Helmuth von Moltkes Geschichte des deutsch-französischen Krieges von 1870-71 bietet eine präzise, strategisch geschulte Darstellung jenes Konflikts, der die politische Ordnung Europas grundlegend veränderte und zur Gründung des Deutschen Reiches führte. Im Mittelpunkt stehen Mobilmachung, Operationsführung, Entscheidungsschlachten und Belagerungen, weniger anekdotische Ausschmückung als analytische Durchdringung. Der Stil ist nüchtern, militärisch knapp und zugleich von klassischer Klarheit; literarisch steht das Werk zwischen Memoirenliteratur, Generalstabsbericht und historiographischer Rechtfertigungsschrift. Moltke, preußischer Generalfeldmarschall und langjähriger Chef des Generalstabs, war nicht bloß Beobachter, sondern einer der maßgeblichen Architekten des Krieges. Seine Erfahrungen aus den Einigungskriegen, sein Interesse an Eisenbahn, Telegraphie und moderner Operationsplanung sowie sein Verständnis von Krieg als Zusammenspiel politischer Zielsetzung und militärischer Wahrscheinlichkeit prägen jede Seite. Gerade deshalb besitzt das Buch den Charakter eines Selbstzeugnisses von außergewöhnlicher historischer Autorität. Empfohlen sei dieses Werk allen Lesern, die den Krieg von 1870-71 nicht nur als Abfolge berühmter Schlachten, sondern als Problem moderner Staats- und Militärorganisation verstehen wollen. Es verlangt Aufmerksamkeit, belohnt sie jedoch mit ungewöhnlicher Einsicht in Strategie, Führung und die Denkweise des 19. Jahrhunderts.

Titel
Geschichte des deutsch-französischen Krieges von 1870-71
Untertitel
Sedan, Metz und Paris: Militrische Analyse von Versailles bis Elsass-Lothringen
EAN
4099994090513
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
0.83 MB
Anzahl Seiten
357