Captain Stephen Overtree reist an die Küste von Devon, um seinen Bruder Wesley zu finden. Doch er stellt entsetzt fest, dass sich Wesley abgesetzt hat und Sophie, die Tochter seines Gastgebers, in einer unmöglichen Situation zurückgelassen hat. Stephen fühlt sich verpflichtet zu handeln und macht Sophie einen Heiratsantrag, um ihre Ehre zu retten. Sophie ist hin- und hergerissen zwischen ihrer großen Liebe und diesem finsteren Mann, den sie kaum kennt. Soll sie auf Wesley warten? Oder Stephens Antrag annehmen und hoffen, dass sie dies nicht bereut? Der neue Roman der Erfolgsautorin Julie Klassen - eine fesselnde Geschichte über Ehre und Vergebung.

Julie Klassen arbeitete 16 Jahre lang als Lektorin für Belletristik. Mittlerweile hat sie zahlreiche Romane aus der Zeit von Jane Austen geschrieben, von denen drei den begehrten Christy Award gewannen. Abgesehen vom Schreiben, liebt Klassen das Reisen und Wandern. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie in Minnesota, USA.

Autorentext
Julie Klassen arbeitete sechzehn Jahre lang als Lektorin für Belletristik. Mittlerweile hat sie zahlreiche Romane aus der Zeit von Jane Austen geschrieben, von denen mehrere den begehrten Christy Award gewannen. Abgesehen vom Schreiben, liebt Klassen das Reisen und Wandern. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie in Minnesota, USA. www.julieklassen.com

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Kapitel 2

Am nächsten Morgen stand Stephen zeitig auf und frühstückte. Er verspürte eine innere Unruhe und darum fragte er den Gastwirt nach der nächstgelegenen Kirche. Dort ging er hin, um zu beten. Als junger Mann und jüngerer Sohn hatte er einst gehofft, seine Berufung in der Kirche zu finden. Doch sein Großvater hatte andere Pläne mit ihm gehabt, und in gewisser Weise hatte das Militär Stephen Gott näher gebracht, als eine Laufbahn als Geistlicher es je vermocht hätte. Doch noch immer sehnte er sich danach, seinen Mitmenschen wahrhaft zu dienen.

In der feierlichen Stille des leeren Kirchenschiffs bat er Gott um Weisheit, was er wegen Wesley ... und Miss Dupont unternehmen sollte. Und er betete auch darum, den Willen Gottes annehmen zu können, falls die Vorhersage seiner alten Kinderfrau richtig gewesen war. Sie hatte diese unselige Bemerkung ausgerechnet in dem Moment gemacht, in dem er Overtree Hall verließ. Die Szene stand ihm noch deutlich vor Augen ...

Stephen, der gerade die Treppe herunterkam, blieb abrupt stehen, als er sah, dass Miss Whitney in der offenen Hintertür stand. Seine ehemalige Kinderfrau kam selten nach unten. Wollte sie sich von ihm verabschieden?

Er trat zu ihr. »Was ist denn los, Winnie? Ist alles in Ordnung?«

»Nein. Aber du oder ich können nichts daran ändern.« Die Frau seufzte. Dann blickte sie auf den Koffer in seiner Hand. »Willst du Wesley zurückholen?«

»Ja. Aber mach dir keine Sorgen. Kate wird nach dir sehen, solange ich fort bin. Es wird alles gut gehen.«

Sie schüttelte den Kopf. »Das glaube ich nicht. Du wirst ihn nicht ewig retten können, das weißt du genau.«

Sie schaute zur Tür hinaus. Er folgte ihrem Blick und sah überrascht, dass seine alte Freundin und Nachbarin Miss Blake durch den Garten ging.

»Der Wind schlägt um«, sagte Miss Whitney. »Ich spüre es in den Knochen.«

Stephen war verwirrt. »Ich verstehe nicht, Winnie. Aber ich fürchte, ich muss jetzt aufbrechen.«

Sie holte tief Luft und stieß sie langsam wieder aus. »Es ist nicht richtig.«

»Was ist nicht richtig?«

»Dass Wesley der Erbe ist, obwohl du die ganze Arbeit erledigst.«

Diese Klage hatte er schon oft gehört. »Mach dir keine Sorgen. Und vergiss nicht, dass ich das Treuhandvermögen von meinem Großvater bekomme, wenn ich dreißig werde.« Er lachte leise und neckte sie: »Wenn ich so lange lebe.«

»Nein. Ich glaube nicht, dass du das wirst«, sagte sie mit ernstem Gesicht. »Du wirst nicht lange genug leben, um dein Erbe anzutreten. Ich weiß Dinge, die ich lieber nicht wüsste. Die Welt ist verrückt geworden.«

Stephen runzelte die Stirn. »Wovon redest du?«

Ihre Augen schienen durch ihn hindurch in die Ferne zu blicken. »Er wird jeden nach seinen Werken belohnen.«

»Du sprichst von meiner Belohnung im Himmel? Nun hetz mich doch bitte nicht so.« Erneut versuchte er, die befremdlichen Worte der Frau mit einem Scherz abzutun, doch das seltsame Leuchten in ihren Augen war ihm unheimlich.

Sie packte ihn am Arm. »Sei bereit, mein Junge. Deine Zeit kommt.«

In diesem Moment stürzte seine Schwester in die Halle und winkte ihm lebhaft zu. »Stephen! Alle suchen dich! Roberts sagt, du musst jetzt gehen, sonst verpasst du die Kutsche.«

Stephen riss seinen Blick von Miss Whitney los und rief: »Ich komme!«

Doch seine alte Kinderfrau hielt ihn fest.

Stephen tätschelte ihre Hand. »Ich bin bald zurück, Winnie. Und es kommt alles in Ordnung - wie immer.«

»Nein. Mein lieber Stephen. Ich glaube nicht, dass die Dinge je wieder so sein werden wie früher. Bist du bereit, deinem Schicksal ins Auge zu sehen?«

Seine Kehle zog sich zusammen. Meinte sie wirklich das, was er befürchtete?

»Ja«, flüsterte er und entzog sich langsam ihrem Griff.

Jetzt saß er in der ihm unbekannten Kirche und Miss Whitneys W

Titel
Die Ehre der Sophie Dupont
EAN
9783775173360
Format
E-Book (epub)
Hersteller
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
3.74 MB
Anzahl Seiten
496
Features
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
Lesemotiv