Vernon Rand ist Bergsteiger. Eines Tages beginnt er Hals über Kopf ein neues Leben. Er verlässt seine Arbeit, seine Frau und fliegt nach Genf, um in den Alpen zu klettern. Zusammen mit seinem Freund Cabot beschließt er, die Nordwand des Dru zu besteigen. In der Wand kommt es zur Katastrophe. Cabot stürzt ab und bleibt gelähmt. Rand kann das nicht akzeptieren und versucht, seinen Freund mit allen Mitteln, körperlich und psychisch, zu heilen.

James Salter, 1925 in Washington, D.C. geboren und in New York aufgewachsen, wurde mit seinen großen Romanen 'Lichtjahre' und 'Ein Spiel und ein Zeitvertreib' auch in Deutschland berühmt. Er diente als Kampfflieger zwölf Jahre lang in der US Air Force und nahm 1957 seinen Abschied, als sein Debüt, Jäger, erschien. Seitdem lebte Salter als freier Schriftsteller in New York City und auf Long Island. Am 19. Juni 2015 verstarb James Salter wenige Tage nach seinem 90. Geburtstag in Sag Harbor. Er gilt als moderner Klassiker der amerikanischen Literatur.

Autorentext
James Salter, 1925 in Washington, D.C. geboren und in New York aufgewachsen, wurde mit seinen großen Romanen "Lichtjahre" und "Ein Spiel und ein Zeitvertreib" auch in Deutschland berühmt. Er diente als Kampfflieger zwölf Jahre lang in der US Air Force und nahm 1957 seinen Abschied, als sein Debüt, Jäger, erschien. Seitdem lebte Salter als freier Schriftsteller in New York City und auf Long Island. Am 19. Juni 2015 verstarb James Salter wenige Tage nach seinem 90. Geburtstag in Sag Harbor. Er gilt als moderner Klassiker der amerikanischen Literatur.

Leseprobe
VORWORT
Von Richard Ford

Unter Romanlesern ist es ein Glaubensgrundsatz, dass kein lebender Autor bessere amerikanische Sätze schreibt als James Salter. Wir Leser legen Wert auf gutes Schreiben in der Kategorie Belletristik, denn wir wünschen uns, dass da möglichst viel passiert, die Virtuosität in den Sätzen soll auf die nicht steuerbare Energie der Phantasie treffen, sie für die Erzählung einspannen und eine ganz neue, berauschende, bedeutsame Begebenheit inszenieren alles zum Vergnügen und zur Erbauung des Lesers.

Das macht einen großen Teil der grundsätzlichen Anziehungskraft jeglicher Prosa aus es macht sie (wenn s klappt) aufregend. Und gewiss verfügt keiner über ein solches Gespür für die Details der Welt und für deren unauffälliges, emotionales Treiben wie James Salter, keiner nimmt unsere zerbrechliche Menschheit mit so begierigem Funkeln unter die Juwelierslupe wie er. Keiner sonst schmiedet große Aufmerksamkeit und sprachlichen Einfallsreichtum so schön in Sätze, so verschwenderisch, überraschend, manchmal herzlos, aber immer aufregend.

Ebenso unvermeidlich wie selbstverständlich (schließlich sind wir in Amerika) lauert hinter dem allgemeinen Lob für James Salters Leistung der Generalverdacht, der alles gute Schreiben trifft: Es sei l art pour l art, abgehoben, aufgehübscht und elitär und lenke so davon ab, dass etwas Grundsätzliches fehle meistens ist damit der kernige Kern in irgendeiner Variante gemeint, und das lassen wir Amerikaner uns auf keinen Fall bieten (außer wir tun s doch). »Ich will zum Waldhang gehen«, schrieb Whitman im Gesang meiner selbst, »und ohne Verkleidung und nackt sein«.[1] Es ist, als müssten wir, um wahrhaft und wahrhaft amerikanisch zu sein, immer die unschönen Teile entblößen, dicke Baumstämme schleppen, uns Splitter in die Hände ziehen und in die Sätze.

Aber es gibt nun mal keine Splitter in Salters Sätzen nicht in diesem Buch, das Sie in Händen halten. Lichtjahre, zuerst 1975 in den USA erschienen und ein großer Erfolg, schleppt alle dicken Baumstämme, die man je brauchen wird, tut dies aber in einer so leuchtenden Sprache, so klug gewählt und so ausgewogen, dass uns die gewichtigen Themen, auf die der Roman abzielt, vielleicht nicht gleich ins Auge fallen: wie die Liebe überleben kann, wie eine Berufung in der Enttäuschung vertrocknet, wie die raffgierige, aber zu wenig neugierige amerikanische Kultur vergeht, gleich einem Stern, dessen Licht wir noch lange sehen, nachdem sein Feuer verloschen ist.

Lichtjahre lässt sich wegen seiner relativ hohen Verdichtung wie alle großen Werke der Erzählkunst nicht leicht zusammenfassen, zu nuanciert ist sein Blick auf die Menschen, zu reich und unterschiedlich sind seine erzählerischen Effekte, zu breit angelegt seine Absichten.

Vordergründig ist Lichtjahre die Geschichte von Viri und Nedra Berland, einem goldenen Paar, das ein vergoldetes Leben auf dem Lande lebt, voller rauschender Dinnerpartys bei Kerzenschein, interessanter Freunde und schöner Kinder inklusive Flussblick. Aber dicht unter den glänzenden Oberflächen des Wohlstands gibt es auch enttäuschten Ehrgeiz, ermattete Leidenschaften und ein nagendes Schmollen darüber, dass das Leben nicht noch reicher ist, bloß dass keiner der Berlands über die nötige Klarsichtigkeit verfügt, um so ein Leben zu verwirklichen. Viri, ein zaudernder Architekt, der nach Manhattan pendelt, wäre gern berühmt nicht etwa ein besserer

Titel
In der Wand
Untertitel
Roman
Übersetzer
EAN
9783827072078
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Herausgeber
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
0.48 MB
Anzahl Seiten
240
Features
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet