Wie ordnen Ideen die Welt? Wie habenformen Leitvorstellungen von Ordnung politisch-soziale Veränderungsprozesse geformt? Wie wirken Umbrüche auf ideenpolitische Orientierungsmuster zurück?
Die Reihe Ordnungssysteme versteht sich als Forum einer methodisch erneuerten Ideengeschichte. Sie ist offen für vielfältige Ansätze von der Intellectual history bis zur Wissensgeschichte. Sie will den Blick weiten für Quellen und Kontexte, für Institutionen und Medien, die in der Geschichte politischer Ideologien der staatsbezogenen Ordnungsideen und der großen Werke keinen Ort haben. Ein thematischer Schwerpunkt der seit mehr als 25 Jahren bestehenden Reihe liegt auf der historischen Analyse und Kritik der Gegensätze und Gegenbegriffe, die den politischen Raum seit der Neuzeit einteilen: Ost und West, Nord und Süd, Staat und Gesellschaft, rechts und links, Vergangenheit und Zukunft, Zentren und Peripherien.
Klappentext
Die Verfassungsgeschichtsschreibung ist zwischen der Geschichts- und Rechtswissenschaft angesiedelt. Mit der Untersuchung ihrer personellen, ideengeschichtlichen und institutionellen Zusammenhänge erschließt Ewald Grothe einen wichtigen, aber bisher vernachlässigten Teil der deutschen Wissenschaftsgeschichte im 20. Jahrhundert. Die Verfassungsgeschichtsschreibung in Deutschland zwischen 1900 und 1970 ist durch eine weitgehende Kontinuität ihrer personellen Träger und ihrer inhaltlich-methodischen Ausgestaltung gekennzeichnet. Im Kontrast dazu wird ihr Gegenstand, die deutsche Verfassungsgeschichte, von der Diskontinuität der politischen Systeme geprägt. Der Autor untersucht Inhalt, Methode und Rezeption der verschiedenen Entwürfe zur Verfassungsgeschichtsschreibung, wobei die Historiker Otto Hintze und Fritz Hartung sowie der Jurist Ernst Rudolf Huber besonders in den Vordergrund rücken.