Der vierte Spieler wurde auserwählt: Victor. Er ist Schlagzeuger einer Reggae-Band und tourt von einem Strand Spaniens zum nächsten. Mark, Derik und Tokio machen ihren Fischkutter seeklar und folgen Victors Spuren. Doch die drei Freunde stehen vor immer neuen Rätseln. Schließlich stellen sich ihnen angebliche Beachsoccer-Meister entgegen und ein höllischer Sandsturm bricht los -

Der Exprofikicker Badham hat das uralte MacFerguson-Castle in Schottland erworben und aus Langeweile einen Beachsoccer-Contest ausgerufen. Als Preis winkt ein Erbstück der MacFergusons. Das aber will Sir William, der jüngste Spross des verarmten Clans zurück und fleht die Bar-Bolzer um Hilfe an. Ein Härtetest: denn Badhams eigenes Team gilt als brutal und bislang unbesiegt!




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Leseprobe
Mann über Bord

Ollies Nase verschwand in der brodelnden Suppe. Der Hexenkessel, in den wir geraten waren, fauchte und pfiff wie ein Schnellkochtopf kurz vor der Explosion.

Wieso ist das Wasser eigentlich so versalzen?, fragte ich mich. Jedenfalls brannte es derart schmerzhaft in meinen Augen, dass ich mir irgendwann von irgendwoher eine Taucherbrille geschnappt und über den Kopf gezogen hatte, was die Sache aber eher verschlimmerte. Das Salzwasser tobte nämlich bald auch innerhalb der Brille hin und her - wie in einem Mixer. Alles in allem erinnerte mich meine Lage an die des bemitleidenswerten Hummers, den der Chefkoch im ekligen Lieblingsfranzosen meiner Mutter in eine tödlich heiße Brühe geworfen hatte, um ihn dort zu garen. Einziger Unterschied: Hier war es erbärmlich kalt statt kochend heiß. Zu allem Überfluss war mir auch noch speiübel.

Ich klammerte mich mit schmerzenden Fingern an ein Netz. Es war prall mit Fußbällen gefüllt und zu groß, um durch die Luken zu passen, die hinunter in den Bauch des Schiffes führten. Deshalb hatten wir es einfach auf das Dach des Ruderhauses gebunden.

Meine nackten Füße waren mir irgendwann außer Kontrolle geraten und ließen sich nicht mehr bändigen. Wie denn auch, wenn sich der Boden zur Seite neigte wie ein Schiffsdeck im Orkan? Denn genau so war es: Derik, der vierzehnjährige Fischerjunge aus Recife, Tokio, die gleichaltrige Japanerin von der Insel Sandorn, und Mark (also ich, auch bald vierzehn), der hinkende Junge aus einer grauen Großstadt im Herzen Westeuropas, befanden sich an Bord unseres Seglers "Ollie" und - gelinde gesagt - in ziemlich rauem Wetter.

Dem lieben Gott musste es langweilig geworden sein. Ich stellte mir vor, wie er irgendwann Anlauf genommen hatte und mit einer gewaltigen Arschbombe in den Atlantik gesprungen war. Nur um ein bisschen Spaß in der Badewanne zu haben, in der unser ehemaliger Fischkutter nun wie ein Spielzeugschiffchen durchgeschüttelt wurde.

Über uns türmten sich haushohe, schwarze Wellen auf. Unter uns ächzte Ollies alter, spantenknarrender Rumpf, dessen Bugnase sich immer tiefer durch die riesigen Wogen pflügte. So, als wolle er endgültig auf Tauchfahrt gehen.

Derik versuchte das Ruder mit Händen und Zähnen zu halten. Er erinnerte mich dabei an meinen Sandkastenfreund Tobi, der sich vor vielen Jahren in seinen Kindersitz verbissen hatte, um mit letzter Kraft seine Einlieferung in den Kindergarten zu verhindern.

Hoffentlich würde Derik mehr Erfolg haben als Tobi damals ...

Für einen kurzen Moment fand ich seine Übungen sogar komisch, obwohl ich mit meiner wassergefüllten Taucherbrille viel blöder ausgesehen haben musste als er und unsere Lage alles andere als lustig war. Galgenhumor. Das Deck, auf dem er dabei zu stehen versuchte, schwankte und bockte, als wolle es meinen Beachsoccer-Kameraden auf Teufel komm raus abschütteln. Aber weshalb sollte es ihm auch besser gehen als mir?

Derik hatte schon mehrere Male fachmännisch, aber ebenso wütend "Fockleine auf!" gebrüllt. Das sollte bedeuten, dass irgendwer durch diese Waschmaschine nach vorne kriechen sollte - bis zu der Stelle, an der das dreieckige Segel über dem Bug festgemacht war. Würde man diese Befestigung lösen, würde der Wind keinen Druck mehr auf das Segel ausüben können und es würde nur noch wirkungslos im Wind schlagen.

Wir segelten nur noch wenig Tuch. Das ist auch so ein Fachausdruck. Man verwendet ihn, wenn man sagen will, dass fast alle Segel gerefft sind. Und "gerefft" heißt, dass sie zusammengerollt waren, so gut es eben ging.

Also: Wir segelten nur noch ein letztes kleines Focksegel. Alle anderen Segel waren gerefft, da sie unseren kleinen Kutter im Sturm mit Sicherheit zum Durchkentern gebracht hätten. Das ist so was wie ein Fallrückzieher seitwärts mit anschließendem Krankentransport. Durchkentern bedeutete also so viel wie "Game over". Aber selbst dieses letzte kleine Segel p
Titel
Die Bar-Bolz-Bande, Band 3
Untertitel
Operation Sandsturm
Illustrator
EAN
9783838718200
Format
E-Book (epub)
Altersempfehlung
ab 10 Jahre
Hersteller
Herausgeber
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
4.79 MB
Anzahl Seiten
192
Features
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
Auflage
1. Aufl. 2012