Im Sommer 1856 räumten italienische Steinbrucharbeiter eine kleine Höhle im Neandertal bei Düsseldorf aus. Sie stießen auf ungewöhnliche, stark versteinerte Knochen und eine dicke Schädeldecke mit massiven Überaugenwülsten. Sie ahnten nicht, dass diese staubigen Fragmente die Grundlage der gesamten westlichen Schöpfungsgeschichte erschüttern würden. Die elitäre viktorianische Wissenschaftselite weigerte sich zunächst strikt, die Existenz einer ausgestorbenen Menschenart anzuerkennen. Prominente Gelehrte erklärten den Schädel kurzerhand zum Überrest eines degenerierten Einsiedlers, eines an Rachitis erkrankten Kosaken oder eines primitiven Idioten. Die Akzeptanz des Neandertalers erforderte einen massiven intellektuellen Kraftakt, um die theologische Vorstellung einer unveränderlichen, perfekten Schöpfung aufzubrechen und Platz für Darwins gerade entstehende Evolutionstheorie zu machen. Dieses Buch dokumentiert den schmerzhaften Paradigmenwechsel der Anthropologie. Sie erforschen die geologische Datierung der ersten Funde, den erbitterten Streit zwischen Klerus und Anatomie und die moderne genetische Gewissheit, dass das Erbe des Neandertalers noch heute in unserer DNA weiterlebt. Reisen Sie zurück zu den Ursprüngen der menschlichen Selbsterkenntnis. Verstehen Sie, wie ein paar fossile Knochen aus einem deutschen Kalksteinbruch unser Bild von der biologischen Evolution für immer revolutionierten.



Autorentext

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Titel
Versteinerte Schädel: Paläoanthropologische Entdeckung des Neandertalers
Untertitel
Knochenfragmente, Kalkstein, und der radikale evolutionre Paradigmenwechsel in der viktorianischen Wissenschaft, 1856
EAN
9783565386079
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Veröffentlichung
05.04.2026
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
0.84 MB
Anzahl Seiten
154