Naika Foroutan schreibt über die Notwendigkeit, das Verständnis von Fremdheit und die Zuschreibung von Fremdem immer wieder neu justieren zu müssen. Denn was bzw. wer in der Gesellschaft als fremd und nicht zugehörig wahrgenommen wird, unterliegt wiederum gesellschaftlichen Kontexten und Konjunkturen, die jedoch ständiger Wandlung unterliegen. Wenn ein Drittel der hier geborenen Kinder einen Migrationshintergrund haben und dennoch Deutsche sind, werden klare Unterscheidungen in Fremde und Eigene hinfällig. Stattdessen haben sich hybride Identitäten etabliert, die sich der binären Codierung des Eigenen und Fremden schon lange nicht mehr fügen.
Autorentext
Naika Foroutan, geb. 1971, ist Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik an der Humboldt-Universität zu Berlin und stellvertretende Leiterin des Berliner Instituts für Integrations- und Migrationsforschung. Zuletzt erschien "Deutschland postmigrantisch II. Einstellungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu Gesellschaft, Religion und Identität".
Zusammenfassung
Naika Foroutan schreibt uber die Notwendigkeit, das Verstandnis von Fremdheit und die Zuschreibung von Fremdem immer wieder neu justieren zu mussen. Denn was bzw. wer in der Gesellschaft als fremd und nicht zugehorig wahrgenommen wird, unterliegt wiederum gesellschaftlichen Kontexten und Konjunkturen, die jedoch standiger Wandlung unterliegen. Wenn ein Drittel der hier geborenen Kinder einen Migrationshintergrund haben und dennoch Deutsche sind, werden klare Unterscheidungen in Fremde und Eigene hinfallig. Stattdessen haben sich hybride Identitaten etabliert, die sich der binaren Codierung des Eigenen und Fremden schon lange nicht mehr fugen.