Die Suche nach ihrem verschollenen Vater hat Delia nach Nordamerika verschlagen, wo das forsch-freche Mädchen aus Europa trotz seiner Hautfarbe und Herkunft in den Stamm der Iowanoka-Indianer aufgenommen wurde. Akitu, der Häuptlingssohn, zeigt ihr seine Welt, gemeinsam bestehen sie zahlreiche spannende Abenteuer. Als sie weißen Siedlern begegnen, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt: Soll Delia in ihr vertrautes Leben zurückkehren? Und wie kann sie die Siedler vor einem schrecklichen Indianerüberfall bewahren?Mit Delia entwarf die Erfolgsautorin Marie Louise Fischer schon in den 1960er-Jahren eine Mädchenfigur, die im völligen Gegensatz zu den damals gängigen Geschlechterrollen-Klischees den Widrigkeiten des Lebens mit großer Selbstsicherheit und Eigeninitiative begegnet. Ausgestattet mit einer ordentlichen Portion Geschick, Mut und Selbstvertrauen und mithilfe neuer Freunde, die das aufgeschlossene und neugierige Mädchen überall schnell findet, löst sie die schwierigsten Aufgaben und wird so eine Protagonistin moderner Mädchenheldinnen wie Cornelia Funkes 'Meggie' oder Maria Parrs 'Tonje'.Auch die beiden anderen Titel dieser Reihe, Delia, die weiße Indianerin sowie Delia im Wilden Westen, sind als E-Books bei red.sign media erhältlich.
Leseprobe
Hinweis: Die Textdarstellung in dieser Datenbank entspricht nicht dem professionellen Satzbild des E-Books. Bill, der Trapper Auf ihrem Ritt durch die Prärie zwei volle Tage lang begegneten sie keinem Menschen, weder einem roten noch einem weißen musste Delia feststellen, dass an eine Flucht vorläufig nicht zu denken war. Hätte sie ihr Pferd herumgerissen und wäre in eine andere Richtung geprescht, dann hätte sie minutenlang ein prächtiges Ziel geboten. Außerdem hielt Akitu sich immer an ihrer Seite oder hinter ihr.Delia legte sich einen anderen Plan zurecht. Zunächst wollte sie den Iowanokas helfen, den Tauschhandel günstig abzuschließen. Dann würde sie bei einer nächtlichen Rast offen mit Akitu sprechen und ihn bitten, sie gehen zu lassen.Am dritten Tag erreichten sie endlich die Handelsstation. Sie lag nicht in einer Festung, einem sogenannten Fort, das von Soldaten besetzt war, sondern sie bestand aus ein paar einfachen, aber festen Blockhäusern, in denen es keine Fenster, sondern nur Schießscharten gab. Die Bewohner der Handelsstation waren durchaus fähig und entschlossen, sich gegen Überfälle zu verteidigen.Dass sie sich nicht dem Schutze eines Forts anvertrauten, hatte seine besonderen Gründe, die Delia natürlich nicht kannte: Offiziell war es verboten, den Indianern Gewehre zu verkaufen oder ihnen Branntwein zu geben, und gerade das waren die Geschäfte, die die Händler mit Vorliebe betrieben.Als die ersten Hütten in Sicht kamen, stieg Delia vom Pferd, legte ihrem Mops die Leine um den Hals und pflockte das andere Ende in den Prärieboden so hatte sie, als sie auf dem Einwanderertreck mitgeritten war, allabendlich ihr Pferd angebunden. Sie trieb den Pflock in der Nähe eines kleinen Gebüsches in die Erde, wo der Professor bequem im Schatten auf sie warten konnte.Hiergeblieben, sagte sie streng, und dass du mir keine Dummheiten mehr machst!Der Professor sah sie so treuherzig und unschuldsvoll an, als könnte er kein Wässerchen trüben.Die roten Krieger mit den Packpferden waren schon vorausgeritten; sie hielten es nicht für nötig, zu warten. Nur Akitu war bei ihr geblieben.Jetzt wäre eigentlich die Gelegenheit gekommen gewesen, den Blutsbruder in ihren Fluchtplan einzuweihen. Aber Delia zögerte. Es schien ihr besser, damit zu warten, bis der Tauschhandel abgeschlossen war.Grausame Schlange und Roter Geier waren schon abgestiegen, hatten die Fellbündel von den Packpferden genommen und in das größere der Blockhäuser hineingeschleppt. Delia und Akitu machten es ihnen nach.Drinnen gab es eine Art Ladentisch, hinter dem sich die verschiedenartigsten Waren stapelten: Geschirr und Bestecke, Kissen und Decken, Zucker und weißes Mehl, viele Sorten Branntwein in bunten Flaschen, Gewehre, Pistolen und Sättel. Hinter der Theke stand ein schlanker einäugiger Mann mit einem großen Cowboyhut auf dem Kopf und mit silberbeschlagenen Riemen über dem Hemd er gefiel Delia vom ersten Moment an nicht. Sein gesundes Auge hatte etwas Lauerndes.Außer ihm waren noch einige andere weiße Männer Jäger, Fellhändler und Fallensteller in dem Raum. Sie saßen auf einer hölzernen Bank, tranken, rauchten und erzählten sich brüllend ihre Abenteuer. Jetzt machten sie sich über die roten Krieger lustig, die ihre Felle vorn auf die Theke gelegt hatten und mit dem Einäugigen verhandelten.Delia und Akitu blieben mit unbewegten Gesichtern nahe der Tür stehen. Ihre ganze Aufmerksamkeit war auf die Verhandlungen vorn an der Theke gerichtet.Zuerst schien alles glatt zu gehen. Grausame Schlange und Roter Geier tauschten sieben schöne Biberfelle gegen ein gutes Gewehr mit Munition ein. Dann stellte der Einäugige ein Fässchen auf den Ladentisch, das anscheinend Schnaps enthielt. Die beiden roten Krieger lehnten einmütig ab.Aber der Einäugige war nicht so leicht von seiner Absicht abzubringen. Er nahm eine geöffnete Flasche, goss Sinoko und Perbuo je einen Becher voll.Delia war nahe daran, vorzustürmen und den jungen Männern in die Arme zu fallen, als sie die Becher hoben. Onkel Johannes hatte oft erzählt, wie wenig Alkohol Indianer vertragen können.Doch Delia wusste auch, dass ihr Eingreifen für Sinoko und Perbuo eine tödliche Beleidigung bedeutet hätte. Sie war ja nur eine Squaw und durfte nicht hoffen, die beiden Krieger zu beeinflussen.Grausame Schlange und Roter Geier nippten erst vorsichtig, dann schütteten sie den Inhalt ihres Bechers gierig hinunter, und schon zeigte sich die erste Wirkung. Sie versuchten zwar hartnäckig, weiter mit dem Einäugigen zu verhandeln, sagten immer wieder die englischen Worte, die sie kannten: Gewehre Munition Messer Tabak!Der Einäugige schenkte ihnen noch einmal ein, sie tranken wieder. Sie begannen töricht zu lachen, sprachen unverständliches Zeug. Die weißen Männer auf der Holzbank zeigten sich teils belustigt über das Benehmen der Indianer, teils abgestoßen. Sinoko und Perbuo schoben jetzt von selbst ihre Becher dem Einäugigen wieder hin, damit er nachschenkte. Delia sah, wie der Händler mit geschicktem Griff die Flaschen vertauschte und nun aus einer anderen eingoss wahrscheinlich billiges, schlechtes, dabei starkes Zeug. Die Indianer tranken, schwankten, mussten sich an der Theke festhalten.Delia warf einen raschen Seitenblick auf Akitu. Der sah starr geradeaus. Er schämte sich für seine Stammesbrüder.Rasch trat sie vor. Verhandeln wir weiter, Mister! sagte sie in ihrem Englisch, das kaum weniger mühsam klang als das der Indianer. Drei gute Felle ein gutes Gewehr, einverstanden?Der Händler sah sie überrascht an. Wer bist denn du?Ich bin Tapferes Eichhörnchen, die Tochter des Häuptlings der Iowanokas, erklärte Delia mit Würde, und dies hier sie zog Akitu vor ist mein Bruder, Junger Adler!Der Händler rieb sich mit einem schlauen Grinsen die Hände. Ah, ihr beiden wollt wohl auch einen Schluck? Schon hatte er die Flasche in der Hand. Nein. Danke, sagte Delia scharf. Wir wollen die Verhandlung weiterführen.Aber der Einäugige ließ sich nicht abhalten, schenkte Sinoko und Perbuo noch einmal ein und füllte zwei weitere Becher für Akitu und Delia.Sie spürte, wie es Akitu durchzuckte. Du darfst nicht trinken, sagte sie auf iowanokesisch. Denke an deine Ehre! An das Vertrauen, das der Häuptling uns geschenkt hat! Kleine Schwester sagt es, bestätigte er. Wir trinken nicht, erklärte Delia in englisch, diesmal mit Nachdruck.Aber der Einäugige, der sie für eine Indianerin hielt, schwenkte den gefüllten Becher vor ihrer Nase. Delia hatte Angst, dass Akitu schwach werden könnte sie hatte ja eben noch miterlebt, wie Sinoko und Perbuo, zwei ausgewachsene Männer und tapfere Krieger, der Verlockung des Alkohols erlegen waren. Sie hob die Hand und schlug dem Händler den Becher aus der Hand.Er fiel a…
Leseprobe
Hinweis: Die Textdarstellung in dieser Datenbank entspricht nicht dem professionellen Satzbild des E-Books. Bill, der Trapper Auf ihrem Ritt durch die Prärie zwei volle Tage lang begegneten sie keinem Menschen, weder einem roten noch einem weißen musste Delia feststellen, dass an eine Flucht vorläufig nicht zu denken war. Hätte sie ihr Pferd herumgerissen und wäre in eine andere Richtung geprescht, dann hätte sie minutenlang ein prächtiges Ziel geboten. Außerdem hielt Akitu sich immer an ihrer Seite oder hinter ihr.Delia legte sich einen anderen Plan zurecht. Zunächst wollte sie den Iowanokas helfen, den Tauschhandel günstig abzuschließen. Dann würde sie bei einer nächtlichen Rast offen mit Akitu sprechen und ihn bitten, sie gehen zu lassen.Am dritten Tag erreichten sie endlich die Handelsstation. Sie lag nicht in einer Festung, einem sogenannten Fort, das von Soldaten besetzt war, sondern sie bestand aus ein paar einfachen, aber festen Blockhäusern, in denen es keine Fenster, sondern nur Schießscharten gab. Die Bewohner der Handelsstation waren durchaus fähig und entschlossen, sich gegen Überfälle zu verteidigen.Dass sie sich nicht dem Schutze eines Forts anvertrauten, hatte seine besonderen Gründe, die Delia natürlich nicht kannte: Offiziell war es verboten, den Indianern Gewehre zu verkaufen oder ihnen Branntwein zu geben, und gerade das waren die Geschäfte, die die Händler mit Vorliebe betrieben.Als die ersten Hütten in Sicht kamen, stieg Delia vom Pferd, legte ihrem Mops die Leine um den Hals und pflockte das andere Ende in den Prärieboden so hatte sie, als sie auf dem Einwanderertreck mitgeritten war, allabendlich ihr Pferd angebunden. Sie trieb den Pflock in der Nähe eines kleinen Gebüsches in die Erde, wo der Professor bequem im Schatten auf sie warten konnte.Hiergeblieben, sagte sie streng, und dass du mir keine Dummheiten mehr machst!Der Professor sah sie so treuherzig und unschuldsvoll an, als könnte er kein Wässerchen trüben.Die roten Krieger mit den Packpferden waren schon vorausgeritten; sie hielten es nicht für nötig, zu warten. Nur Akitu war bei ihr geblieben.Jetzt wäre eigentlich die Gelegenheit gekommen gewesen, den Blutsbruder in ihren Fluchtplan einzuweihen. Aber Delia zögerte. Es schien ihr besser, damit zu warten, bis der Tauschhandel abgeschlossen war.Grausame Schlange und Roter Geier waren schon abgestiegen, hatten die Fellbündel von den Packpferden genommen und in das größere der Blockhäuser hineingeschleppt. Delia und Akitu machten es ihnen nach.Drinnen gab es eine Art Ladentisch, hinter dem sich die verschiedenartigsten Waren stapelten: Geschirr und Bestecke, Kissen und Decken, Zucker und weißes Mehl, viele Sorten Branntwein in bunten Flaschen, Gewehre, Pistolen und Sättel. Hinter der Theke stand ein schlanker einäugiger Mann mit einem großen Cowboyhut auf dem Kopf und mit silberbeschlagenen Riemen über dem Hemd er gefiel Delia vom ersten Moment an nicht. Sein gesundes Auge hatte etwas Lauerndes.Außer ihm waren noch einige andere weiße Männer Jäger, Fellhändler und Fallensteller in dem Raum. Sie saßen auf einer hölzernen Bank, tranken, rauchten und erzählten sich brüllend ihre Abenteuer. Jetzt machten sie sich über die roten Krieger lustig, die ihre Felle vorn auf die Theke gelegt hatten und mit dem Einäugigen verhandelten.Delia und Akitu blieben mit unbewegten Gesichtern nahe der Tür stehen. Ihre ganze Aufmerksamkeit war auf die Verhandlungen vorn an der Theke gerichtet.Zuerst schien alles glatt zu gehen. Grausame Schlange und Roter Geier tauschten sieben schöne Biberfelle gegen ein gutes Gewehr mit Munition ein. Dann stellte der Einäugige ein Fässchen auf den Ladentisch, das anscheinend Schnaps enthielt. Die beiden roten Krieger lehnten einmütig ab.Aber der Einäugige war nicht so leicht von seiner Absicht abzubringen. Er nahm eine geöffnete Flasche, goss Sinoko und Perbuo je einen Becher voll.Delia war nahe daran, vorzustürmen und den jungen Männern in die Arme zu fallen, als sie die Becher hoben. Onkel Johannes hatte oft erzählt, wie wenig Alkohol Indianer vertragen können.Doch Delia wusste auch, dass ihr Eingreifen für Sinoko und Perbuo eine tödliche Beleidigung bedeutet hätte. Sie war ja nur eine Squaw und durfte nicht hoffen, die beiden Krieger zu beeinflussen.Grausame Schlange und Roter Geier nippten erst vorsichtig, dann schütteten sie den Inhalt ihres Bechers gierig hinunter, und schon zeigte sich die erste Wirkung. Sie versuchten zwar hartnäckig, weiter mit dem Einäugigen zu verhandeln, sagten immer wieder die englischen Worte, die sie kannten: Gewehre Munition Messer Tabak!Der Einäugige schenkte ihnen noch einmal ein, sie tranken wieder. Sie begannen töricht zu lachen, sprachen unverständliches Zeug. Die weißen Männer auf der Holzbank zeigten sich teils belustigt über das Benehmen der Indianer, teils abgestoßen. Sinoko und Perbuo schoben jetzt von selbst ihre Becher dem Einäugigen wieder hin, damit er nachschenkte. Delia sah, wie der Händler mit geschicktem Griff die Flaschen vertauschte und nun aus einer anderen eingoss wahrscheinlich billiges, schlechtes, dabei starkes Zeug. Die Indianer tranken, schwankten, mussten sich an der Theke festhalten.Delia warf einen raschen Seitenblick auf Akitu. Der sah starr geradeaus. Er schämte sich für seine Stammesbrüder.Rasch trat sie vor. Verhandeln wir weiter, Mister! sagte sie in ihrem Englisch, das kaum weniger mühsam klang als das der Indianer. Drei gute Felle ein gutes Gewehr, einverstanden?Der Händler sah sie überrascht an. Wer bist denn du?Ich bin Tapferes Eichhörnchen, die Tochter des Häuptlings der Iowanokas, erklärte Delia mit Würde, und dies hier sie zog Akitu vor ist mein Bruder, Junger Adler!Der Händler rieb sich mit einem schlauen Grinsen die Hände. Ah, ihr beiden wollt wohl auch einen Schluck? Schon hatte er die Flasche in der Hand. Nein. Danke, sagte Delia scharf. Wir wollen die Verhandlung weiterführen.Aber der Einäugige ließ sich nicht abhalten, schenkte Sinoko und Perbuo noch einmal ein und füllte zwei weitere Becher für Akitu und Delia.Sie spürte, wie es Akitu durchzuckte. Du darfst nicht trinken, sagte sie auf iowanokesisch. Denke an deine Ehre! An das Vertrauen, das der Häuptling uns geschenkt hat! Kleine Schwester sagt es, bestätigte er. Wir trinken nicht, erklärte Delia in englisch, diesmal mit Nachdruck.Aber der Einäugige, der sie für eine Indianerin hielt, schwenkte den gefüllten Becher vor ihrer Nase. Delia hatte Angst, dass Akitu schwach werden könnte sie hatte ja eben noch miterlebt, wie Sinoko und Perbuo, zwei ausgewachsene Männer und tapfere Krieger, der Verlockung des Alkohols erlegen waren. Sie hob die Hand und schlug dem Händler den Becher aus der Hand.Er fiel a…
Titel
Delia und der Sohn des Häuptlings
Autor
EAN
9783944561097
Format
E-Book (epub)
Altersempfehlung
7 bis 12 Jahre
Hersteller
Genre
Digitaler Kopierschutz
Adobe-DRM
Dateigrösse
0.81 MB
Anzahl Seiten
138
Unerwartete Verzögerung
Ups, ein Fehler ist aufgetreten. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.