Wissenschaftliche Politikberatung hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Damit hat sich die Beurteilung politischer Legitimation vom Input (Wahlen und Abstimmungen) zum Output (messbare Leistungen des politischen Systems) verlagert. Das Buch geht der Frage nach, wie und zu welchem Zweck wissenschaftliches Wissen als einer Form von output-orientierter Legitimation in die Politikberichterstattung einfließt. Es wird aufgezeigt, dass das wissenschaftliche Wissen von den Journalisten kaum kritisch hinterfragt und oft nur sehr ungenau deklariert wird. Verwendung findet es vor allem in der Schwächung von Positionen und Argumenten politischer Akteure.



Wissenschaftliches Wissen in der Politikberichterstattung

Vorwort
Wissenschaftliches Wissen in der Politikberichterstattung

Autorentext
Mirella Schütz-Ierace ist Wissenschaftliche Assistentin am IPMZ Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich.

Zusammenfassung
Die vorgestellte Untersuchung hat ihren Ursprung in der politikwissenschaft- chen Frage nach einer möglichen Verschiebung von input- zu outp- orientierten Legitimationskriterien. Während bis vor einiger Zeit politische - gitimation vor allem über die Partizipationsmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger hergestellt werden konnte (input) und auch daran gemessen wurde, sind in neuerer Zeit auch Kriterien der effizienten Problemlösung maßgebend (o- put; vgl. (Hurrelmann/Krell-Laluhovà/Schneider 2005, Scharpf 1999). Als eine Möglichkeit zur Messung von output-orientierter Legitimation wurde wissenschaftliches Wissen definiert im Sinne von systematisch und - jektiv erhobener Information zur Effizienz und Wirksamkeit politischer M- nahmen. Die Tatsache, dass politische Legitimation in modernen Demokratien jedoch nur über Öffentlichkeit herstellbar ist (vgl. Oberreuter 1997: 12), führte zu einer Fokussierung auf die öffentliche Kommunikation solchen wissenscha- lichen Wissens. Denn demokratische Politik muss einerseits begründet werden und benötigt andererseits Zustimmung (vgl. Sarcinelli 2003: 39). Dadurch wird sie von den Massenmedien abhängig, weil die Adressaten der Begründung und die Zustimmungsberechtigten das Volk praktisch nur vermittelt durch die Medien Politik erfahren können (vgl. Schönbach 1977: 160, Patterson 2003: 19, Blum 2005: 115). Mit der Definition von wissenschaftlichem Wissen als einer messbaren Form von output-orientierter Legitimation und der Fokussierung auf die öffentliche Kommunikation solchen Wissens rücken somit die Fragen in den Vordergrund, wie denn überhaupt wissenschaftliches Wissen in der Politik- richterstattung dargestellt, zu welchem Zweck es von den Journalisten verw- det wird und inwiefern es zur Legitimation oder Delegitimation politischer Akteure beiträgt.

Inhalt
Wissenschaft im Schnittbereich von Politik und Medien.- Wissenschaftliches Wissen als Mittel politischer Legitimation.- Öffentliche Kommunikation wissenschaftlichen Wissens.- Öffentliche Kommunikation als Voraussetzung politischer Legitimation.- Synthese und Hypothesen.- Methoden.- Befunde der Resonanzanalyse.- Befunde der quantitativen Inhaltsanalyse.- Befunde der qualitativen Inhaltsanalyse.- Befunde der Leitfadeninterviews.- Interpretation.- Zusammenfassung.- Fazit und Diskussion.
Titel
Von geheimen Politikmachern und wissenschaftlichen Hoflieferanten
Untertitel
Wissenschaftliches Wissen in der Politikberichterstattung
EAN
9783531923987
Format
E-Book (pdf)
Digitaler Kopierschutz
Wasserzeichen
Dateigrösse
1.3 MB
Anzahl Seiten
204
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