Das Buch veranschaulicht die oft komplizierten psychischen Verhältnisse im teilweise skurrilen Umgang mit dem Körper durch viele Praxisbeispiele.

Das Interesse an der psychoanalytischen Bedeutung des Körpers hält unvermindert an, und zwar sowohl im großen gesellschaftlichen Rahmen - man denke an Fitness und Schönheitschirurgie - als auch im pathologischen Sinne: Selbstbeschädigung und Essstörungen sind die modernen Krankheitsbilder der Adoleszenz. Diese Störungen haben hauptsächlich den Zweck, wenigstens den Körper beherrschen zu können, wenn man sonst machtlos ist, und einen (Körper-)Teil zu opfern, um das Ganze zu retten. Zur Identitätssicherung haben die Menschen schon immer ihren Körper verändert und manipuliert, als würde er zwar zum Selbst gehören, gleichzeitig aber wie ein Objekt, wie ein äußeres Stück Natur behandelt und malträtiert werden können. Mathias Hirsch veranschaulicht die oft komplizierten psychischen Verhältnisse durch viele Praxisbeispiele des teilweise skurrilen zeitgenössischen Umgangs mit dem Körper.

Eine hervorragende Analyse des Körpers zwischen Schönheitswahn und Selbstverstümmelung!

Autorentext
Mathias Hirsch ist Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin, Psychoanalytiker, affiliiertes Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung und Gruppenanalytiker. Er übt Supervisions- und Seminartätigkeiten in Berlin und Moskau aus. Seine Forschungsschwerpunkte sind sexueller Missbrauch in der Familie, psychoanalytische Traumatologie, Psychoanalyse des Körpers, Psychoanalyse und Kultur sowie Psychoanalyse und Film. (Stand: Jan. 2020)

Inhalt
Inhalt Vorwort Körperdissoziation Die Funktionen des abgespaltenen Körpers Der Körper tritt an die Stelle des Opfers destruktiver Gewalt Der Körper als Container Der Körper als Mutter-Ersatz Die Verwendung des Körpers zur Abgrenzung Körperdissoziation in der traumatisierenden Situation (peritraumatisch) Zweizeitige Abwehr: Dissoziation als Abwehr des Trauma-Äquivalents Körper-Abspaltung als Abwehr des Dissoziationszustands Ein Teil wird geopfert, um das Ganze zu retten Die Differenzierung des Selbst, des Körper-Selbst und der äußeren Objekte in der frühkindlichen Entwicklung Autistisch-berührender Modus »Protopsyche« Selbst-Objekt-Differenzierung Die Wurzeln des Mentalen im Körper Erste Symbolisierung im Containment Mutter-Ambivalenz Das »Doppelte« der Mütter Haare Das tote Brügge Allerleirau Rapunzel Pelleas und Mélisande Haar, Sexualität und Macht Anklammerungstrieb Henriette Weißweiler Perionychomanie Die weibliche Brust »Der nackte Busen« Psychosomatik Der kranke Körper »handelt« im »Dienste der Mutter« Triangulierungsfunktion des Körpers Die Objektersatzfunktion des kranken Körpers Die Abgrenzungsfunktion des kranken Körpers Warum gerade diese Erkrankung? Ekzem Asthma Sexuelle Funktionsstörung Körperinszenierungen Der Körperalltag Körpersprache Körper und Identität Initiationsriten Beschneidung Genitalverstümmelung Schmerz Tätowierung und Piercing »Schönheitschirurgie« Intimchirurgie Rituale der Nahrungsaufnahme Selbstbeschädigung Johanna »Ein sauberer Schnitt« »Vater-Trauma« Antje Ingerfeld Jolande Katzenstein Body Integrity Identity Disorder (BIID) Essstörungen Fettsucht 186 Anorexie und Bulimie Paula Hettchen Adoleszenz Familiendynamik Mutter-Tochter-Beziehung Frau Dachs Latent inzestuöse Vaterbeziehung Weiter Frau Dachs Natalie Bulimie Kotzen Das Symptom als Bild für die Borderline-Beziehung »Bulimie ohne Bulimie« Nahrung, Mutter, Körper Hypochondrie und Dysmorphophobie Dissoziation Projektion des traumatischen Introjekts Auslösesituation Arretierung des Autonomie-Abhängigkeits-Konflikts Yvonne Wildgruber: Aids-Hypochondrie Hans Holzbauer: Aids-Hypochondrie Warum ist der Körper Ziel der Projektion? Spezifisches Verhalten der Mütter »Hypochondrie-by-proxy« Dr. Johnson Martha Dysmorphophobie Benigna Niemann Ein »unerwünschter Kinderwunsch« Gedanken zur Funktion von Kinderwunsch, Schwangerschaftsphantasien und Schwangerschaft Schwangerschaft in der Adoleszenz Die junge Mutter bringt das Kind den Eltern Frau Ingram Sabine Arbeiter Anita Odenwald »Ich möchte ein Kind bekommen« Schwangerschaft als Identitätsersatz Nastassja Röhl: Vaterlosigkeit Nicole Frau Angerer Schwangerschaft und Geburt als Identitätsbedrohung Kinderwunsch Schlussbemerkung Literatur
Titel
»Mein Körper gehört mir ... und ich kann mit ihm machen, was ich will!«
Untertitel
Dissoziation und Inszenierungen des Körpers psychoanalytisch betrachtet
EAN
9783837965094
Format
E-Book (pdf)
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
2.24 MB
Anzahl Seiten
338
Auflage
2. Aufl. 2012
Lesemotiv