Ab der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert verzeichnete der Leipziger Messkatalog zweimal jährlich die Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt. So trocken sein Inhalt, so wichtig seine Rolle in der Formierungsphase des literarischen Feldes: Im Messkatalog wurden buchstäblich Namen gemacht', er beeinflusste Absatzchancen von Werken, wurde für den Rezensionsbetrieb zum Leitmedium. Auf die Optimierung seiner Funktion als Suchmaschine' legten Autor:innen wie Verlage größten Wert. Die vorliegende Analyse der Bedeutung des Messkatalogs für den Literaturbetrieb erzählt damit auch ein Kapitel der (Vor-)Geschichte der modernen Aufmerksamkeitsökonomie.
Beleuchtet erstmals die Literaturgeschichte des Leipziger Messkatalogs im 18. Jahrhundert Liefert einen Beitrag zur Praxeologie des Literaturbetriebs anhand eines oftmals übersehenen Gebrauchsgegenstands Konturiert die Bedeutung eines lange Zeit ignorierten literarischen Leitmediums um 1800
Autorentext
Michael Pilz ist assoziierter Professor am Institut für Germanistik der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.
Inhalt
- Annäherung.- Verzeichnisse lesen.- Verzeichnisse schreiben.- Verzeichnet werden.- Verzeichnisse validieren.- Verzeichnisse historisieren.- Schluss.