Die Hamiltons richten auf ihrem Familiensitz ein prunkvolles Jagdfest aus. Doch die Feierlichkeiten werden jäh unterbrochen, als zwei Maskierte das Schloss stürmen und Gräfin Estelle, Agent Hamiltons Mutter, erschießen. War der Anschlag ein Gruß der sizilianischen Mafia an ihren Sohn? Hamilton alias'Coq Rouge' bleibt keine Zeit zu trauern, denn als neu ernannter Chef des schwedischen Geheimdiensts beschäftigt ihn eine spektakuläre Mordserie. Der Täter bringt scheinbar wahllos schwedische Bürger um und agiert dabei mit verblüffendem Geschick: ein tödlicher Messerstich, ein präziser Schuss aus großer Entfernung, ein Karategriff, der dem Opfer den Hals bricht. Hamilton weiß, dass es nur einen Mann in Schweden gibt, der solche Methoden beherrscht...

Jan Guillou, Jahrgang 1944, ist einer der meistgelesenen Autoren Schwedens. Bislang verfasste er knapp vierzig Bücher, darunter auch die erfolgreich verfilmte Bestseller-Saga um den Tempelritter Arn Magnusson. Seine elfteilige Thriller-Serie um den Agenten Carl Hamilton alias 'Coq Rouge' ist ein Welterfolg und in seiner Heimat ein moderner Klassiker, sie wurde mehrfach verfilmt und in mehr als 15 Sprachen übersetzt. Guillou lebt in Stockholm und liebt ebenso wie sein Protagonist 'Coq Rouge' klassische Musik, guten Wein und die Elchjagd.

Vorwort
Ein ebenbürtiger Gegner für »Coq Rouge«

Autorentext

Jan Guillou, Jahrgang 1944, ist einer der meistgelesenen Autoren Schwedens. Bislang verfasste er knapp vierzig Bücher, darunter auch die erfolgreich verfilmte Bestseller-Saga um den Tempelritter Arn Magnusson. Seine elfteilige Thriller-Serie um den Agenten Carl Hamilton alias "Coq Rouge" ist ein Welterfolg und in seiner Heimat ein moderner Klassiker, sie wurde mehrfach verfilmt und in mehr als 15 Sprachen übersetzt. Guillou lebt in Stockholm und liebt ebenso wie sein Protagonist "Coq Rouge" klassische Musik, guten Wein und die Elchjagd.



Leseprobe

2

Die Universität in Umeå unterscheidet sich kaum von den anderen großen Universitäten, zumindest nicht in der Organisation der Studentenschaft. Allerdings bezeichnen sich die Verwaltungsangestellten der landsmannschaftlich organisierten Studenten nur als Verwaltungsangestellte und nicht als gewählte Vertreter. Zudem gibt es einen Universitätsrektor, der in den USA gelebt und das Wort »Campus« statt Universitätsgelände eingeführt hat.

Unter den wenigen belastenden Aufgaben dieser Verwaltungsangestellten findet sich der stehende Auftrag, interessante Persönlichkeiten dazu zu bringen, nach Umeå zu kommen, um interessante Vorträge zu halten und das Vergnügen zu genießen, die Studenten Norrlands kennenzulernen, wie es in den Einladungen zu heißen pflegt. Während des Wintersemesters hatten unter anderem Finanzministerin Anne Wibble und Ministerpräsident Carl Bildt zugesagt; dieser fand sich jedoch erst ein, als er nicht mehr Regierungschef war, doch dafür sprach er über die Frage des Beitritts zur EU.

So war es eben: Bei Politikern konnte eine große Universität mit einer angemessenen Zahl von Zusagen rechnen, besonders vor einer Wahl. Bekannte Schriftsteller und sonstige interessante Männer und Frauen entschuldigten sich jedoch normalerweise mit Zeitmangel, langen Reisen und ähnlichem.

Bei den zwei jährlichen Treffen der Verwaltungsangestellten, bei denen ein Brainstorming stattfand, um interessante Vortragsgäste außerhalb der akademischen Welt zu gewinnen, tauchten manchmal mehr oder weniger scherzhaft die seltsamsten Namen auf. Eine große Zahl von Einladungen wurde verschickt. Einige wurden überhaupt nicht beantwortet, einige mit Nein und sehr wenige mit Ja. Das überraschte niemanden.

Nach Carl Hamiltons Ernennung zum neuen Chef der schwedischen Sicherheitspolizei hatte irgendein heller Kopf routinemäßig eine Einladung an die »Säpo in Stockholm« abgeschickt tatsächlich mit diesem Adressaten und nach einiger Zeit die höfliche, aber keineswegs überraschende Antwort einer Sekretärin erhalten. Der Zeitplan des Generaldirektors sei im Augenblick sehr eng, er hoffe aber, daß die Einladung noch gelte, falls es sich ihm als möglich erweisen werde, etwas später im Herbst zu kommen.

Das Schreiben war nicht einmal als halbe Zusage aufgefaßt worden, sondern vielmehr als Mangel an Urteilsvermögen desjenigen, der auf den Einfall gekommen war, die Einladung abzuschicken. Hamilton hatte sich nach seiner Ernennung überhaupt nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt, und es war nicht schwer zu erraten, daß dies in erster Linie mit seiner privaten Situation zu tun hatte. Wer würde sich schon gern als Vortragsredner engagieren und vor Studenten den Intellekt sprühen lassen, nachdem seine Familie von Mafia-Mördern ausgelöscht worden war?

Nachdem die Einladung beantwortet worden war, war unten in Schonen überdies seine Mutter ermordet worden.

Folglich fiel es dem Verwaltungsangestellten Mattias Johansson schwer, etwas anderes anzunehmen, als daß jemand den Studenten einen Streich spielen wollte, als er den Brief las. Daß er ihn als erster las, lag daran, daß er am Morgen als erster im Verwaltungstrakt erschienen war, wenn auch recht spät, da er am Vorabend noch ein anstrengendes Fest mitgemacht hatte.

Der Brief machte jedoch einen sehr echten Eindruck. Umschlag und Briefpapier waren mit überzeugendem Text bedruckt so stand etwa unter dem Emblem der Säpo »Der Generaldirektor«.

Die Mitteilung war kurz. Falls die Studentenschaft immer noch ein Interesse daran habe, daß der Generaldirektor zu einem Vo

Titel
Über jeden Verdacht erhaben
Untertitel
Ein Coq-Rouge-Thriller
EAN
9783492980883
Format
E-Book (epub)
Herausgeber
Veröffentlichung
14.04.2014
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
2.3 MB
Anzahl Seiten
576
Features
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet