Sommer 741: Ein prunkvoller Reisezug begleitet Bertrada auf dem Weg nach Saint-Denis, wo Pippin, der Sohn Karl Martells, sie zur Hochzeit erwartet - doch er heiratet die falsche Frau. Jahre später wird diese Grafentochter dennoch zu einer der mächtigsten Frauen des Frühmittelalters. Dank ihres Mutes und ihres diplomatischen Geschicks wird sie zur Königin und ihrem Sohn Karl eine kluge Ratgeberin. Doch verbirgt sich hinter 'Berta mit dem großen Fuß' auch eine leidenschaftliche Frau, die sich für schwere Demütigungen fürchterlich rächt - und dabei mitunter auf die unkontrollierbaren Mächte der Magie zurückgreift.

Martina Kempff ist Autorin, Übersetzerin und freie Journalistin. Sie war Redakteurin bei der Berliner Morgenpost, Reporterin bei Welt und Bunte, bis sie beschloss, Bücher zu schreiben. Besonders bekannt ist sie für ihre historischen Romane wie 'Die Königsmacherin', 'Die Beutefrau' und 'Die Welfenkaiserin', die sich durch hervorragende Recherche und außergewöhnliche Heldinnen auszeichnen. Martina Kempff lebte lange in Griechenland, später in Amsterdam. Acht Jahre verbrachte sie in der Eifel, was sie zu einer einfallsreichen Krimiserie inspirierte. Heute lebt sie im Bergischen Land.

Vorwort
Kluge Strategin und leidenschaftliche Frau: Die Geschichte der Mutter Karls des Großen

Autorentext

Martina Kempff ist Autorin, Übersetzerin und freie Journalistin. Sie war Redakteurin bei der Berliner Morgenpost, Reporterin bei Welt und Bunte, bis sie beschloss, Bücher zu schreiben. Besonders bekannt ist sie für ihre historischen Romane wie "Die Königsmacherin", "Die Beutefrau" und "Die Welfenkaiserin", die sich durch hervorragende Recherche und außergewöhnliche Heldinnen auszeichnen. Martina Kempff lebte lange in Griechenland, später in Amsterdam. Acht Jahre verbrachte sie in der Eifel, was sie zu einer einfallsreichen Krimiserie inspirierte. Heute lebt sie im Bergischen Land.



Leseprobe
2
Aufbruch

Sie erwachte mit einem Ruck, als sie ihren Namen hörte. Die Männerstimme, die ihn ausgesprochen hatte, redete erregt in der vertrauten fränkischen Mundart ihres Vaters weiter: »Ihr seid also jetzt mit meinem Haus verwandt, Frau Berta! Übertragt den Haß gegen meinen Vater nicht auf mich, seinen Nachfolger als Hausmeier hier in Austrien, und es wird Euer Schade nicht sein.«

Bertrada öffnete die Augen einen Spalt, schloß sie aber sogleich wieder, denn das Licht schmerzte. Es drang durch ein kleines Fenster unter der Zimmerdecke und flutete unmittelbar auf das Kopfende ihres Lagers. Zu lange hatten Haare, Schmutz, die schwarze Farbe von getrocknetem Fledermausblut, Kohle und Holunder um ihre Lider sowie das Blätterwerk des Waldes die Helligkeit von ihr ferngehalten. Aber der kurze Augenblick hatte genügt, um zwei Menschen an der Tür auszumachen, einen dunkel gekleideten Mann mit wirren schwarzen Haaren und eine magere Frau mit hoher Haube. Es mußte bereits Mittag sein, wenn die Sonne schon so hoch stand.

»Drohungen, lieber Verwandter, bewirken bei mir eher das Gegenteil«, vernahm sie die kalte Stimme ihrer Großmutter. »Ich lehne Euch allein deshalb nicht ab, weil Eure Erziehung im Kloster zu Echternach uns in Prüm zu mehr Hoffnungen berechtigt als die Eures Bruders bei den Langobarden oder in der liederlichen Umgebung Neustriens.«

»Eure Enkelin ist jetzt mit meinem Bruder verheiratet, also wird er zu gegebener Zeit Eure austrischen Gebiete in Besitz nehmen«, gab der Mann zu bedenken.

»Da mit meinem Ableben vorerst nicht zu rechnen ist, so Gott will «, ihre Stimme klang, als hätte Gott keine andere Wahl, als sich ihrem Willen zu beugen, » werde ich, Herr Karlmann, mich nicht mit Mutmaßungen darüber aufhalten, was Bertradas Ehemann Pippin irgendwann einmal mit meinen Besitztümern zu tun gedenkt.«

Bertradas Ehemann? Die junge Frau im Bett stieß einen kleinen Laut aus. Schritte näherten sich dem Lager, eine kühle trockene Hand legte sich auf ihre Stirn. Bertrada hielt die Augen geschlossen. Sie wollte mehr hören. Herr Karlmann? Der Bruder Pippins? Wie konnte Pippin verheiratet sein, da seine Braut doch verschwunden war? Ich bin die, von der ihr sprecht, und ich habe niemanden geheiratet! Sie öffnete den Mund und gleich danach die Augen, als ihr ein von Kräutersud durchtränkter Lappen auf die Lippen gelegt wurde.

»Wie geht es dir, Flora von Ungarn?« Frau Berta hatte ins Lateinische übergewechselt. Sie saß jetzt auf einer Bank neben dem Bett und ließ das Tuch in eine Schüssel neben sich fallen.

Bertrada antwortete nicht. Sie starrte gebannt auf den Mann, der sich ebenfalls dem Bett genähert hatte.

Hätte er bei einem Ausritt in Laon ihren Weg gekreuzt, wäre sie zu Tode erschrocken und hätte wohl angenommen, den Leibhaftigen vor sich zu sehen. Doch seitdem waren Äonen vergangen. Ihr Blick hatte in der Zwischenzeit weit Schlimmeres ertragen müssen als ein vom Wetter gegerbtes scharfgeschnittenes Gesicht, dessen linke Hälfte durch eine flammendrote Narbe verunstaltet war, die sogar eine Schneise durch den krausen bläulichschwarzen Bart geschlagen hatte. Aus ihrer Perspektive konnte Bertrada unter dem Gestrüpp buschiger Brauen dunkelbraune Augen erkennen. Diese musterten sie gründlich und schienen dabei sogar freundlich zu lächeln. Das nahm dem Gesicht sofort den furchterregenden Ausdruck. Bertrada lächelte schwach zurück.

»Becher und Krug«, befahl Frau Berta, als wäre Karlmann ein Gehilfe. Er trat an einen grobgezimmerten Holztisch, ergriff einen Becher und starrte auf die be

Titel
Die Königsmacherin
Untertitel
Roman über die Mutter Karls des Großen
EAN
9783492960939
ISBN
978-3-492-96093-9
Format
E-Book (epub)
Herausgeber
Veröffentlichung
19.10.2012
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
4.1 MB
Anzahl Seiten
464
Jahr
2012
Untertitel
Deutsch
Features
Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet
Auflage
2. Aufl.