Gleich nach Marías' Weltbestseller ?Mein Herz so weiß? wurde auch ?Morgen in der Schlacht denk an mich? ein Riesenerfolg, zurecht, auch dieser Roman ist höchst außergewöhnlich: Marta und Víctor kennen sich kaum. Marta ist noch nicht 33 Jahre alt und verheiratet. Sie hat einen Ehemann und einen zwei Jahre alten Sohn. Víctor ist Drehbuchschreiber für das Fernsehen und Ghostwriter, aber eher erfolglos. Als Martas Mann für ein paar Tage nach London verreist, lädt Marta Víctor in ihre Wohnung ein. Sie sind noch nicht ganz entkleidet, da stirbt sie unerwartet in seinen Armen. Ein grausamer, unerklärlicher, ein lächerlicher Tod. Unfähig, irgendetwas zu tun, flieht Víctor. Aber vor dem Leben kann man nicht fliehen und noch weiniger vor dem Tod. Ein typischer Marías: spannend, leidenschaftlich, mitreißend.

Javier Marías, 1951 als Sohn einer Lehrerin und eines vom Franco-Regime verfolgten Philosophen geboren, veröffentlichte seinen ersten Roman mit neunzehn Jahren. Seit seinem Bestseller ?Mein Herz so weiß? gilt er weltweit als beachtenswertester Erzähler Spaniens. Zuletzt erschien sein Roman »Berta Isla«. Sein umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Nelly-Sachs-Preis sowie dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Seine Bücher wurden in über vierzig Sprachen übersetzt.

Gleich nach Marías' Weltbestseller Mein Herz so weiß wurde auch Morgen in der Schlacht denk an mich ein Riesenerfolg, zurecht, auch dieser Roman ist höchst außergewöhnlich: Marta und Víctor kennen sich kaum. Marta ist noch nicht 33 Jahre alt und verheiratet. Sie hat einen Ehemann und einen zwei Jahre alten Sohn. Víctor ist Drehbuchschreiber für das Fernsehen und Ghostwriter, aber eher erfolglos. Als Martas Mann für ein paar Tage nach London verreist, lädt Marta Víctor in ihre Wohnung ein. Sie sind noch nicht ganz entkleidet, da stirbt sie unerwartet in seinen Armen. Ein grausamer, unerklärlicher, ein lächerlicher Tod. Unfähig, irgendetwas zu tun, flieht Víctor. Aber vor dem Leben kann man nicht fliehen und noch weiniger vor dem Tod. Ein typischer Marías: spannend, leidenschaftlich, mitreißend.

Autorentext
Javier Marías, 1951 als Sohn einer Lehrerin und eines vom Franco-Regime verfolgten Philosophen geboren, veröffentlichte seinen ersten Roman mit neunzehn Jahren. Seit seinem Bestseller Mein Herz so weiß gilt er weltweit als beachtenswertester Erzähler Spaniens. Zuletzt erschien sein Roman »Berta Isla«; im Oktober 2022 erscheint sein letzter Roman »Tomás Nevinson«. Sein umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Nelly-Sachs-Preis sowie dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Seine Bücher wurden in über vierzig Sprachen übersetzt. Am 11. September 2022 ist Javier Marías in Madrid verstorben.

Klappentext

Gleich nach Marías' Weltbestseller >Mein Herz so weiß< wurde auch >Morgen in der Schlacht denk an mich< ein Riesenerfolg, zurecht, auch dieser Roman ist höchst außergewöhnlich: Marta und Víctor kennen sich kaum. Marta ist noch nicht 33 Jahre alt und verheiratet. Sie hat einen Ehemann und einen zwei Jahre alten Sohn. Víctor ist Drehbuchschreiber für das Fernsehen und Ghostwriter, aber eher erfolglos. Als Martas Mann für ein paar Tage nach London verreist, lädt Marta Víctor in ihre Wohnung ein. Sie sind noch nicht ganz entkleidet, da stirbt sie unerwartet in seinen Armen. Ein grausamer, unerklärlicher, ein lächerlicher Tod. Unfähig, irgendetwas zu tun, flieht Víctor. Aber vor dem Leben kann man nicht fliehen und noch weiniger vor dem Tod. Ein typischer Marías: spannend, leidenschaftlich, mitreißend.



Leseprobe

Aber in dieser Nacht schliefen sie nicht, möglicherweise keiner von ihnen, gar nicht oder nicht durchgehend und wie es sich gehört, die Mutter halb nackt und unpässlich auf dem Bett, mit einem Mann, der auf sie aufpasste und den sie nur flüchtig kannte, der Kleine nicht sonderlich gut zugedeckt (er war allein ins Bett gegangen, und ich traute mich nicht, seine Miniaturdecken und -laken zurechtzuziehen und ihn zuzudecken), der Vater, wer weiß, er mochte mit wer weiß welchen Leuten zu Abend gegessen haben, Marta hatte, nachdem sie den Telefonhörer aufgelegt hatte, nur zu mir gesagt, und zwar mit nachdenklicher, ein wenig neidischer Geste - wobei sie sich mit dem Zeigefinger leicht an der Schläfe kratzte: Sie befand sich, wenn auch in Gesellschaft, noch immer in der Calle Conde de la Cimera, wie jeden Abend -: 'Er hat gesagt, er hätte in einem indischen Restaurant, der Bombay Brasserie, phantastisch zu Abend gegessen. Kennst du es?' Ja, ich kannte es, es gefiel mir gut, ich war ein paarmal in seinen riesigen, im Kolonialstil eingerichteten Räumen gewesen, eine Pianistin im Abendkleid am Eingang, ehrerbietige Kellner und Maîtres, an der Decke sommers wie winters mächtige Ventilatoren, ein theatralischer Ort, eher teuer für England, aber nicht unerschwinglich, eher für Abendessen mit Freunden oder für Feiern oder geschäftliche Anlässe als für intime oder galante Verabredungen, es sei denn, man will eine junge Frau ohne Erfahrung oder aus einfachen Verhältnissen beeindrucken, eine, die sich ein bisschen von dem Ambiente blenden lässt und lächerlicherweise vom indischen Bier betrunken wird, eine, mit der man nicht noch anderswo Zwischenstation machen muss, bevor man in ein Taxi mit Klappsitzen steigt und ins Hotel oder in die Wohnung fährt, eine, mit der man nach dem pikant gewürzten Abendessen nicht mehr reden muss, sondern deren Kopf man einfach zwischen die Hände nimmt und die man küsst, auszieht, berührt, deren gekauften und zerbrechlichen Kopf man mit den Händen in einer Geste umschließt, die der einer Krönung und einer Erdrosselung so sehr gleicht. Martas Krankheit ließ mich an schlimme Dinge denken, und obwohl sie atmete und ich mich auf der Schwelle zum Kinderzimmer wohler fühlte, während ich die schattenhaften Flugzeuge betrachtete und mich vage an meine ferne Vergangenheit erinnerte, sagte ich mir, dass ich jetzt zum Schlafzimmer zurückkehren müsste, um nachzusehen, wie es ihr ging, oder zu versuchen, ihr zu helfen, sie vielleicht ganz auszuziehen, aber diesmal nur, um sie ins Bett zu legen und zuzudecken und für sie den Schlaf herbeizuholen, sofern er sie mit ein bisschen Glück während meiner kurzen Abwesenheit nicht ohnehin schon überkommen hatte, und dann würde ich gehen.

Aber so war es nicht. Als ich wieder hineinging, blickte sie auf und sah mich, zusammengekauert und reglos, aus verengten, trüben Augen an, mit dem einzigen Unterschied, dass sie ihre Nacktheit jetzt mit den Armen bedeckte, als schämte sie sich oder fröstelte. 'Willst du dich ins Bett legen? So erkältest du dich', sagte ich zu ihr. 'Nein, beweg mich nicht, bitte, beweg mich nicht einen Millimeter', sagte sie und fügte rasch hinzu: 'Wo warst du?' - 'Ich bin ins Bad gegangen. Dir geht es nicht besser, wir müssen etwas tun, ich rufe den Notarzt.' Aber sie wollte nach wie vor weder bewegt noch behelligt, noch abgelenkt werden ('Nein, tu noch nichts, tu nichts, warte'), und bestimmt wollte sie auch keine Stimmen und keine Bewegung in ihrer Nähe, als wäre ihr Argwohn so groß, dass ihr die totale Lähmung aller Dinge lieber war, und als wollte sie in dieser Lage und Haltung bleiben, die es ihr zumindest gestatteten weiterzuleben, statt eine noch so geringe Veränderung zu riskieren, die womöglich ihre gegenwärtige, so anfällige Stabilität - ihre bereits erschreckende Ruhe - zunichte machen könnte und vor der sie panische Angst hatte. Das ist es, was panische Angst bewirkt und jene ins Ver

Titel
Morgen in der Schlacht
Untertitel
Roman
EAN
9783104019949
Format
E-Book (epub)
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
4.46 MB
Anzahl Seiten
416
Features
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
Auflage
1. Auflage
Lesemotiv