Nikolaus Falk glaubt an Zahlen. Fahrgastaufkommen, Kostenstruktur, Prognosen ? für ihn sind sie die Grundlage jeder vernünftigen Entscheidung. Als die Landesagentur ihn nach Lindental schickt, soll er eigentlich nur prüfen, ob der kleine Bahnhof geschlossen werden kann.
Doch Lindental ist nicht nur ein Punkt auf einer Karte.
Neben den Gleisen liegt ein Gemeinschaftsgarten, der für das Dorf längst mehr geworden ist als ein paar Beete und Gießkannen. Hier treffen sich Pendler, Jugendliche, Nachbarn und Menschen, die ohne den Bahnhof ein Stück Freiheit verlieren würden. Und mittendrin steht Sascha König ? ruhig, stur und fest entschlossen, diesen Ort nicht kampflos aufzugeben.
Je länger Nikolaus bleibt, desto schwerer fällt es ihm, Lindental nur durch Tabellen zu sehen. Zwischen Gesprächen im Garten, stillen Momenten am Bahnsteig und einer Entscheidung, die immer persönlicher wird, geraten seine Überzeugungen ins Wanken. Sascha zeigt ihm, was auf dem Spiel steht. Nikolaus zeigt Sascha, dass nicht jeder Mensch aus der Behörde blind für das ist, was sich nicht zählen lässt.
Aber wenn Pflicht und Gefühl in dieselbe Richtung schauen wollen, muss Nikolaus entscheiden, wofür sein Bericht wirklich stehen soll.
Der Garten am alten Bahnhof ist eine leise M/M-Liebesgeschichte über Nähe, Verantwortung, Dorfleben, zweite Blicke und die Frage, welche Orte bleiben dürfen, wenn sie Menschen zusammenhalten.