Von dem Tag an, da Matthew Gardner das Haus seiner neuen Frau betritt, ahnt er, dass das Leben mit ihr alles andere als harmonisch verlaufen wird. Denn zwei ihrer Töchter aus erster Ehe - Flic und Imogen - begegnen dem Stiefvater mit Hass und Ablehnung. Und was Matthews Frau als normales Verhalten pubertierender Mädchen interpretiert, wird für ihn zu einem Spiel auf Leben und Tod: Flic und Imogen scheint jedes Mittel Recht, um sich des ungeliebten Stiefvaters zu entledigen ...



Hilary Norman, geboren und aufgewachsen in London, war nach einer Karriere als Schauspielerin zunächst in der Mode- und Fernsehbranche tätig. Ihr erster Roman erschien 1986; seitdem hat sie zehn weitere Bücher geschrieben, die in siebzehn Sprachen übersetzt wurden.



Autorentext

Hilary Norman, geboren und aufgewachsen in London, war nach einer Karriere als Schauspielerin zunächst in der Mode- und Fernsehbranche tätig. Ihr erster Roman erschien 1986; seitdem hat sie zehn weitere Bücher geschrieben, die in siebzehn Sprachen übersetzt wurden.



Leseprobe
2.

»Und was ist mit ihren Töchtern?«

Diese Frage stellte Karl Becker, Matthews Kollege und guter Freund, kaum fünf Minuten, nachdem Matt ihm erzählt hatte, dass er Caroline Walters heiraten würde - eine Witwe mit drei Kindern, die in London lebte, aber ursprünglich aus der Schweiz stammte.

Er war am Abend zuvor aus St. Moritz zurückgekehrt und kam jetzt an seinen Arbeitsplatz, das Berliner Büro von Vikram, King und Farrow, um die telefonische Vereinbarung, die er mit Personaldirektor Wolf Brautigen getroffen hatte, unter Dach und Fach zu bringen: seine Versetzung in die Londoner Zweigstelle des Unternehmens.

Matthew hatte seine Verhandlungen abgeschlossen, seinen Mietvertrag gekündigt und dann - Punkt zwölf Uhr mittags - Karl von seinem Zeichenbrett weggerissen und ihn nach nebenan geschleift, in die Bristol Bar des Hotels Kempinski. Dann hatte er Champagner bestellt.

»Und die waren mit allem einverstanden?«, fragte Karl verblüfft. »Einfach so?«

Matthew wusste, dass er grinste wie ein Volltrottel. »In London ist eine Stelle frei. Ich kann den Anforderungen entsprechen. Und vielleicht ist Wolf ja ein größerer Romantiker, als es den Anschein hat.«

Karl war ein ruhiger Mann. Nicht phlegmatisch, nur still; wahrscheinlich das Gegenteil dessen, was man von rothaarigen Menschen wie ihm erwartete. Er wollte, dass seine Freunde glücklich waren - so wie er wollte, dass in seiner eigenen Welt alles glatt lief. Er hatte Spaß an seiner Arbeit, liebte seine Frau Amelie und den gemeinsamen Sohn Heinz über alles, und genoss die lebendige Geschäftigkeit von Berlin. Doch er hegte langfristige Pläne, aufs Land zu ziehen und sich als Freiberufler niederzulassen.

Jetzt saß er in der warmen, angenehm belebten Bar, hörte sich Matthews Pläne an, die Sachen zu packen und gleich wieder zurück nach St. Moritz zu fahren, und wünschte sich mehr als alles andere, sich mit ihm freuen zu können. Doch eine innere Stimme warnte ihn, dass Matthew möglicherweise ebenso viele Probleme wie glückliche Augenblicke bevorstanden.

»Was halten die Kinder denn von euren Plänen?«, fragte er vorsichtig, nachdem sie einen Toast ausgebracht hatten. »Carolines Töchter, meine ich.«

»Schwer zu sagen«, antwortete Matthew ehrlich. »Sie scheinen sich für uns zu freuen.«

»Das ist sehr wichtig«, sagte Karl. »Findest du nicht?«

»Natürlich ist es wichtig. Es war das Erste, worüber Caroline und ich uns einig waren - dass es ohne den Segen der Kinder keine Hochzeit geben kann.«

»Also haben die Mädchen euch diesen Segen erteilt?«

»Nicht offiziell. Mir jedenfalls nicht. Aber Caroline sagt, die Mädchen haben oft einen Mann im Haus vermisst - ganz abgesehen von der Trauer um ihren Dad. Sie sagt, dass die Mädchen bereit seien, jemanden in die Familie aufzunehmen. Mehr als alles andere, sagt Caroline, möchten sie, dass ihre Mutter glücklich ist.«

»Sagt Caroline.« Karl war skeptisch. »Aber was haben die Mädchen gesagt?«

»Wir hatten noch nicht oft Gelegenheit, uns unter vier Augen zu unterhalten, aber sie waren ...« Matthew suchte das richtige Wort. »Freundlich.« Er klopfte mit den Fingern auf den Tischrand. »Toi, toi, toi.«

»Wie sind sie denn so?«, fragte Karl. »Ich meine, wie sehen sie aus?«

»Sehr hübsch. Wie ihre Mutter.«

Karl lehnte sich zurück. »Ich habe dich noch nie so gesehen. Ganz verrückt vor Liebe. Vielleicht auch einfach nur ein bisschen verrückt?«

Matthew lächelte. »Vielleicht.«

»Nach nur zwei Wochen zu heiraten ist schon ziemlich irre, findest du nicht?«

»Bis es so weit ist, sind ja mehr als zwei Wochen vergangen«, sagte Matthew. »Wir müssen allen möglichen Papierkram regeln, und die Schweizer brauchen mindestens zehn Tage, um alles Notwendige auf die Reihe zu kriegen. Für Caroline ist das natürlich kein Problem, weil sie nach wie vor die Schweizer Staatsangehörigkeit besitzt.«

»Drei Woc

Titel
Tödlicher Zweifel
Übersetzer
EAN
9783841226082
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Herausgeber
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
2.25 MB
Anzahl Seiten
575
Features
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet