Nicht in den Bergen, nicht am Meer man ist auf einer Ebene in guter Höhe, grüne Felder, so weit das Auge reicht. Hier hat die Familie ihren Ursprung. Hier ist Marianne geboren. Ihre Großeltern führten den Dorfladen, in dem sich ihre Eltern kennengelernt haben. Die zogen der Arbeit wegen in die Stadt. Über dreißig Jahr später, als Marianne längst eine eigene Familie gegründet hat, kommt diese Landschaft mit Wucht zurück wie ein unsichtbarer Faden, der immer mitgelaufen ist. Mit einem Mal weiß sie, was ihr fehlt in ihrer Dreizimmerwohnung und was sie mit dem, was ihr Vater für sie erspart hat, anfangen will. Fanny Desarzens erzählt sanft und rhythmisch vom Lauf der Zeit und von der Kraft einer Landschaft. Von Menschen, die lieben und leiden, die Kinder großziehen und sie aus dem Haus gehen sehen. Die verbunden bleiben durch ihre Eigenarten, ihre Gesten, die ein Erbe weitergeben, das über mehrere Generationen hinweg Bestand hat und sich fortsetzt. Was von all dem bleibt? Vielleicht einfach ein Traum, der Traum von einem eigenen Haus auf dem Land, einem Garten mit Himbeeren und Rosmarin.
Ein feinsinniger Blick auf hundert Jahre Familiengeschichte, der die familiäre Prägung, das Erbe aufspürt das, was weitergegeben wird und über die Zeiten erhalten bleibt
Autorentext
Fanny Desarzens, 1993 geboren, hat in Genf den Studiengang Bildende Kunst abgeschlossen. Für ihr Debüt Berghütte wurde ihr der Schweizer Literaturpreis 2023 und der Terra Nova Preis der Schweizerischen Schillerstiftung verliehen. Auf Chesa Seraina (2025) folgt ihr dritter Roman Was von all dem bleibt, nominiert für den Publikumspreis des Westschweizer Radios und Fernsehens RTS. Fanny Desarzens lebt in Lausanne.Die Autorin im Videoporträt, produziert anlässlich des Schweizer Literaturpreises 2023 für ihren Roman Galel (dt. Berghütte); © BAK/inthenightprod
Leseprobe
»Josée hatte gelernt, nichts wegzuwerfen, alles wiederzuverwenden. Sie zeigte Marianne, wie man die Weinkorken für die Möbel brauchen konnte. Man schnitt sie in kleine Scheiben und klebte je eine unter jedes Bein eines Stuhls. So wurde das Parkett nicht zerkratzt. Aus altem Brot machte sie Semmelmehl. Sie verbrannte Orangenschalen, um den schlechten Geruch von Francis' Zigaretten zu überdecken. Vom Kochwasser machte sie Brühe, die Eierschalen benutzte sie, um die Wäsche zu bleichen. Alle Dinge verwertete sie, bis sich nichts mehr, wirklich gar nichts mehr damit anfangen ließ.«
Ein feinsinniger Blick auf hundert Jahre Familiengeschichte, der die familiäre Prägung, das Erbe aufspürt das, was weitergegeben wird und über die Zeiten erhalten bleibt
Autorentext
Fanny Desarzens, 1993 geboren, hat in Genf den Studiengang Bildende Kunst abgeschlossen. Für ihr Debüt Berghütte wurde ihr der Schweizer Literaturpreis 2023 und der Terra Nova Preis der Schweizerischen Schillerstiftung verliehen. Auf Chesa Seraina (2025) folgt ihr dritter Roman Was von all dem bleibt, nominiert für den Publikumspreis des Westschweizer Radios und Fernsehens RTS. Fanny Desarzens lebt in Lausanne.Die Autorin im Videoporträt, produziert anlässlich des Schweizer Literaturpreises 2023 für ihren Roman Galel (dt. Berghütte); © BAK/inthenightprod
Leseprobe
»Josée hatte gelernt, nichts wegzuwerfen, alles wiederzuverwenden. Sie zeigte Marianne, wie man die Weinkorken für die Möbel brauchen konnte. Man schnitt sie in kleine Scheiben und klebte je eine unter jedes Bein eines Stuhls. So wurde das Parkett nicht zerkratzt. Aus altem Brot machte sie Semmelmehl. Sie verbrannte Orangenschalen, um den schlechten Geruch von Francis' Zigaretten zu überdecken. Vom Kochwasser machte sie Brühe, die Eierschalen benutzte sie, um die Wäsche zu bleichen. Alle Dinge verwertete sie, bis sich nichts mehr, wirklich gar nichts mehr damit anfangen ließ.«
Titel
Was von all dem bleibt
Autor
Übersetzer
EAN
9783715275949
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Genre
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
0.87 MB
Anzahl Seiten
160
Lesemotiv
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