschlecht in der Forschung 5.1 Allgemeine soziologische Geschlechterforschung 5.2 Die pädagogische Geschlechterforschung 6 Geschlecht und Gesellschaft: Entwicklungen und Diskurse 6.1 Politik 6.2 Medien 6.3 Alltag Teil III: Konzeption und Einordnung des diskursanalytischen Vorgehens 7 Wissenschaftstheoretische und methodologische Verortung 7.1 Wissenschaftstheoretische Einordnung und Grundüberlegungen 7.2 Diskursverständnis und -zugang 7.3 Rahmende diskurstheoretische Konzepte 8 Überblick über den Forschungsprozess und die Methodik 8.1 Forschungsprozess im Rahmen der vorliegenden Studie 8.2 Methodischer Zugang zum Diskurs 9 Datenerhebung und Datenbasis 9.1 Suche und Auswahl von geeigneten Texten zur Analyse des Diskurses 9.2 Einordnung der Datenbasis 10 Datenanalyse und Diskursrekonstruktion 10.1 Verfahren der feinanalytischen Rekonstruktion und Analyseprozess 10.2 Analysekonzepte 10.3 Analytische Werkzeuge zur Erschließung der Diskursinhalte 10.4Konkrete Schritte der Analyse Teil IV: Ergebnisse der Diskursanalyse 11 Argumentationslinien im Diskurs 11.1 Inhaltliche Darstellung der Positionen und Narrationen 11.2 Verortung der Positionen 12 Thematische Schwerpunkte im Diskurs und ihre inhaltliche Erörterung 12.1 Inhaltliche Darstellung der Schlüsselthemen 12.2 Zusammenhänge zwischen den Schlüsselthemen Teil V: Zusammenführung, Reflexion und Ausblick 13 Zusammenfassung und Reflexion der Studie 13.1 Zusammenführung der Ergebnisse 13.2 Ausarbeitung und Diskussion ausgewählter Inhalte 13.3 Reflexion des methodologischen und methodischen Zugangs 14 Ausblick und Fazit 14.1 Desiderata 14.2 Abschließendes Fazit
Titel
Geschlecht als pädagogische Herausforderung?!
Untertitel
Eine diskusanalytische Studie über den wissenschaftlichen Diskurs zu der Frage der Bedeutung von Geschlecht für das Lehren und Lernen in der Schule
EAN
9783763970643
Format
E-Book (pdf)
Hersteller
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Anzahl Seiten
412
Größe
H21mm x B15mm
Lesemotiv