Der soziale Wandel prägt die zeitgenössische Bestattungskultur und bringt eine wachsende Vielfalt von Beisetzungs- und Grabformen hervor. Mit den gesellschaftlichen Hintergründen dieser Entwicklung befasst sich die vorliegende Studie. Anhand qualitativer Feldforschung auf über 1.200 Friedhöfen im deutschsprachigen Raum, begleitet von hermeneutischen Analysen einzelner Gräber, zeigt sich, dass viele der neueren Ruhestätten mit traditionellen Gestaltungskonventionen brechen und zunehmend persönliche Biografien, Lebensstile und Identitätsvorstellungen widerspiegeln. Friedhöfe erscheinen als Schauplätze verdichteter Lebensweltreferenzen, indem Verstorbene nicht mehr primär als Teil eines übergeordneten Kollektivs, sondern als unverwechselbare Individuen verabschiedet, betrauert und erinnert werden. Die Verbindung von empirischer Thanatosoziologie mit Individualisierungstheorie eröffnet neue Perspektiven auf den gesellschaftlichen Umgang mit Leben und Tod.



Autorentext

Matthias Meitzler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Titel
Postmortale Individualisierung
Untertitel
Identittskonstruktionen in der Bestattungs- und Friedhofskultur
EAN
9783593465371
Format
E-Book (pdf)
Hersteller
Veröffentlichung
30.11.2026
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Anzahl Seiten
490