Als sein Vater stirbt, reist Didier Eribon in seine Heimatstadt, die er jahrzehntelang gemieden hat. Gemeinsam mit seiner Mutter sieht er sich Familienfotos an und macht sich auf eine Erinnerungsreise in die eigene Vergangenheit. Dabei stößt er auf die blinden Flecke der Gesellschaft: die Ausgrenzungsmechanismen eines Bürgertums, dem er als Intellektueller inzwischen selbst angehört. Brillant verknüpft Eribon das autobiografische Schreiben und seine persönlichen Bekenntnisse mit scharfsinniger soziologischer Reflexion. Er beschreibt die Homophobie und den »volkstümlichen Alltagsrassismus« seines Herkunftsmilieus, seine eigenen Erfahrungen als Homosexueller mit Stigmatisierung und Gewalt und beleuchtet den politischen Rechtsruck einer einst kommunistischen Arbeiterklasse.
Autorentext
Didier Eribon, geboren 1953, ist ein französischer Soziologe und Philosoph. Seine Bücher Rückkehr nach Reims und Eine Arbeiterin. Leben, Alter und Sterben wurden zu Bestsellern, Michel Foucault. Eine Biographie zum Standardwerk. 2024 wurde er mit dem Prix de l'Académie de Berlin ausgezeichnet, 2026 erhielt er den Soul of Stonewall Award des CSD Berlin.