Wer an einem aufrichtigen Dialog zwischen Religionen und säkularen Weltanschauungen interessiert ist, wird feststellen, dass die Gegensätze zwischen religiös und profan eingestellten Menschen durchaus zu überwinden sind. Der Autor stellt im vorliegenden Buch die These auf, dass die lebensweltliche und politische Konfliktlinie heutzutage gar nicht mehr zwischen religiösen und nichtreligiösen Menschen verläuft. Vielmehr muss bezüglich der personalen Identität zwischen Menschen, die Kontingenzbewusstsein und Offenheit in ihr komplexes Selbst- und Weltverhältnis integriert haben, und denen, die totalitär strukturiert sind, unterschieden werden.

»Religion und Moderne sind keineswegs natürliche Feinde. Sie können vielmehr bestens harmonieren. Das zeigt sich, sobald religiös Gläubige und säkular eingestellte Menschen darin übereinkommen, ihre personale Identität als ein offenes, kontingentes und dynamisches Selbst- und Weltverhältnis auszulegen und auszuleben - im ernsthaften Dialog mit Andersdenkenden und anders Fühlenden.« Jürgen Straub

Autorentext
Jürgen Straub ist Inhaber des Lehrstuhls für Sozialtheorie und Sozialpsychologie an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum sowie Co-Direktor des Hans Kilian und Lotte Köhler-Centrums für sozial- und kulturwissenschaftliche Psychologie und historische Anthropologie (ab 2026 an der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin und der Technischen Universität Dortmund angesiedelt). Stand: August 2025

Inhalt
Ernst-E.-Boesch-Preis fur Kulturpsychologie Statut, unter Bezugnahme auf die Richtlinien fur die Vergabe des Preises durch die Gesellschaft fur Kulturpsychologie (GKP) Kulturpsychologie ist keine Disziplin, sondern eine Orientierung Ernst-E.-Boesch-Preis fur Kulturpsychologie an Jurgen Straub Danksagung Praludium zum Programm Sakularismus und andere Ideologien im Blickfeld der Religionswissenschaften und Secular Studies Neue Atheismen und alte Antagonismen: Auswege willkommen Exkurs zu Thomas Metzingers Traktat uber die »intellektuelle Unredlichkeit« der religios Glaubigen Weitere Variationen des aggressiven Neuen Atheismus Exkurs zu einem speziellen Fall: Daniel Dennetts Pladoyer fur eine naturalistische Religionsforschung Exkurs zu Herbert Schnadelbachs exzentrisch-mildem Atheisten: Unglaubig sein und glauben lassen Glaubige und Unglaubige im Dialog: Ahnlichkeiten im Verschiedenen Zum Einvernehmen zwischen Jurgen Habermas und Joseph Ratzinger Religioser Glaube, das abgepufferte Selbst und das Faktum vernunftiger Pluralitat im Regime der Laizitat Grunduberzeugungen und »qualitative Identitaten« im Kampf um Anerkennung Strukturtheoretische Konturen personaler Identitat als offene Form Interreligiose und religios-sakulare Familienahnlichkeiten Kontingenzsensibilitat und Kontingenzbewusstsein als Strukturmerkmal religiosen Glaubens Eine tolerante Variante der gottesglaubigen Person Anmerkungen Literatur Die Autoren
Titel
Religiöser Glaube und säkulare Lebensformen im Dialog
Untertitel
Personale Identität und Kontingenz in pluralistischen Gesellschaften / Ernst-E.-Boesch-Preis für Kulturpsychologie 2015
EAN
9783837972207
Format
E-Book (pdf)
Veröffentlichung
01.10.2016
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
2.39 MB
Anzahl Seiten
230
Auflage
1. Auflage 2016
Lesemotiv