"Piwitts Prosa ist berauschend."(Westfälischer Anzeiger)"Piwitt läuft in seinem dritten, nun endlich wiederaufgelegten Roman zu sprachlicher Hochform auf, und schafft mit Taumaturga einen durch und durch aktuellen skrupellosen und empathielosen Prototypen. (...)Großartig sind die Beschreibungen des römischen aristokratischen Ambientes (...), amüsant die sprechenden Namen (...), beeindruckend die verschiedenen Frauenporträts (...), alles wird dem Leser zum olfaktorischen, visuellen Fest."(Sabine Gruber,Volltext. Oktober 5/2007)"Vor dem Hintergrund von Motiven aus d' Annunzios schillernder Biografie legt Hermann Peter Piwitt einen fulminant erzählten Roman vor, der zum einen als schelmenhafte Etüde über den ersten Popstar des 20. Jahrhunderts gelesen werden kann, zum anderen auch als altersweises Bravourstück zum Thema "Eros und Italianitá"."(Erwin Riess, Die Presse, 23.2.08)"Piwitt gelingt es, durch das Sprachfest, das er den Gegner entfalten lässt, gegen dessen Absicht das utopische Eigene aufscheinen zu lassen. Fast jeder Satz in diesem außerordentlichen und sprachlich nahezu perfekten Roman, den sich der Feind Taumaturga herbeierinnert, hat eine Kraft, die seinen miserablen Anlass transzendiert."(Kai Köhler, literaturkritik.de, Juli 2008)"Ein Roman, den Freund wie Feind des Dichters lesen sollte."(Il Gironalio, Winter 2008)
Autorentext
Hermann Peter Piwitt (19352025) wuchs in Frankfurt am Main auf, studierte Soziologie, Philosophie und Literaturwissenschaften. Seit seinem Debüt 1965 erschienen zahlreiche und vieldiskutierte Romane, Erzählungen sowie Essays. Piwitt lebte in Hamburg, wo er Anfang 2025 verstarb.
Klappentext
Ein Schelmenroman über den »letzten selbstgemachten Helden Europas", mit artistischer Finesse erzählt. Und ein Italienbuch, frech und südentrunken. 20 Jahre nach der Erstausgabe des Romans hält Piwitt Rückschau und kommentiert die Neuausgabe.
Oberitalien am Ende des Zweiten Weltkriegs: Auf seinem Alterssitz am Gardasee schreibt der Dichter, Kriegs- und Frauenheld Gianbattista Taumaturga - inzwischen über achtzig - seine Memoiren. Alles hat er, immer wie in Trance, gewagt; und fast alles ist ihm geglückt. Mit zwanzig hat er, der Junge aus der Provinz, eine der besten »Partien" des römischen Hochadels entführt und geheiratet, Eleonora Duse opfert ihm Ruf und Vermögen. Millionenschulden zwingen ihn zur Flucht nach Frankreich, von wo aus er den Eintritt Italiens in den Ersten Krieg betreibt. Als General aller drei Waffengattungen inszeniert er Husarenstücke an der österreichisch-italienischen Front. Sein letzter Streich - die Besetzung der jugoslawischen Grenzstadt Fiume 1919 - wird zum Signal für den faschistischen Putsch unter Mussolini.
»Der Granatapfel" erzählt Motive aus der Biographie von Gabriele d'Annunzio (1863-1938), ein Leben in den Koordinaten von Liebe und Tod, ein Leben voller Affären und Plagiate, Schulden und Duelle, Mystifikationen und Ruhm. Zwischen Selbstrechtfertigung und Selbstabrechnung schwankt seine Lebensbeichte. Schimpfkanonade, Jeremiade und Harlekinade in einem.