Berlin, 1940. Ein Brief bringt die Nachricht vom Tod des Sohnes - gefallen für Führer und Vaterland. Für Otto und Anna Quangel zerbricht in diesem Moment mehr als nur eine Hoffnung. In der Enge ihrer Arbeiterwohnung wächst ein stiller Entschluss: Widerstand. Unauffällig beginnen sie, handgeschriebene Postkarten in Treppenhäusern auszulegen - Botschaften gegen Krieg und Diktatur, gegen Angst und blinden Gehorsam. Es sind kleine Zettel in einer Stadt voller Misstrauen. Doch jedes Wort ist ein Wagnis, jede Treppenstufe ein möglicher Verrat. Während die Gestapo fieberhaft nach den "Hetzern" sucht, entfaltet sich ein beklemmendes Panorama des Alltags im Nationalsozialismus: Nachbarn, die wegsehen oder denunzieren. Mitläufer, Karrieristen, Verzweifelte. Und zwei einfache Menschen, die lernen, dass Mut nicht laut sein muss. Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt Hans Fallada von der stillen Größe der Gewöhnlichen - und davon, dass selbst im dunkelsten System der Einzelne eine Entscheidung treffen kann. Ein erschütternder Roman über Zivilcourage, Einsamkeit und die Würde des Widerstands.
Autorentext
Hans Fallada (1893-1947) war ein deutscher Schriftsteller der Neuen Sachlichkeit, der mit sozialkritischen Romanen wie Kleiner Mann - was nun? und Jeder stirbt für sich allein große Bekanntheit erlangte. Sein eigenes Leben war geprägt von wirtschaftlichen Krisen, Suchtproblemen und Konflikten mit dem NS-Regime, Erfahrungen, die sich eindringlich in seinem Werk widerspiegeln.