Staat und Recht stützen sich auf eine unhintergehbare Gewalt, die Gerechtigkeit nur unabhängig vom Recht denken lässt und damit von den Prinzipien der Allgemeinheit und Gleichheit. Sie zielt darauf ab, dem Ereignis wie dem Einzelnen gerecht zu werden, was nur durch einen vorbehaltlosen Blick auf die damit verbundenen Probleme gelingen kann. Dazu muss jeder begriffliche Zugriff bis in seine letzten Aporien hinterfragt werden. Das ist der Sinn der Dekonstruktion, der es immer schon originär darum geht, dem Ereignis gerecht zu werden. Demokratie lässt sich nicht vollenden, immer nur weiter ausbauen, was jeder Idee eines starken Staates widerspricht. Demokratie verlangt den mündigen d.h. dekonstruierenden Bürger, den es längst gibt, wenn viele den diversen Welterklärungen misstrauen. Derridas Staatsverständnis geht von einer unüberbrückbaren Differenz zwischen Recht und Gerechtigkeit aus, was die Demokratie als notorisch ungenügend vorführt, um die sich daher Staat wie Bürger immer mit dem Ziel bemühen müssen, deren Emanzipation als Individuen zu befördern.

Zusammenfassung
Nicht auf Konsens, auf Gewalt beruhen Staat und Recht. Derridas Staatsverstandnis orientiert sich an der Emanzipation und am Pluralismus, nicht an der Identitat. Dekonstruktion spurt dem Anderen wie dem Ereignis in die letzten Aporien nach. Erst im Kommen sind Demokratie und Gerechtigkeit daher, um die sich Derridas Werk dreht.
Titel
Dekonstruktion als Gerechtigkeit
Untertitel
Jacques Derridas Staatsverständnis und politische Philosophie
EAN
9783748900085
Format
E-Book (pdf)
Hersteller
Digitaler Kopierschutz
Adobe-DRM
Anzahl Seiten
282
Lesemotiv