Manitoba - Eine fesselnde Reise auf der Suche nach den indianischen Wurzeln Als kleiner Junge erfährt der Protagonist von seiner Mutter das lang gehütete Familiengeheimnis: Sein Urgroßvater war ein Indianer, der von seiner Urgroßmutter, einer Lehrerin an einer Missionsschule in Amerika, geliebt und kurz darauf ermordet wurde. Jahre später begibt sich der inzwischen erwachsene, mäßig erfolgreiche Schriftsteller auf eine Spurensuche nach seinen Ahnen, ausgerüstet mit den Tagebuchaufzeichnungen seiner Urgroßmutter. Doch je tiefer er in die Geschichte eintaucht, desto löchriger erscheint sie. Gleichzeitig wächst seine Faszination für die hochentwickelte Kultur der Arapaho und anderer Indianerstämme, die von europäischen Siedlern in Reservate gedrängt wurden. In einer einsamen Hütte in den Wäldern Manitobas versucht er, wie seine Vorfahren zu leben, muss aber erkennen, dass auch er als unerwünschter Eindringling wahrgenommen wird. In Manitoba erzählt Linus Reichlin eindringlich von Identitätssuche, Entwurzelung und dem Schicksal der amerikanischen Ureinwohner. Ein bewegender Roman über Familienbande und das Streben nach Zugehörigkeit.

Autorentext
Linus Reichlin, geboren 1957, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Für sein Debüt Die Sehnsucht der Atome erhielt er 2009 den Deutschen Krimipreis. Der Roman Der Assistent der Sterne wurde zum "Wissenschaftsbuch des Jahres 2010 (Sparte Unterhaltung)" gewählt. Es folgten die Romane Das Leuchten in der Ferne (2012), In einem anderen Leben (2014), Keiths Probleme im Jenseits (2019) und zuletzt Señor Herreras blühende Intuition (2021).

Klappentext

»Ich befand mich inmitten eines Ereignisses von epochalen Ausmaßen, und ich wusste nicht, wo mein Platz ist.«
Er war noch ein kleiner Junge, als seine Mutter ihm das Familiengeheimnis anvertraute: dass sein Urgroßvater ein Indianer gewesen sei, in den sich die Urgroßmutter, die einst in Amerika als Lehrerin in der Missionsschule gearbeitet hatte, verliebte. Allerdings wurde er kurze Zeit später ermordet und die Urgroßmutter kehrte in die Schweiz zurück.
Es fiel gerade Schnee, als die Mutter über die Vorfahren sprach; Amerika und die Welt der Indianer waren sehr weit weg, die ganze Sache klang wie ein fremdes, exotisches Märchen.
Doch viele Jahre später - aus dem Jungen ist inzwischen ein mäßig erfolgreicher Schriftsteller geworden - begibt er sich auf die Spur seiner Ahnen. Die Tagebuchaufzeichnungen seiner Urgroßmutter sollen ihm wie der Faden der Ariadne dazu verhelfen, seine indianischen Wurzeln zu finden. Doch erweisen sich die Aufzeichnungen als ungenau, ja scheinen oft nicht zu stimmen. Die Geschichte seiner Abstammung wird immer löchriger, je tiefer er sich in sie hineinbegibt und das Schicksal der Arapaho und der anderen Indianerstämme kennenlernt, die in Reservate gedrängt wurden, weil Siedler aus Europa kamen, sich Land nahmen und es angeblich zivilisierten. Die Geringschätzung der hochentwickelten Indianerkultur ärgert ihn immer stärker, je mehr er sich sehnsüchtig mit ihr identifiziert.
Als er in einer einsam gelegenen Hütte in den Wäldern von Manitoba versucht, für eine Weile wie seine indianischen Vorfahren zu leben, muss er jedoch erfahren, dass auch er als unwillkommener Eindringling angesehen wird.

Titel
Manitoba
EAN
9783462316315
Format
E-Book (epub)
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
4.45 MB
Anzahl Seiten
288
Auflage
1. Auflage
Lesemotiv