Bushido, der Weg des Kriegers, polarisiert. Gegner wie Anhänger sind seit jeher mit missionarischem Eifer bei der Sache. Ist Bushido eine Art Religion? Zumindest ein Religionsersatz, aber auch Theater und Fiktion. Ausgehend von der Erfindung dieses Religionsersatzes in der Meiji-Zeit, werden die vielfältigen und widersprüchlichen Aspekte der Samurai-Erzählung in Japan, aber auch im Ausland analysiert. Dabei erweist sich der pseudo-religiöse, theatralische und fiktive Bushido, jenseits aller Romantisierung und aller Ideologiekritik, als ein wichtiger Katalysator für die japanische Suche nach Individualität und Identität. Eine neue, dekonstruktivistische Interpretation der Samurai-Erzählung, vor allem des berüchtigten Hagakure aus dem 18. Jahrhundert, bisher vor allem bekannt als Lieblingsfibel von Kamikaze-Piloten, Managern und Kampfkunstanhängern, vermittelt überraschende Einsichten Japan erklären kann und will sie nicht.

Autorentext

Dr. Gerhard Bierwirth (Jahrgang 1943) ist Literaturwissenschaftler und lebt in Frankfurt am Main.



Zusammenfassung
Bushido, der Weg des Kriegers, polarisiert. Gegner wie Anhanger sind seit jeher mit missionarischem Eifer bei der Sache. Ist Bushido eine Art Religion? Zumindest ein Religionsersatz, aber auch Theater und Fiktion. Ausgehend von der "e;Erfindung"e; dieses Religionsersatzes in der Meiji-Zeit, werden die vielfaltigen und widerspruchlichen Aspekte der "e;Samurai-Erzahlung"e; in Japan, aber auch im Ausland analysiert. Dabei erweist sich der pseudo-religiose, theatralische und fiktive Bushido, jenseits aller Romantisierung und aller Ideologiekritik, als ein wichtiger Katalysator fur die japanische Suche nach Individualitat und Identitat. Eine neue, dekonstruktivistische Interpretation der "e;Samurai-Erzahlung"e;, vor allem des beruchtigten "e;Hagakure"e; aus dem 18. Jahrhundert, bisher vor allem bekannt als Lieblingsfibel von Kamikaze-Piloten, Managern und Kampfkunstanhangern, vermittelt uberraschende Einsichten -"e;Japan erklren"e; kann und will sie nicht.

Inhalt
1. Der pseudo-religiöse, theatralische und fiktive Charakter des bushido Die Erfindung einer neuen Religion": Basil Hall Chamberlain · Die Theatralik der Samurai-Erzählung: Akutagawa statt Nitobe · Die literarische Fiktionalität der Samurai-Erzählung: Katsu, der Verlierer 2. Die Präsenz der Samurai-Erzählung in Japan und im Ausland Filme, Bücher, Alltagskultur und Vergangenheitsbewältigung · Die Samurai-Erzählung im Kontext von Krisensituationen 3. Die Sehnsucht nach einer neuen Politik und einem neuen Menschenbild Ideologiekritik an der Samurai-Erzählung: E. Herbert Norman · Das Bild vom neuen Menschen": Sakaguchi Ango 4. Die Samurai-Erzählung und der Begriff des Individualismus Theoretische Grundlagen des Individualismusbegriffs · Japanische Individualismusentwürfe: Fukuzawa Yukichi, Natsume Soseki und Yamazaki Masakazu · Über das Japanische" an japanischen Individualismusentwürfen 5. Wie japanisch waren die Samurai? Eine Relativierung Ikegamis The Taming of the Samurai und Freverts Ehrenmänner · Patronagesystem, Gruppenzwang und Anomie als Gegner eines japanischen Individualismus 6. Alles ist Text: Eine Dekonstruktion der Samurai- Erzählung Das Budoshoshinshu und die geistige Vorbereitung" von Bankangestellten, das Gorin-no sho und Musashi, Mishima Yukio und das Hagakure · Das Hagakure neu lesen 7. Der bushido als eine Projektionsfläche für die Suche nach Individualität
Titel
Bushido
Untertitel
Der Weg des Kriegers ist ambivalent
EAN
9783862059041
Format
E-Book (pdf)
Hersteller
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
1.05 MB
Anzahl Seiten
154
Lesemotiv