Die Pläne zu einem letzten großen Buch, genannt Papierdrache, ein aus Schriftfetzen zusammengeleimtes Sammelsurium, durchziehen Jean Pauls spätes Schaffen als dessen Leitmotiv. Dieses Buch ist jedoch nie erschienen. Deshalb wurde in der Forschung nicht weiter darauf geachtet. Der Jean-Paul-Kenner Helmut Pfotenhauer vertieft sich in dieser kleinen Studie erstmals ernsthaft in die zum Papierdrachen überlieferten Texte und schlägt für sie eine Lesart vor, die ihren ästhetischen Eigensinn aufnimmt und ihm auch gerecht zu werden versucht. Die Gedankensplitter, die jenes letzte Buch auf immer neue Art imaginieren, nur von der Leerstelle her zu sehen, auf die sie zeigen, verfehle sie; sie selbst seien vielmehr die eigentliche Essenz dieses Projektes, das ebenso sehr ins Unendliche wie zugleich nur auf sich selbst verweist. Auf typisch jeanpaulische Weise bezeugen sie so eine Poetik und Poesie des Bruchstückhaften, Unfertigen, Unabschließbaren, die in der heutigen Literaturwissenschaft als Charakteristikum großer Spätwerke diskutiert wird.

Autorentext
Helmut Pfotenhauer ist Professor (i.R.) für Literaturgeschichte an der Universität Würzburg, Verfasser mehrerer Monographien zur Literatur- und Ästhetikgeschichte sowie zur Kunstliteratur, Altpräsident der Jean-Paul-Gesellschaft, langjähriger Mitherausgeber der Historisch-kritischen Jean-Paul-Ausgabe und Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Titel
Papierdrache
Untertitel
Jean Pauls letztes großes Werk?
EAN
9783826099281
Format
E-Book (pdf)
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
1.27 MB
Anzahl Seiten
68
Lesemotiv