Das westdeutsche Theater und seine öffentlich geförderten Stadttheater geraten Ende der 1960er Jahre in eine Legitimationskrise. Auf welche gesellschaftlichen Anforderungen stellt das Dispositiv des westdeutschen Regietheaters der 1970er Jahre eine Antwort dar? Und wie sieht diese aus? Mit Michel Foucault als Gewährsmann entwickelt das Buch eine für die Theaterwissenschaft neue Methode der Dispositivanalyse. Im Dispositiv des Regietheaters der 1970er Jahre verschränken sich seit dem 19. Jahrhundert entwickelte Wissensbestände über das Theater und seine Akteure mit Fragen der Machtausübung innerhalb und außerhalb der Theaterinstitution. Zwischen Emanzipation und Erfahrung, zwischen gesellschaftskritischen Anspruch und zunehmender Individualisierung der Gesellschaft als Fallout der Protestbewegung nach 68 stillt das westdeutsche Regietheater der 1970er Jahre den Erfahrungshunger der Zeit.

Autorentext
Dr. Gerald Siegmund ist Professor für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Seine Forschungsschwerpunkte sind das Gegenwartstheater und der zeitgenössische Tanz, Ästhetik, Theatertheorien, Performance, Intermedialität und die vielfältigen Grenzbereiche des Theaters zu den anderen Künsten. Er hat zahlreiche Essays und Texte zu namhaften Choreografinnen und Choreografen geschrieben, u.a. zu William Forsythe, Meg Stuart, Jérôme Bel, Xavier Le Roy und Raimund Hoghe. Zuletzt erschienen: Theater- und Tanzperformance zur Einführung: Hamburg: Junius Verlag, 2020.
Titel
Zwischen Emanzipation und Erfahrung
Untertitel
Zum Dispositiv des westdeutschen Regietheaters der 1970er Jahre
EAN
9783534643486
Format
E-Book (pdf)
Veröffentlichung
20.04.2026
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
4.02 MB
Anzahl Seiten
572
Auflage
1. Auflage
Lesemotiv