"Wo Samen auf Ruinen fallen": Geschichten, Gedichte, Gedanken und Poetry Slam Texte über den Erhalt von Umwelt, Menschheit und Menschlichkeit von 30 Autor*innen - herausgegeben von Elias Raatz.

Arten sterben, Meere steigen, Demokratien bröckeln. Während wenige profitieren, zahlen viele den Preis. Während Hass wieder marschiert, wird Empathie zur Mangelware. In Wo Samen auf Ruinen fallen schreiben 30 Autor*innen mal lyrisch, mal prosaisch gegen Gleichgültigkeit und Ohnmacht an, irgendwo zwischen Klimakrise und Kapitalismuskritik, zwischen Faschismusangst und Zukunftsvision. Die einzelnen Texte handeln von brennenden Wäldern und brennenden Büchern. Von Mikroplastik im Ozean und Mikroaggressionen im Alltag. Vom Schweigen der Mitläufer*innen und vom Mut des Widerspruchs. Vom leisen Verschwinden der Empathie in einer auf Konkurrenz getrimmten Wirtschaftslogik. Und zugleich von all dem, was bleibt. Und wächst. Und keimt.

Dieses Buch ist kein moralischer Zeigefinger im Öko-Jutebeutel, kein dystopisches Weltuntergangsszenario im Feuilleton-Gewand und ganz sicher kein naiver Optimismus. Es ist ein literarisches Biotop, in dem unterschiedlichste Stimmen ihre ganz eigenen Antworten suchen tastend, wütend, liebevoll, düster, tröstend, sarkastisch, hoffnungsvoll oder schonungslos ehrlich. Dieser Sammelband ist literarischer Widerstand gegen das Wegschauen. Eine Einladung, Haltung zu zeigen. Und eine Erinnerung daran, dass Menschlichkeit kein Selbstläufer ist, sondern eine Entscheidung.

"Wo Samen auf Ruinen fallen" erzählt von ökologischen wie gesellschaftlichen Verlusten, von der Angst, dass wir mehr zerstören als bewahren, und von der Hoffnung, mehr bewirken zu können, als wir glauben. Zwischen ökologischer Katastrophe und gesellschaftlicher Erosion steht immer noch der Mensch. Fähig zur Zerstörung. Fähig zur Rettung. Fähig zur Gleichgültigkeit. Fähig zur Liebe. Literatur kann keine Polkappen wieder einfrieren lassen, aber sie kann vielleicht verhindern, dass unsere Herzen gefrieren. Vor allem kann sie aber Bewusstsein schaffen und manchmal beginnt genau dort Veränderung.

Mit Texten von:

Theresa Aurelia | Leander Bauer | Hubert Baumann | Paulina Behrendt | Mbayo Bona | Hanna Flieder | Maron Fuchs | Sarah Garstenstein | Der letzte Gerhard | Hannah Grünebaum | Madleen Haberstroh | Annika Hofmann | Laura Hybner | Marcel Ifland | Michael Jakob | Richard König | Achim Leufker | Joël Perrin | Antonia Prasser | Elias Raatz | Elena Sarto | Jacqueline Schauer | Theresa Scheuch | Marina Sigl | Theresa Sperling | Christine Teichmann | Klaus Urban | Daniel Wagner | Katharina Wenty | Emm Weyrauch



Autorentext
Der 1988 im Ruhrgebiet geborene Marcel Ifland ist Elektromonteur für Tankstellentechnik. Von 2007 bis zum Ende des Projekts 2018 war der nebenberufliche Satiriker einer der Hauptautoren der satirischen Internetenzyklopädie Stupidedia.org, einer Parodie auf die Wikipedia. So verkorkste er den Humor einer ganzen Internet-Generation. Da man irgendetwas machen muss, wenn man zu jung für den Fernsehgarten und zu unbekannt für das Dschungelcamp ist, hat Marcel Ifland seine Aktivitäten ab 2019 vermehrt auf die Bühne verlagert. Seitdem tingelt er mit einer Mischung aus Kurzgeschichten und Gehirnabfall über Bühnen, beispielsweise bei diversen Poetry Slam-Events.