Michael Löffelsender provides a detailed analysis of the criminal prosecution of women and young persons during the Second World War. He studies all the stages of the criminal proceedings and presents the first analysis of the influence of key social concepts, gender stereotypes and criminological knowledge in the practice of criminal law.

In den Kriegsplanungen des NS-Regimes spielte die Strafjustiz eine zentrale Rolle. Als ein so genannter "Akteur der inneren Kriegsführung" sollte sie dazu beitragen, die "Heimatfront" zu stabilisieren. Michael Löffelsender fragt nach der Umsetzung dieses Arbeitsauftrages, indem er die Strafrechtspraxis gegenüber Frauen und Jugendlichen untersucht, die als besondere Risikofaktoren an der "inneren Front" galten. Er analysiert die verschiedenen Etappen des Strafverfahrens und entwirft das Bild einer differenzierend agierenden Strafjustiz, deren Maßnahmen sich zwischen den Polen von kalkulierten Strafverzichten und exemplarischer Härte bewegten. Bei der Urteilsanalyse verbindet er rechtshistorische mit kultur- und sozialgeschichtlichen Ansätzen und beleuchtet somit erstmals den weitreichenden Einfluss von ideologischen und gesellschaftlichen Leitvorstellungen, zeitgenössischen Geschlechterstereotypen und kriminologischen Wissensbeständen in der Strafrechtspraxis während des Krieges.
Die Arbeit wurde mit dem Ehrhardt-Imelmann-Preis der Universität Köln 2011 und dem Preis der Offermann-Hergarten-Stiftung ausgezeichnet.

Autorentext
Geboren 1978; Studium der Geschichte und Germanistik in Köln; 2011 Promotion; derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.
Titel
Strafjustiz an der Heimatfront
Untertitel
Die strafrechtliche Verfolgung von Frauen und Jugendlichen im Oberlandesgerichtsbezirk Köln 1939-1945
EAN
9783161604065
Format
E-Book (pdf)
Hersteller
Digitaler Kopierschutz
Adobe-DRM
Dateigrösse
3.55 MB
Anzahl Seiten
506
Lesemotiv