Die Sorben lebten ebenso wie die Nordfriesen, Dänen und teilweise die Polen im 20. Jahrhundert unter deutschsprachiger politischer Führung. Dementsprechend waren sie im Ringen um kulturelle Autonomie stets von den deutschen politischen und administrativen Instanzen abhängig. Dabei war besonders das Bildungswesen stets ein Gradmesser für die Einstellung von Staat und Mehrheitsgesellschaft gegenüber seinen Minderheiten. Edmund Pech vergleicht in seinem Buch 'Ein Staat eine Sprache? Deutsche Bildungspolitik und autochthone Minderheiten im 20. Jahrhundert. Die Sorben im Vergleich mit Polen, Dänen und Nordfriesen' die Situation der Sorben mit der der anderen nationalen Minderheiten in Bezug auf die Entwicklung des Bildungswesens. Ausführlich schildert er Zäsuren, aber auch Kontinuitäten der Sprachen- und Minderheitenpolitik nach 1871, 1918, 1933 sowie 1945. Das Buch schließt mit einem Ausblick auf die heutigen Gegebenheiten im Schulwesen.

Autorentext

Pech absolvierte von 1987 bis 1992 ein Studium der Geschichte, Germanistik und Sorabistik an der Universität Leipzig. Von 1993 bis 1997 war er als Doktorand in der Abteilung Kultur- und Sozialgeschichte des Sorbischen Instituts tätig, er promovierte 1998 an der Freien Universität Berlin mit einer Dissertation zur Sorbenpolitik in der Deutschen Demokratischen Republik. Seit Oktober 1997 forscht Pech als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Kulturwissenschaften des Sorbischen Instituts, zwischen 2000 und 2012 übernahm er Lehraufträge zur sorbischen Geschichte an der Universität in Leipzig. Seit 2005 schreibt er als Fachredakteur Geschichte für die Letopis - Zeitschrift für sorbische Sprache, Geschichte und Kultur.

Pech forscht auf den Gebieten der Geschichte und Kultur sorbischen Lebens. Dabei untersucht er unter anderem das Schulwesen der Sorben, die Sozial- und Alltagsgeschichte der Sorben, sorbische Kulturgeschichte von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, die Kirchenpolitik in der zweisprachigen Lausitz, Organisationsstrukturen nationaler Minderheiten in der Zwischenkriegszeit sowie die Sorbenpolitik der DDR. Er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Schlesischen Instituts in Opole, im Redaktionsbeirat des Czech-Polish Historical and Pedagogical Journal der Brünner Masaryk-Universität und Mitglied der Sektion Geschichte der Macica Serbska.

Pech lebt in seiner Heimatstadt Bautzen.

Titel
Ein Staat eine Sprache?
Untertitel
Deutsche Bildungspolitik und autochthone Minderheiten im 20. Jahrhundert. Die Sorben im Vergleich mit Polen, Dänen und Nordfriesen,
EAN
9783742022769
Format
E-Book (pdf)
Digitaler Kopierschutz
Adobe-DRM
Dateigrösse
5.86 MB
Anzahl Seiten
352
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