Auch wenn die Stadt Köln es in der Frühen Neuzeit vermied, in Konflikte hineingezogen zu werden, spielte der Faktor Militär im Alltagsleben eine häufig unterschätzte Rolle. Ein Großteil der männlichen Bevölkerung tat Dienst in den Bürgerfahnen, und die geworbenen Soldaten bildeten mit ihren Familien eine eng mit ihren zivilen Nachbarn verwobene Militärbevölkerung. Hinzu kam fremdes Militär, v. a. zahlreiche Werber, die sich auf dem "Gewaltmarkt" Köln bedienten. Bürgermeister und Rat nutzten die sich in die ganze Stadt ziehenden Fäden militärischer Organisation, um Herrschaft und Verwaltung zu stabilisieren. Zugleich bildeten sie Mechanismen der obrigkeitlichen Kontrolle über die bewaffnete Macht aus, die eine Alternative zur Entwicklung in den großen Armeen in Flächenstaaten darstellten.



Autorentext

Max Plassmann ist Archivar am Historischen Archiv der Stadt Köln mit Rheinischem Bildarchiv.

Titel
Stadtgesellschaft und Militär
Untertitel
Kln in der Frhen Neuzeit
EAN
9783412534301
Format
E-Book (pdf)
Hersteller
Veröffentlichung
09.02.2026
Digitaler Kopierschutz
frei
Dateigrösse
4.86 MB
Anzahl Seiten
271