In "Die kleine Fadette" entfaltet George Sand eine ländliche Erzählung von bemerkenswerter psychologischer Feinheit: Im Mittelpunkt stehen die Zwillingsbrüder Landry und Sylvinet sowie die als Sonderling verachtete Fadette, deren Klugheit und moralische Festigkeit allmählich sichtbar werden. Der Roman verbindet pastorale Idylle, sozialkritischen Realismus und romantische Empfindsamkeit; er untersucht Vorurteil, Geschwisterbindung, Erwachsenwerden und die heilende Kraft wahrer Anerkennung im bäuerlichen Milieu des Berry. George Sand, 1804 als Aurore Dupin geboren, kannte diese Landschaft, ihre Dialekte, Sitten und sozialen Spannungen aus eigener Anschauung. Ihre literarische Arbeit war geprägt von republikanischen, humanitären und emanzipatorischen Überzeugungen, aber auch von einer tiefen Aufmerksamkeit für Volkskultur. "Die kleine Fadette" steht in ihrer Reihe von Dorf- und Bauernromanen, in denen sie einfache Menschen nicht folkloristisch verkleinert, sondern als Träger sittlicher und emotionaler Komplexität darstellt. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die eine zugängliche, zugleich gedankenreiche Erzählung suchen. Sand zeigt, wie Gesellschaft Außenseiter erschafft und wie Liebe, Bildung des Herzens und gerechtes Sehen solche Urteile überwinden können. Ein stiller Klassiker von bleibender Menschlichkeit. Diese erweiterte Ausgabe wurde mit großer Sorgfalt gestaltet, um Ihr Leseerlebnis zu bereichern. - Eine prägnante Einführung verortet die zeitlose Anziehungskraft und Themen des Werkes. - Die Synopsis skizziert die Haupthandlung und hebt wichtige Entwicklungen hervor, ohne entscheidende Wendungen zu verraten. - Ein ausführlicher historischer Kontext versetzt Sie in die Ereignisse und Einflüsse der Epoche, die das Schreiben geprägt haben. - Eine Autorenbiografie beleuchtet wichtige Stationen im Leben des Autors und vermittelt die persönlichen Einsichten hinter dem Text. - Eine gründliche Analyse seziert Symbole, Motive und Charakterentwicklungen, um tiefere Bedeutungen offenzulegen. - Reflexionsfragen laden Sie dazu ein, sich persönlich mit den Botschaften des Werkes auseinanderzusetzen und sie mit dem modernen Leben in Verbindung zu bringen. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.
Klappentext
Dieses eBook: "Die kleine Fadette (Vollständige deutsche Ausgabe)" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen.
George Sand (1804-1876) war eine französische Schriftstellerin, die neben Romanen auch zahlreiche gesellschaftskritische Beiträge veröffentlichte. Sie setzte sich durch ihre Lebensweise und mit ihren Werken sowohl für feministische als auch für sozialkritische Ziele ein. So rebellierte sie beispielsweise gegen die Beschränkungen, die den Frauen im 19. Jahrhundert durch die Ehe als Institution auferlegt waren, und forderte an anderer Stelle die gleichberechtigte Teilhabe aller Klassen an gesellschaftlichen Gütern ein. George Sand galt als "Vielschreiberin". Ungefähr 180 Bände hat sie in ihrem Leben veröffentlicht, dazu zahlreiche sozialkritische Artikel für Zeitschriften.
Aus dem Buch:
"Sylvain aber wußte nichts von Kranksein und setzte seinen Weg fort bis an die Grenze, denn man war jetzt in der Zeit der großen und glorreichen Kriege des Kaisers Napoleon. Trotzdem er niemals den geringsten Begriff vom Militärwesen gehabt hatte, beherrschte er sich doch so vollkommen, daß man ihn bald vor allen anderen als einen tüchtigen Soldaten erkannte, der in der Schlacht tapfer war, wie jemand, der nur die Gelegenheit sucht, sich töten zu lassen; und doch war er dabei der Disziplin unterwürfig und sanft wie ein Kind, aber hart gegen sich selbst und seine körperlichen Bedürfnisse gering achtend, wie es nur bei den ältesten seiner Kameraden zu finden war."
Zusammenfassung
Dieses eBook: "Die kleine Fadette" ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. George Sand (1804-1876) war eine französische Schriftstellerin, die neben Romanen auch zahlreiche gesellschaftskritische Beiträge veröffentlichte. Sie setzte sich durch ihre Lebensweise und mit ihren Werken sowohl für feministische als auch für sozialkritische Ziele ein. So rebellierte sie beispielsweise gegen die Beschränkungen, die den Frauen im 19. Jahrhundert durch die Ehe als Institution auferlegt waren, und forderte an anderer Stelle die gleichberechtigte Teilhabe aller Klassen an gesellschaftlichen Gütern ein. George Sand galt als "Vielschreiberin". Ungefähr 180 Bände hat sie in ihrem Leben veröffentlicht, dazu zahlreiche sozialkritische Artikel für Zeitschriften. Aus dem Buch: "Sylvain aber wußte nichts von Kranksein und setzte seinen Weg fort bis an die Grenze, denn man war jetzt in der Zeit der großen und glorreichen Kriege des Kaisers Napoleon. Trotzdem er niemals den geringsten Begriff vom Militärwesen gehabt hatte, beherrschte er sich doch so vollkommen, daß man ihn bald vor allen anderen als einen tüchtigen Soldaten erkannte, der in der Schlacht tapfer war, wie jemand, der nur die Gelegenheit sucht, sich töten zu lassen; und doch war er dabei der Disziplin unterwürfig und sanft wie ein Kind, aber hart gegen sich selbst und seine körperlichen Bedürfnisse gering achtend, wie es nur bei den ältesten seiner Kameraden zu finden war."
Leseprobe
Zweites Kapitel.
Inhaltsverzeichnis
Die Zwillinge wuchsen munter heran, ohne häufiger von Krankheiten heimgesucht zu werden, als andere Kinder auch; ja sie waren sogar von so sanfter und gutartiger Gemütsart, daß man hätte meinen können, das Zahnen und Wachsen mache ihnen lange nicht so viel zu schaffen, als der ganzen übrigen kleinen Welt.
Sie waren blond und blieben blond, ihr Leben lang. Sie waren von überaus einnehmender Erscheinung, hatten große blaue Augen, schön abfallende Schultern, einen ebenmäßigen Wuchs und eine gute Haltung. Dabei waren sie größer und von kühnerem Vorgehen, als alle ihre Altersgenossen. Die Leute aus der Umgegend, welche durch den Marktflecken la Cosse kamen, blieben stehen, um sie zu betrachten und wunderten sich über ihr gutes Benehmen. Im Weitergehen sagte jeder: »Wie allerlieb…